FIM erfindet sich neu

FIM Frauen im Management das erfolgreiche Frauennetzwerk erarbeitet Vereinsleitbild: Gegen Vereinsmeierei, für die Zukunft von Frauen in Führungspositionen

Zwanzig Frauen aus ganz Deutschland trafen sich in Stuttgart, um über Werte zu sprechen und ihr Vereinsleitbild neu zu definieren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass den deutschen Vereinen der Nachwuchs ausgeht. Zwar gibt es immer mehr Vereine, aber seit Jahren sinkt die Zahl der Mitglieder. Der demografische Wandel aber auch andere Lebensmodelle stellen die traditionelle Vereinsarbeit auf den Prüfstand.

Der FIM  e. V. hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein Türöffner für Frauen zu sein – gesellschaftspolitische Anstöße zu geben und die Karrieren der Frauen zu fördern. Ein Thema, das heute in aller Munde ist, vor 30 Jahren noch in den Anfängen steckte und lange nicht in der öffentlichen Aufmerksamkeit war.

Zeit also, über gemeinsame Visionen, Missionen und Werte als Basis für die nächsten Jahre nachzudenken. Die recht junge Regionalgruppe Stuttgart spielt dabei eine Vorreiterrolle. Die fleißigen Damen aus dem Ländle hatten bereits knapp zwei Jahre nach der Gründung über ihr Leitbild diskutiert: „Im Prinzip haben Vereine ähnliche Themen wie Unternehmen: Überalterung durch die demografischen Veränderungen, heterogene Wünsche und Ziele älterer und jüngerer Mitglieder, Kulturunterschiede, …“, erklärt die Management-Beraterin und FIM Mitglied Karin Bacher. Sie leitet sowohl den Prozess in ihrer Regionalgruppe als auch den deutschlandweiten. Sie ergänzt: „Dazu kommt die wachsende Zeitkonkurrenz zwischen Berufsleben, Familie, Freunden, moderne Mediennutzung, Hobbies und Mußebedürfnissen. Vereine müssen sich also wie Unternehmen auf Paradigmenwechsel und neue Lebensmodelle einstellen.“

Die Regionalleiterin FIM Stuttgart, Claudia Tuchscherer, erkannte schon vor der Gründung vor drei Jahren, dass sie erfolgreiche Frauen in ihrem Gebiet nicht mit Vereinsmeierei sondern mit inhaltlich wertvollen Veranstaltungsangeboten und einer zwischenmenschlich positiven Atmosphäre für ein ehrenamtliches Engagement begeistern muss: „Ohne eindeutige Ausrichtung und einer zielgerichteten Vorgehensweise klappt ein moderner Verein nicht. Sind zum Beispiel die Werte klar definiert, gibt es nicht jedes Mal Diskussionen, ob wir jemanden aufnehmen oder nicht oder wie wir mit bestimmten Situationen umgehen sollen. Es gibt klare Vorgaben, damit wir Frauen uns auf Augenhöhe austauschen und gemeinsam Ziele erreichen können. Dabei lassen wir viel Spielraum und Flexibilität – denn keine von uns will und kann zu Zwangsterminen erscheinen.“

Ein Vereinsleitbild zu entwickeln ist ein Prozess und FIM ist mittendrin. Neulich in Stuttgart und davor in Hamburg haben zwanzig Managerinnen aus Deutschland sich jeweils ein komplettes Wochenende freigenommen, um über ihre Vereinsvisionen und Werte zu diskutieren. Dies benötigt keine weiteren Worte. Herausgekommen ist ein Leitbild mit einem übergeordneten Ziel (Vision), klar definierter Mission und fünf Werten, die gelebt werden sollen. Das konkrete Ergebnis wird im April bei der nächsten Mitgliederversammlung ausformuliert und grafisch gestaltet vom bundesweiten Vorstand präsentiert. Selbstverständlich unter Mitnahme aller Mitglieder, die jetzt bereits über die Ergebnisse mitdiskutieren. Soviel sei jetzt schon verraten: Einer der Werte ist Qualität.

Bild: FIM e.V.

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