Florian Nöll: Vertraut eurem Instinkt

Treffen Sie Florian Nöll auf dem Startup Summit Südwest

Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz vor!
Florian Nöll: Ich bin Florian Nöll, Seriengründer und Startup-Lobbyist. Ich habe als Schüler meine erste eigene Firma gegründet. 2012 gründete ich den Bundesverband Deutsche Startups e.V mit, das Sprachrohr der Startups in Deutschland. Ich sehe mich als eine Art Dolmetscher zwischen innovativen Unternehmensgründungen und der Politik.

Was machen Sie beruflich?
Florian Nöll: Ich bin Unternehmer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. und ehrenamtlich in vielen weiteren Gremien wie bspw. dem Beirat Junge Digitale Wirtschaft des Bundeswirtschaftsministeriums oder im Vorstand des c_netz.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?
Florian Nöll: Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. Ich bin oft unterwegs und treffe mich Akteuren aus dem Startup-Ökosystem, der Politik und der Verwaltung. Um als Startup-Verband präsent zu sein, sind wir Speaker auf Veranstaltungen und Podien. In manchen Wochen bekommen mich meine Mitarbeiter kaum physisch zu Gesicht, in manchen Wochen verbringe ich mehr Zeit im Büro mit meinen Kollegen, von Zeit zu Zeit auch bis spät in die Nacht. Ich mag die Abwechslung an meinem Job.

Über welches Thema werden Sie auf dem Startup Summit Südwest referieren?
Florian Nöll: Ich darf zwei Prodien moderieren.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Florian Nöll: Das deutsche Startup-Ökosystem ist erwachsen geworden. Akteure wie Politik und etablierte Unternehmen wissen mittlerweile ganz gut, Ausnahmen bestätigen die Regel, was Startups sind und was sie von normalen Unternehmen unterscheidet. Business Angels und Investoren sind zwar immer noch zu wenige vorhanden, doch es gibt wenigstens ein paar. Die Startups stoßen vermehrt in Branchen, welche noch vor ein paar Jahren zu hohe Markteintrittsbarrieren vorwiesen wie bspw. der Energie- Mobilitäts oder HighTech-Markt. Wir erleben weniger Gründungen im E-Commerce, dafür mehr in der Hochtechnologie. Das freut uns sehr!

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Florian Nöll: Das ist eine schwierige Frage, die keine pauschalen Antworten zulässt. Junge Gründer haben meistens den nötigen Mut, Ehrgeiz und Vorstellungskraft ein Startup zu gründen, daran mangelt es nur selten. Worin sie aber aufgrund ihres Alters logischerweise gegenüber erfahrenen Unternehmern im Nachteil sind, ist das Handwerkszeug. Ich rede hier nicht unbedingt nur von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, sondern auch von den sozialen Anforderungen bzw. dem sozialen Kapital. Erfahrene Unternehmer haben ein belastbares Netzwerk, kennen Kunden, Lieferanten, Wettbewerber, relevanter Akteure der Politik und Verwaltung oft persönlich, haben einen kurzen Draht zu ihnen. Junge Gründer müssen sich in kurzer Zeit ein ähnliches Netzwerk aufbauen, um nachhaltig mit den etablierten konkurrieren zu können. Es wäre ein Fehler, wenn sich junge Gründer ausschließlich mit sich beschäftigen und kein Netzwerk zu den Stakeholdern und anderen Startups aufbauen würden.

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Florian Nöll: Politisches Framing von Elisabeth Welling.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Florian Nöll: Ich engagiere mich weiterhin in und für die dynamisch wachsende Startup Industrie. Die deutschen Startups sind fester Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens, ihr volkswirtschaftliches Gewicht entspricht ihrem jetzigen Potential. Der Startup-Verband hat noch mehr Mitglieder und kann die Interessen der deutschen Startups noch effektiver vertreten als jetzt schon. Ich freue mich weiterhin jeden Tag, Vorsitzender des besten Verbandes der Welt zu sein.

Welche 3 Tipps würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?
1. Vertraut eurem Instinkt. Keiner kennt euer Produkt besser als ihr selbst, hat auch nur annähernd so viel Zeit damit verbracht es zu verbessern. Hört also nicht auf jeden gut gemeinten aber schlechten Ratschlag. Verwechselt das aber nicht Beratungsresistenz.

2. Habt keine Angst Pläne zu verändern oder in den Wind zu schlagen. Nicht ist gewiss außer die stete Veränderung. Das gilt auch für euer Produkt, euren Markt und den Match zwischen beiden. Wenn ihr merkt, dass es nicht funktioniert: Fangt von vorne an und haltet auch nicht an etwas fest das nicht funktioniert, nur weil ihr schon viel Arbeit reingesteckt habt.

3. Seid hartnäckig. Kaum etwas ist so intensiv und anstrengend wie die Gründungsphase eines Startups. Es gibt keine Blueprints für das, was ihr vorhabt. Vieles ist mühselig und geht schief. Das, was euch zum Erfolg bringen wird ist das Dabeibleiben.

Wir bedanken uns bei Floiran Nöll für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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