Mit den richtigen Partnern kann man Berge versetzen.

flyiin ist ein Online-Marktplatz für Flugreisen

Stellen Sie sich und das Startup flyiin doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Marco Spies. Ich habe zusammen mit Stéphane Pingaud (CEO) und Daniel Vamosí (CTO) das Air Travel Startup flyiin gegründet. Als CPO verantworte ich das Produktteam für den Online-Marktplatz für Flugreisebuchung. Bevor wir flyiin 2015 gegründet haben habe ich 2010 zusammen mit Katja Wenger die Innovations- und Designagentur think moto gegründet. Davor war ich lange als UX-Designer und Creative Director in führenden Agenturen tätig.

flyiin ist ein Online-Marktplatz für Flugreisen. Unsere Nutzer können Flüge inkl. der von den Airlines angebotenen Zusatzleistungen direkt bei der Airline buchen und suchen. Wir bieten von Anfang an volle Kostentransparenz und geben schon vor dem Flug einen detaillierten Überblick über Komfort Services eines Fluges. Wir sind überzeugt, dass dieses Konzept in Zukunft die Online Travel Agencies (OTAs) wie Expedia und Opodo und Meta-Suchmaschinen (MSEs) wie Kayak und Skyscanner ablösen wird, die weitestgehend darauf beschränkt sind, Flüge nach Preisen zu vergleichen und zusätzliche Kosten für Gepäck, Priority Check in und Sitzplatzauswahl außer Acht lassen.

Wie ist die Idee zu flyiin entstanden?
Die Idee hatte unser CEO Stéphane Pingaud bereits vor mehr als 10 Jahren. Damals arbeitete er bei amadeus, einem der GDS (Global Distribution Systems), die seit nahezu 30 Jahren mit ihrer Technologie den Reisemarkt dominieren. Stéphane reiste damals 8 Wochen lang um die Welt und sprach mit Airlines über die Zukunft der Distribution von Flugreisen. Dabei wurde ihm klar: alle waren unzufrieden mit dem Status Quo. Und er erkannte noch etwas: die GDS, die die Airlines im Griff hatten (und bis heute haben), würden nicht Teil der Lösung sein. Sie waren das Problem. Stéphane kündigte und arbeitete eine Weile für verschiedene Startups, aber die Idee eines Online-Marktplatzes, bei dem die Menschen direkt bei den Airlines Flüge suchen und buchen können, ließ ihn nicht mehr los.

Bei den Startups hatte er ausserdem eines gelernt: UX würde ein Schlüssel zum Erfolg sein. In jener Zeit war Stéphane Kunde der von mir mitgegründeten Innovations- und Designagentur think moto. Die Chemie stimmte von Anfang an. Als er zwei Jahre später mit der Idee zu flyiin zu mir kam und mich fragte, ob ich Interesse hätte, das Startup mit ihm zu gründen, war mir klar, dass ich hier die einmalige Gelegenheit hatte, ein Produkt zu entwickeln, das ich nicht nur unbedingt selbst nutzen wollte, sondern das ein enormes Disruptionspotenzial hatte.

Wer ist die Zielgruppe von flyiin?
Als wir 2015 anfingen, hatten wir zunächst zwei bestimmte Segmente im Air Travel Markt für unseren Marktplatz im Blick: den sogenannten Unmanaged Business Traveller und den Higher Income Leisure Traveller. In den Anfangstagen saßen immer Paul und Isabella bei uns mit am Tisch, zwei fiktive Kunden, die wir (virtuell) nach ihren Wünschen befragten. Als wir einen ersten Prototypen hatten, merkten wir aber schnell, dass flyiin letztlich für alle Flugreisenden interessant ist.

Jeder, der einmal erlebt hat, wie viel einfacher es die Flugsuche macht, wenn man direkt einen transparenten Preis inklusive aller Kosten für Gepäck und weiterer gewünschter Services bekommt, ist sofort von flyiin überzeugt. Durch die Strafgebühren, die nun einige große Airlines wie Lufthansa und British Airways für Buchungen über ein GDS – und damit über Online Travel Agencies wie Opodo und Expedia – erheben, wurde schnell klar: mit flyiin werden unsere Kunden nicht nur viel Zeit bei der Flugbuchung sparen, sondern auch echtes Geld. Inzwischen wissen wir: flyiin ist DIE Alternative für JEDEN, der online Flüge bucht.

Wie funktioniert flyiin?
flyiin revolutioniert die Art und Weise, wie wir Flüge buchen auf drei Ebenen. Technologisch gibt es streng genommen zwei Produkte, an denen wir arbeiten. Das eine ist der Marktplatz selbst, die Online-Plattform, auf der die Nutzer die Flüge suchen und buchen. Dahinter liegt aber ein von uns neu entwickelter Gateway, der die APIs der verschiedenen Airlines aggregiert und die Suchanfragen und Angebote zwischen Marktplatz und Airline in Echtzeit verwaltet.

Die zweite Neuerung betrifft das Geschäftsmodell. Als Marktplatz bieten wir den Airlines einen direkten Vertriebskanal. Unser Nutzer ist der Kunde der Airline. Wir entwickeln das Produkt entsprechend gemeinsam mit den Airlines weiter. Ein solches partnerschaftliches Modell ist das Gegenteil von dem, was die Airlines aus den vergangenen dreißig Jahren gewohnt sind.

Und als drittes, aber nicht zuletzt, binden wir vom ersten Moment an die Nutzer in die Entwicklung der UX ein. Wir haben bereits jetzt eine 4-stellige Zahl an Registrierungen für die Beta-Phase über flyiin.com. Wer aktiv bei der Entwicklung mithelfen will, kann sich ausserdem auf Facebook für Demo-Days anmelden, die wir ab September regelmäßig durchführen.

Welche Vorteile bietet flyiin? Warum sollte man flyiin nutzen?
Der große Vorteil bei flyiin: der Kunde hat vom ersten Suchergebnis an volle Kosten-Transparenz. Aufpreise für Gepäckstücke, Ticket-Flexbilität, Sitzplatzwahl etc. werden schon bei der Suche angezeigt. Weitere Vorteile: es gibt keine ungültigen Flüge (ein häufiges Problem der OTAs und MSEs) und keine Unklarheiten bezüglich des Customer Service. Dabei kann der Nutzer alle Airlines mit der jeweiligen Flight Experience in einer einzigen, sehr einfach zu bedienenden Umgebung vergleichen, ohne zwischen diversen Airline-Websites wechseln zu müssen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Stéphane, Daniel und ich sind mittlerweile ein perfektes Team. Wir ergänzen uns mit komplementären Skills, haben aber das gleiche Maß an Erfahrung und Leidenschaft, das es braucht um eine so ambitionierte Aufgabe anzugehen und durchzuziehen, auch wenn dir VCs und Brancheninsider erzählen, die Aufgabe wäre zu groß. Eine der ersten Herausforderungen war es daher, zunächst ein Netzwerk aufzubauen, und die Idee eines Marktplatzes in der Air Travel Branche zu etablieren. Das haben wir geschafft. Airlines, Investoren, Bewerber und Presse melden sich mittlerweile aktiv bei uns.

Bei einem so ambitionierten Projekt besteht eine Herausforderung sicherlich auch immer darin, die Motivation und Kraft zu behalten, ständig einen Schritt weiterzugehen, auch wenn einem der Wind ins Gesicht schlägt.

flyiin, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das Ziel ist klar: in 5 Jahren wollen wir die #1 Consumer Brand für Flugreisebuchung in Europa sein. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor uns.
Nach 2 Jahren Vorbereitung werden wir jetzt erst einmal im vierten Quartal dieses Jahres mit einer Private Beta live gehen, Anfang 2018 folgt die Public Beta. In 2019 werden wir alle relevanten Airlines für den europäischen Markt angebunden haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Findet die richten Partner. Mit den richtigen Partnern kann man Berge versetzen. Nehmt euch die Zeit, das perfekte Co-Founding Team zusammenzustellen. Wir haben drei Anläufe gebraucht, den richtigen CTO zu finden. Es hat sich gelohnt.

2. Habt Geduld. Bleibt eurer Vision treu, auch wenn sich rechts und links des Wegs Ablenkungen und scheinbar verlockende Angebote auftun, die aber am Ende kontraproduktiv sind. Geduld wird sich auszahlen.

3. Zeigt Durchhaltevermögen. Stellt euch darauf ein, persönliche Opfer zu bringen, notfalls für eine längere Zeit. Ein Startup zu gründen erfordert euren vollen Einsatz von Anfang an. Aber mit halber Kraft werdet ihr nicht zum Ziel kommen.

Foto: Tilman Schenk/Seapoint

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marco Spies für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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