Kleine Teams und klare Verantwortlichkeiten herstellen

flitz: Studenten für kleine und größere Aufträge finden

Stellen Sie sich und das Startup flitz doch kurz unseren Lesern vor!
flitz ist eine online-Plattform, auf der private und gewerbliche Auftraggeber kleine und größere Jobs für Studenten einstellen können. Studenten in der Umgebung werden per App benachrichtigt, wenn es neue Jobs gibt und können sich mit einem Klick darauf bewerben. flitz nimmt beiden Parteien dabei den Papierkram ab, wickelt die Zahlung ab und generiert automatische Rechnungen.

Wie ist die Idee zu flitz entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Die Idee ist aus der Tatsache entstanden, dass wir als Studenten an Weihnachten, bzw. eigentlich immer, wenn wir auf Besuch bei den Eltern waren, als erstes sämtliche IT-Probleme unserer Eltern lösen durften: WLAN und den Drucker einrichten, den Fernseher mit dem Internet verbinden, solche Sachen. Da kam die Frage auf: wer macht das eigentlich, wenn wir nicht da sind? Richtig. Niemand. Im Kopf entstand dann der erste Entwurf einer Plattform, auf der sich Menschen treffen die Hilfe benötigen und Studenten die Hilfe bieten (und Geld benötigen). Wir haben das Ganze dann einem Unternehmer in Bayreuth vorgestellt, er fand das Konzept super und hat sich bereit erklärt uns mit einem Seed-Investment zu unterstützen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war, ein System aus Website und Apps zu schaffen, das einerseits für den Auftraggeber im Alter von 45+ intuitiv genug und andererseits für den Studenten attraktiv genug ist. Im Hinblick auf digitale Fähigkeiten haben wir zwei grundverschiedene Zielgruppen.
Neben dem bereits erwähnten Seed-Investment kamen noch drei Gesellschafter aus dem Bekanntenkreis des Seed-Finanziers ins Boot. Darüber hinaus konnten wir gegen Ende 2016 einen externen Investor aus Zürich für uns gewinnen.

Wer ist die Zielgruppe von flitz?
Auf der Auftraggeber-Seite arbeiten wir sowohl mit Privatleuten als auch mit Gewerbetreibenden zusammen. Der Prozess, den wir entworfen haben, ist für beide Kundengruppen gültig. Lediglich die Registrierung unterscheidet sich, da die Rechnung für Gewerbekundenauf den Firmennamen ausgestellt sein muss, um steuerlich verwendbar zu sein.

Auf der anderen Seite der Plattform stehen die Studenten. Zwei Drittel der fast drei Mio. Studenten in Deutschland arbeiten neben dem Studium. Dabei ist es unerheblich, ob sie sich ihren kompletten Lebensunterhalt finanzieren oder nur etwas dazu verdienen, ob es sich um Studenten einer Universität oder einer Fachhochschule handelt und ob die Studenten einen Bachelor-, Master-, oder irgendeinen anderen Abschluss anstreben.

Wie funktioniert flitz?
Beide Parteien registrieren sich auf flitz-student.de. Der Auftraggeber gibt einen Job ein, komplett mit Honorar, Zeitpunkt, Beschreibung, Bild und Anforderungen. Er legt also die Parameter des Auftrags selbst fest. Registrierte Studenten erhalten nach der Veröffentlichung eine Push-Nachricht über unsere App, dass es einen neuen Auftrag gibt. Interessierte Studenten bewerben sich mit ihrem flitz-Profil beim Auftraggeber. Bei der Buchung entrichtet der Auftraggeber eine kleine Provision an flitz, zwischen 1,99 und 4,99€, je nach Auftragswert. Darin ist bereits die Haftpflichtversicherung des Studenten enthalten, falls während dem Auftrag etwas zu Bruch gehen sollte. Danach wird der Auftrag vor Ort ausgeführt. Der Student erhält sein Geld in bar. Den Erhalt des Geldes bestätigt er in der App und das löst die automatische Rechnung an den Auftraggeber aus. Fertig.

Welche Vorteile haben Studenten und wie können Sie sich eintragen?
Studenten haben durch flitz den Vorteil, flexibel und abwechslungsreich arbeiten zu können. Sollte jemand gerade viel Zeit neben dem Studium haben, kann er viele Aufträge ausführen. Sollten Klausuren und Hausarbeiten anstehen, kann er weniger arbeiten. Zudem ermöglicht flitz den Studenten, mit ihren individuellen Kompetenzen Geld zu verdienen und nicht zu einer festen Tageszeit bei stupider Arbeit Gläser schleppen zu müssen.

Wie findet man den passenden Studenten?
Indem man einen Auftrag einstellt und wartet, wer sich bewirbt. Studenten bringen sich ja auch in eine extrem unangenehme Lage, wenn sie sich für Jobs bewerben, die sich gar nicht können. So einen Fall hatten wir bislang noch nicht.

Für welche Arbeiten findet man Studenten auf flitz?
Wir sagen immer „für alles was legal und moralisch vertretbar ist“. Nein im Ernst: die klassischen Studentenjobs wie Nachhilfe, Babysitting, Umzüge und dergleichen haben auch bei uns einen ganz wichtigen Platz. Wir freuen uns immer am meisten, wenn Know-how-intensive Dienstleistungen wie Sprach-und Musikunterricht, IT-Hilfe, Übersetzungen und Analysen von komplexen Sachverhalten gesucht werden. Diese Art von Jobs hatten wir im Sinn, als wir flitz gegründet haben.

flitz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren? Entweder in der Breite oder nirgendwo. flitz ist ein Geschäftsmodell, das auf Masse ausgelegt ist. Sollten wir es nicht schaffen, diese Masse an vermittelten Aufträgen zu erreichen, funktioniert das Modell nicht. Gerade auf Seiten der Gewerbekunden gibt es aber zahlreiche sekundäre Erlösmodelle, mit denen man den Umsatz ankurbeln kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Kleine Teams und klare Verantwortlichkeiten herstellen
2. Nach jeder Woche zurückschauen und fragen: passt das noch zu unserem Kerngedanken?
3. Niemals aufgeben. Die Hochs werden hoch und die Tiefs werden tief sein. Das stresst.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nicolas Sievers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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