Flowtify: Die Lösung für papierloses HACCP

Flowtify ist eine Tablet-basierte Qualitäts- & Hygiene-Management App für die Gastronomie

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Flowtify doch kurz vor!
Mein Name ist Daniel Vollmer. Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Flowtify GmbH und war selber zehn Jahre lang Inhaber eines Cafés mit einem angeschlossenen Nachtclub.
Flowtify ist eine Tablet-basierte Qualitäts- & Hygiene-Management App für die Gastronomie.

Wie ist die Idee zu Flowtify entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee ist aus dem täglichem Stress rund um das Thema Hygiene-Checklisten und allgemeines Qualitätsmanagement entstanden. Unsere HACCP Checklisten waren damals auf Papier, ich konnte nicht nachvollziehen, wann wer was gemacht hatte oder ob er es überhaupt gemacht hatte. Dabei müssen diese Listen täglich, wöchentlich oder monatlich ausgefüllt werden und zu allem Übel noch 5 Jahre archiviert werden. Ich dachte: Das muss einfacher gehen. So entstand die Idee, eine App zu entwickeln.
Ich habe dann Gabriel, einen Stammgast im Club, näher kennengelernt. Er war Entwickler bei einer Firma die sich auf Gastronomie-Apps für namhafte Firmen spezialisiert hat. Er hat den Prototypen gebaut mit dem wir uns zusammen beim Techstars Metro Accelerator beworben haben. Auf dem Weg dahin haben wir noch Parshin an Board geholt, einen ehemaligen Kollegen von Gabriel.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die ersten 20 Tsd Euro für den Prototypen habe ich selbst aus den Mitteln meines Cafés finanziert. Als wir dann beim Techstars Metro Accelerator genommen wurden haben wir genauso wie alle anderen Teams 120 Tsd Euro „Startkapital“ erhalten. Mit dem Geld haben wir dann weiterentwickelt.
Die größte Herausforderung steht uns aktuell bevor. Wir haben die letzten 2 Monate einen Betatest gefahren und sehr sehr viel positives Feedback erhalten. Parallel bekommen wir kontinuierlich Anfragen von Einzelunternehmen bis zu großen Ketten. Nun müssen wir das gewonnen Feedback verarbeiten um die Version 1.0 Anfang April im Google PlayStore zu veröffentlichen. Da wir zur Zeit (noch) ein drei Mann Team sind, können wir nicht so schnell entwickeln wie wir eigentlich wollen. Der Druck zeitnah die Anpassungen zu realisieren für die Version 1.0 ist enorm. Vor allem da die Anfragen täglich mehr werden…

Wer ist die Zielgruppe von Flowtify?
Wir merken die größte Nachfrage kommt von Ketten, Franchising-Konzepten und Gemeinschaftsverpflegern. Auch mal eine Bowling Bahn, eine Bäckerei oder Inhabergeführtes Restaurant sind dabei.
Bei Filialisten ist die Kontrolle durch die Behörden am stärksten. Dort ist aber auch die Erkenntnis am weitesten, dass man klare Strukturen braucht um den gesetzlichen Anforderungen standzuhalten und das man zusammen mit den Mitarbeitern die eigenen Ansprüche tagtäglich aufs neue überprüfen muss.

Wie funktioniert Flowtify?
Flowtify hilft Mitarbeitern unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Wissensstände Aufgaben selbstständig zu erledigen. Auch neue oder noch unerfahrene Mitarbeiter können so die Ihnen übertragenen Tätigkeiten selbstständig und ordnungsgemäß ausführen. Erfahrene Mitarbeiter werden durch Flowtify entlastet, denn „Vergesslichkeit aus Routine“ hat keine Chance mehr. Hierbei ist es egal ob es sich um Hygiene-Checks oder die „Kaugummi-Kontrolle“ unter den Tischen handelt.

Welche Funktionen bietet Flowtify?
Arbeitsaufträge erscheinen Zeitgesteuert auf dem Display des Smartphones oder Tablets. Sie können direkt auf dem Display des Tablet unterschrieben werden. Es können aber auch Temperaturen eingegeben oder Fotos als Nachweis erbracht werden. Flowtify verschickt automatisch Nachrichten wenn Aufgaben nicht ordnungsgemäß erledigt werden konnten, sodass der zuständige Vorgesetzte sofort Korrekturmaßnahmen einleiten kann.
Auch kostenintensive “Mystery-Checks” werden durch regelmäßige Kontrollen reduziert.
Das Browser-basierte Dashboard informiert ebenfalls jeder Zeit über den aktuellen Stand in den einzelnen Betriebsstätten.

Flowtify, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser aktueller Weg geht erst ein mal über mittlere bis große Betriebe um dann in vielleicht eineinhalb Jahren die klassische Inhabergeführte Gastronomie zusätzlich anzusprechen.
Dies ist sicherlich eine sehr ungewohnte Reihenfolge, von groß nach klein, ist aber der Tatsache geschuldet, dass große Betriebe bereits Strukturen und Eigendokumentationen haben. Haben müssen! Hier will man weg vom Papier und hin zu kürzeren Rückmeldezeiten bei Problemen.
Dank des Accelerators haben wir Kontakte zu namenhaften Firmen aufbauen können, die nun mit uns Pilot-Projekte machen: zum Beispiel ein real,- Supermarkt, ein Restaurant im Flughafen Düsseldorf der Marché International, 3 Metro C&C Restaurants oder das Mövenpick Hotel in Berlin um nur ein paar zu nennen.
Die klassische Pizzeria muss erst Strukturen aufbauen. Da können wir zukünftig helfen, aber dafür müssen wir noch besser verstehen was braucht eine Pizzeria, ein Eiscafé oder ein gut bürgerliches Restaurant an Listen.
In Fünf Jahren sehe ich Flowtify in weiten Teilen der EU. Allem voran Frankreich, Schweiz und Österreich.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Seine Idee immer wieder zu hinterfragen. Ist sie wirklich so gut wie man denkt. Ist es Liebhaberei oder kann es ein echtes Geschäftsmodell werden. Und am besten nicht seine Eltern, Freunde oder Bekannten nach einer ehrlichen Einschätzung fragen! Die wenigsten Menschen wollen einen kränken wenn Sie einem sagen was sie wirklich denken…
Geht zu euren zukünftigen Kunden so früh als möglich. Fragt sie was gut oder schlecht ist. Nicht einen, nicht zehn, sondern so viele wie nur irgend möglich! Macht „Problem-“ & „Lösungsinterviews“.
Fragt was Sie bereit sind für eure Idee zu zahlen. Aber hier ist besonders wichtig richtig zu fragen: verzehnfacht den Preis den Ihr realistisch erzielen wollt. Beobachtet wie der potentielle Kunden reagiert. Beobachtet genau! Ihr werdet überrascht sein wie unterschiedlich die Antworten ausfallen werden. Aber nur so bekommt ihr ein Gefühl dafür was sie wirklich bereit sind zu zahlen. Die meisten werden sagen „was 100€ im Monat, also das ist viel zu viel. Pause. Nie würde ich soviel dafür zahlen. 40€, ja das könnte ich mir vorstellen…“ Ihr habt aber eigentlich nur an 10€/Monat gedacht…

Wir bedanken uns bei Daniel Vollmer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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