Macht nur etwas, was ihr selbst auch braucht oder benutzen würdet.

Heute ist Oliver Marquart mit uns im Gespräch. Oliver ist Teil des Teams bei floribus, einem Berliner FinTech-Startup, das die gleichnamige App entwickelt hat. Oliver, was ist floribus?

Floribus ist der erste digitale Vermögensmanager für die Hosentasche.

Und wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine solche App zu entwickeln?
Gerne würden wir eine Geschichte erzählen wie „Einer von uns hat auf dem Klo im Berghain geprahlt, was er für eine geile Penthouse-Wohnung hat – wusste aber nicht, was die wert ist. Da haben wir gesagt – das ändern wir!“ – Eine solche Geschichte ist zwar witzig, würde aber nicht im Geringsten der Wahrheit entsprechen. Tatsächlich haben wir als langjährige Geschäftspartner und Kollegen mal zusammengesessen und uns darüber unterhalten, dass jeder ein eigenes Excel pflegt, um sein „Erspartes für die Zukunft“ zu überblicken. Das hat aber keinen Anschluss ans Bankkonto, und auch Immobilien werden nicht automatisch bewertet. Plötzlich lag die App dann ganz nahe.

Du sprichst über euch als langjährige Geschäftspartner mit ein wenig Wohlstand. Das ist für Start-Upper aber eher ungewöhnlich.
Ja, das stimmt. Wir sind auch keine 22 mehr . Jeder von uns hat bereits eine eigene berufliche Historie, so zwischen 15 und 25 Jahren. Das ist hilfreich, weil wir so in der Lage waren, eine komplexe App in 6 Wochen von Startschuss bis zum Go Live bauen konnten. Auch das Thema Security behandeln wir nicht zum ersten Mal.

Und wie finanziert ihr euch?
Wahren Wohlstand hast du dann, wenn du dich – wie in unserem Fall – um das Thema Monetarisierung am Anfang nicht kümmern musst. Wir haben solide Partner, die uns den Rücken stärken. Das ist insbesondere deswegen wichtig, weil wir ja ein B2C-Geschäftsmodell haben und uns nun erst mal um Nutzer kümmern müssen.

Die Partner möchten aber nicht genannt werden, hast du mir im Vorfeld gesagt.
Das ist richtig. Da sind sie ähnlich wie wir gestrickt. Nicht jeder sucht das Licht der Öffentlichkeit, sondern leistet seinen Beitrag eher in Hintergrund. Das ist ein bisschen so wie bei BMW und Susanne Klatten

Wer ist die Zielgruppe von floribus?
Unsere Zielgruppe sind alle, die in irgendeiner Form Vermögen haben – Geld, Aktien, Autos, Immobilien – und die gerne selbst den Überblick behalten wollen. Wir können zusätzlich unsere Nutzer dabei unterstützen, ihre eigenen Entscheidungen fundiert zu treffen, was sie mit ihrem Vermögen machen wollen, wo sich investieren lohnt und wovon man besser die Finger lässt.

Wie funktioniert floribus?
Ganz einfach: Du verknüpfst die App einfach mit deinen Bankkonten und Wertpapierdepots. Immobilien und weitere Vermögensgegenstände können ebenfalls hinzufügt werden. Floribus hat immer im Blick, wie hoch dein Gesamtvermögen ist. Alle Vermögensgegenstände werden automatisch bewertet. Zukünftig werden Analysen und Empfehlungen gegeben, die dir helfen, dein Vermögen noch besser einzusetzen und zu vermehren. Und das alles ohne einen Berater oder Vermittler. Mehr ist übrigens unter zu finden.

Du hast vorhin von Security gesprochen.
Ja, Security steht neben Usability und Design bei uns in erster Reihe. So sind alle Finanzdaten ausschließlich und verschlüsselt in der App, auf die auch nur der User Zugriff hat – eine Speicherung der Daten auf unseren Servern erfolgt nicht. Neben der Sicherheit ist uns aber auch Datensparsamkeit wichtig. Das wird ja auch von verschiedenen Experten, wie z.B. Peter Schaar (ehem. Bundesbeauftragter für den Datenschutz, Anm. d. Red.) postuliert. Beispielsweise fragen wir an keiner Stelle nach einer Email-Adresse, auch nicht bei der Installation. Die ist für das Nutzenziel auch gar nicht nötig, weil sich kein Nutzer bei uns „registrieren“ muss.

Welche anderen Vorteile bietet floribus?
Floribus emanzipiert den Kunden von Finanzberatern. Denn: Eigentlich ist kaum ein Anbieter am Wohlergehen seiner Finanzkundschaft interessiert. Es sei denn, der Kunde ist bereits sehr vermögend. Was ja meist damit einhergeht, dass er sich gut im Markt auskennt. Wir öffnen nun jedem diese Tür.

Wie ist das Feedback?
Bisher sind wir mit dem Feedback sehr zufrieden, die Nutzer nehmen die App sehr dankbar an. Viele scheinen – ähnlich wie wir selbst – nur darauf gewartet zu haben, dass endlich jemand so eine App anbietet.

Floribus, wo geht der Weg hin? Wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Was Google für die Suche ist, werden wir für Vermögensüberblick und Optimierung sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würdet ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Macht nur etwas, was ihr selbst auch braucht oder benutzen würdet.
2. Time is Money – Geht schnell in den Markt und lernt eure Nutzer kennen.
3. Lasst euch von Zweifeln und Hindernissen niemals aufhalten!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Oliver Marquart für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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