Finnest: Crowdfunding Plattform für KMU-Finanzierung

Finnest Investoren nennen die Beträge, die sie investieren wollen und die Zinsen – das Unternehmen wählt dann den Betrag und damit das Zinsniveau

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Finnest doch kurz vor!
Finnest betreibt die erste Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum, die sich auf KMU-Finanzierungen spezialisiert hat. Wir adressieren nur langjährig etablierte Unternehmen mit mehreren Millionen Euro Jahresumsatz und einer soliden Historie, keine Startups. Die typischen Volumina liegen zwischen 0,5 und mehreren Millionen Euro.
Gegründet wurde Finnest von einem erfahrenen Banker (Leiter der Anzug-Fraktion) und einem Online-Experten (Leiter der T-Shirt-Fraktion), um in Zeiten der Kreditklemme und des Nullzinsumfeldes sowohl Unternehmen, die eine Alternative zu ihrer Hausbank suchen, als auch Investoren, die die Niedrigstzinsen der Banken satt haben, ein attraktives Angebot zu bieten.

Wie ist die Idee zu Finnest entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Zuerst war der Markt: Günther Lindenlaub, der ex-Banker, hatte erkannt, dass gerade mittelständische Unternehmen einen massiven Bedarf an Finanzierungsalternativen haben, den herkömmliche Banken nicht bedienen. Und dann kam das Produkt: Über gemeinsame Bekannte stieß er auf Joerg Bartussek, den Onliner, der diese Idee ins Internet brachte.
Als Team ergänzen wir uns perfekt: FinTechs brauchen Erfahrung aus beiden Welten, der Finanz- und der Onlinebranche. Strategisch sind wir zu 100% auf einer Linie, im Day-to-Day Life haben wir unterschiedliche Ansätze. Gerade das ist aber für eine Plattform wie www.finnest.at ideal. Denn nur mit der Kombination aus tiefem Know-How um Finanzen mit klaren Vorstellungen zu Usability und technischen Frameworks fliegt so etwas.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Plattform ist nach dem sogenannten Alternativfinanzierungsgesetz lizensiert. Und wie das bei Gesetzen so ist, alles dauert immer viel länger als erhofft. Das war auch bei uns so. Wir haben die Zeit bis zum Inkrafttreten des Gesetzes gut genutzt, um eine Weltklasse-Plattform zu bauen. Aber das Warten war mühsam.
www.finnest.at wurde vom führenden österreichischen Frühphaseninvestor, Speedinvest, und aus Eigenmitteln der Gründer finanziert. Ganz klassisches Bootstrapping.

Was unterscheidet Finnest von anderen Crowdfunding Plattformen?
Als First Mover sind wir strategisch gut positioniert. Wir haben drei USPs:
Erstens: Den Zielmarkt. Ganz klarer Fokus auf etablierten KMU, keine Startups.
Zweitens: Das Team. Man braucht schon einiges an „Grey Hair“, um mit einem mittelständischen Familienunternehmer zweiter Generation seinen Finanzierungsmix zu besprechen.
Drittens: Den Ablauf, eine Art Reverse Blind Auction. Finnest hat das sogenannte „Tender“-Verfahren der österr. Bundesfinanzierungs-Agentur weiterentwickelt: Die Investoren nennen die Beträge, die sie investieren wollen und die Zinsen, die sie mindestens erwarten. Das Unternehmen wählt dann den Betrag und damit das Zinsniveau.

Wie funktioniert Finnest?
In der Vorbereitungsphase (2 Wochen) prüfen unsere Experten – mit insgesamt 6 Jahrzehnten Banking-Erfahrung – das Unternehmen auf Herz und Nieren. Aktuell lehnen wir für jedes Unternehmen, das eine Transaktion macht, ca. 50 andere ab. Dann folgt die Bieter-Phase: Ein Monat lang können potenzielle Investoren aktuellste Dokumente des Unternehmens in einem unserer Datenräume sichten. Nach Abschluss der Bieter-Phase kann das Unternehmen selbst den Betrag und damit das Zinsniveau wählen, z.B. 5%. Alle Geldgeber, die 5%oder weniger(!) verlangt hatten, erhalten nun einheitlich 5%.Die Verträge werden in Echtzeit erstellt und das Geld fließt direkt von den Investoren ans Unternehmen.

Finnest, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir werden für erfolgreiche KMU eine unverzichtbare Alternative zum althergebrachten Bankkredit sein. Aus Investorensicht werden wir eine neue Anlageklasse etabliert haben, eine moderne Alternative zu Sparbuch, Gold & Co.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Es gibt schon so viele Tipps da draußen. Da braucht es nicht auch noch unseren „Senf“ 😉

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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