Flug-Verspaetet.de hilft bei Flugverspätungen und Flugausfällen

Flug-Verspaetet.de hilft bei der Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen gegen die Airlines

Stellen Sie sich und das Unternehmen Flug-Verspaetet.de doch kurz vor!
Mein Name ist Matthias Möller. Ich bin Rechtsanwalt und Leiter der Rechtsabteilung bei Flug-Verspaetet.de. Wir helfen Passagieren, die von Flugverspätungen und Flugausfällen betroffen sind, bei der Durchsetzung ihrer Entschädigungsansprüche gegen die Airlines. Mit Flug-Verspaetet.de können Passagiere bis zu 600 Euro Entschädigung pro Person von der Fluggesellschaft erhalten.Von unseren Büros in Amsterdam und Frankfurt am Main aus bieten wir unseren Service in derzeit 7 Sprachen in ganz Europa an.

Wie ist die Idee zu Flug-Verspaetet.de entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammen gefunden?
Die Idee für Flug-Verspaetet.de ist, wie so häufig, aus der eigenen Betroffenheit heraus entstanden. Unser Mitgründer Tom van Bokhoven war auf dem Rückweg aus dem Sommerurlaub und musste viele Stunden am Flughafen auf seinen verspäteten Rückflug warten. Zuhause recherchierte er über sein Problem und stieß dabei auf die Verordnung (EG) 261/2004, welche Passagieren bei Flugverspätungen und Flugausfällen einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung einräumt. Allerdings erschien es ihm zunächst recht kompliziert, zeitaufwendig und vor allem wenig aussichtsreich, sein Recht gegen die vermeintlich übermächtige Airline durchzusetzen. Im Anschluss entwickelte Tom die Idee für einen Service, der den gesamten Entschädigungsprozess schnell und unkompliziert für den Passagier erledigt.

Kurz darauf lernte Tom seine späteren Mitgründer bei einer Veranstaltung im Amsterdam Center of Entrepreneurship kennen. Gemeinsam entwickelten sie aus der Idee ein Konzept und stellten dieses im Rahmen eines Startup-Wettbewerbs vor. Der Wettbewerb wurde gewonnen, das Feedback war umwerfend und so beschlossen die drei, das Geschäftsmodell in die Tat umzusetzen und gründeten im Jahr 2010 am Standort Amsterdam. Von Amsterdam aus wurden schnell weitere Länder erschlossen. Anfang 2015 haben wir dann ein weiteres Büro in Frankfurt am Main eröffnet, um den strategisch wichtigen deutschen Markt in Angriff zu nehmen. Im Zuge dieser Expansion wurde ich dann zu Flug-Verspaetet.de an Bord geholt.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
In technischer Hinsicht war die Entwicklung des eigenen IT-Systems sicherlich am schwierigsten, da hier teilweise sehr komplexe rechtliche Fallgestaltungen mit großen Quantitäten von Flug- und Wetterdaten und weiteren Informationen verknüpft und ausgewertet werden müssen. Als Nächstes galt es, sich den nötigen Respekt gegenüber den Fluggesellschaften zu verschaffen. Hier war der entscheidende Schritt, dann auch mal für die Kunden vor Gericht zu gehen und die Airlines dort zur Verantwortung zu ziehen. Bei der Gründung im Jahr 2010 fehlte es uns noch am praxiserprobten, juristischen Knowhow – heute verfügen wir über ein eigenes, hochspezialisiertes Legal-Team, das durch ein breit angelegtes Netzwerk von Vertragsanwälten in ganz Europa unterstützt wird.

Auf externe Finanzierung mussten wir nicht zurückgreifen. Durch Wettbewerbe und Events in der Amsterdamer Startup-Szene erhielten wir gleich zu Beginn etwas finanzielle Unterstützung sowie kostenlose Büroflächen für ein Jahr. Zusammen mit dem Geld aus den Gründertaschen kamen wir bis zur Aufnahme der operativen Tätigkeit über die Runden. Es lief von Anfang an sehr gut.

Wie kann der Kunde auf Flug-Verspaetet.de seinen Anspruch einreichen?
Der Kunde kann seinen Anspruch direkt über unsere Webseite einreichen. Hierzu müssen lediglich das Flugdatum und die Flugnummer in den Entschädigungsrechner eingegeben sowie ein paar kurze Fragen beantwortet werden. Der gesamte Vorgang dauert etwa 3 Minuten. Ab dann übernehmen wir und der Kunde kann sich entspannt zurücklehnen und uns die Arbeit machen lassen.

Welche Ansprüche können eingereicht werden?
Wir setzen für unsere Kunden ausschließlich Ansprüche unter der Fluggastrechteverordnung durch. Das sind Ansprüche wegen Flugverspätungen (ab 3 Stunden), annullierten Flügen sowie bei Beförderungsverweigerung. Zudem sorgen wir für die Erstattung von zusätzlichen Kosten für Unterkunft, Transfer und Verpflegung, die den Passagieren im Zusammenhang mit ihrem Flugproblem entstanden sind. Um in den Anwendungsbereich der Verordnung zu gelangen, muss der betroffene Flug entweder in der EU gestartet oder in der EU gelandet sein. Entscheidend für die Höhe der Entschädigung ist nicht der Ticketpreis, sondern einzig die Länge der Flugstrecke. Passagiere können je nach Flugdistanz 250 EUR (bis zu 1.500 km), 400 EUR (1.500-3.500 km) oder 600 EUR (über 3.500 km) pro Person beanspruchen.

Wie lange dauert es, bis der Anspruch überprüft wird und bis wann kann der Kunde dann mit der Entschädigung rechnen?
Eine erste unverbindliche und kostenlose Einschätzung erhält der Kunde bereits direkt nach der Eingabe seiner Flugdaten in den Entschädigungsrechner auf unserer Webseite. Im nächsten Schritt kann der Kunde seinen Anspruch bei uns einreichen. Innerhalb von 24 Stunden (an Werktagen) führen wir eine detaillierte Prüfung des Falles durch, in deren Verlauf wir u.a. Flug- und Wetterdaten auswerten sowie die rechtlichen Voraussetzungen der Verordnung und einschlägiges nationales sowie europäisches Fallrecht prüfen. Im Anschluss teilen wir dem Kunden unser Ergebnis mit und, soweit Aussicht auf Erfolg besteht, machen uns sofort an die Arbeit.

Die Zeitspanne vom Einreichen eines Anspruchs bis zur Auszahlung der Entschädigung variiert von Fall zu Fall und hängt maßgeblich von der Verteidigungstaktik der jeweiligen Fluggesellschaft ab. Mittlerweile haben die meisten Airlines eingesehen, dass wir es ernst meinen und dass wir für unsere Kunden ohne zu zögern auch vor Gericht ziehen. Letztlich müssen wir dadurch nur in den wenigsten Fällen tatsächlich klagen und können die Entschädigung häufig bereits außergerichtlich in etwa anderthalb bis zwei Monaten durchsetzen. Leider gibt es aber immer noch einige Hardliner unter den Fluggesellschaften, die wir jedes Mal aufs Neue verklagen müssen. Die Gerichtsverfahren gewinnen wir dann meistens recht schnell, aber man will, dass wir die Extrameile gehen und uns die Arbeit machen. Bei Fällen mit anschließendem Gerichtsverfahren können durchaus mal 4-7 Monate ins Land ziehen, bis der Kunde die Entschädigung auf dem Bankkonto sieht. Erfreulicherweise ist das aber die Ausnahme.

Flug-Verspaetet.de,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, alle Passagiere über ihre Rechte aufzuklären und ihnen zugleich die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Rechte auch tatsächlich gegen die Fluggesellschaften durchsetzen zu können. Deshalb wollen wir unseren Service in den Ländern, in denen wir bereits aktiv sind, weiter ausbauen und uns sukzessiv den Marktzugang in weiteren EU-Ländern erschließen. In 5 Jahren wollen wir der größte Dienstleister im Bereich Fluggastrechte auf dem europäischen Markt sein.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Früh zu gründen ist definitiv ein Vorteil, da der Aufbau eines Unternehmens einem in jeder Hinsicht alles abverlangt. Steckt man erstmal als Verantwortungsträger in festen beruflichen und familiären Strukturen, wird das Einschlagen eines neuen, risikoreichen Wegs zunehmend schwieriger. Wer früh anfängt, kann mehr Fehler machen und dadurch noch mehr aus seinen Fehlern lernen.

Bild: Gründerteam Flug-Verspaetet.de : v.l.n.r.: Bart de Jonge, Tom van Bokhoven, Mario Wester

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Wir bedanken uns bei Matthias Möller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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