Keep calm and carry on, maybe a bit faster now

Fashwell analysiert Fashion-Produkte auf Social Media Streams

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Fashwell doch kurz vor unseren Lesern vor!
Fashwell ist ein Fashion-Tech Startup aus Zürich, spezialisiert auf die automatische Analyse von Fashion Bildern und deren Produkten auf Social Media. Wir entwickeln intelligente Algorithmen, welche Fashion-Produkte in Bildern automatisch kaufbar machen und Trends erkennen. Unser Team besteht derzeit aus 12 Ingenieuren und Mode-Experten, also dem perfekten Mix zwischen Mode- und Technologie, oder wie wir sagen: aus Fashionistas und Nerds.

Wie ist die Idee zu Fashwell entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Gründer Matthias, Lukas und Michael, haben sich während ihrer Zeit am Institut für Bildverarbeitung an der ETH Zürich kennen gelernt. Das Problem, dass man zwar in Social Media inspiriert wird aber nichts kaufen kann, brachte Sneakersammler Matthias auf die Idee, das Resultat seiner Forschung auf diese Domäne auszuweiten. Nachdem er auch Lukas und Michael von der Idee überzeugen konnte, arbeiten die drei seit 2014 Vollzeit an ihrer Vision jedes Fashion Produkt auf allen Bildern zu erkennen.

Wie funktioniert Fashwell?
Fashwell analysiert Fashion-Produkte auf Social Media Streams und verlinkt sie zu Produkten in Online-Shops, verbindet also diese beiden Welten. Dabei ermöglichen wir es Endkonsumenten auf der einen Seite, direkt das zu kaufen was sie zum Beispiel auf Instagram sehen. Auf der anderen Seite helfen wir Online-Shops und Marken, ihre Produkte über die bisher unzugängliche Inspirationsquelle Social Media zu verkaufen und “user generated content” in ihren Shop einzubauen. Dank unserer Technologie werden wir in Zukunft auch Trends und Styles frühzeitig erkennen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Es gab einige große Hürden. Die größte Herausforderung war, den Überblick über die Vielfallt der Kategorien bei Damenhandtaschen zu behalten 🙂 Scherz beiseite, aber die Feinheiten von Mode einem Computer beizubringen war nicht ganz so einfach und hat extrem viele Arbeitsstunden und Trainingsdaten benötigt.
Eine andere Herausforderungen bis jetzt war Kunden und Investoren zu überzeugen, dass man als kleines europäisches Startup mit den größeren und deutlich besser finanzierten Startup’s aus Kalifornien konkurrieren kann.
Wir sitzen in Zürich und haben dadurch neben vielen Vorteilen auch einige teure Nachteile: Bürofläche, Lohnkosten und Visas. Das initiale Startkapital kam zwar von den Gründern und der ETH Zurich aber wir mussten uns sicherlich auch wegen unserem Standortes recht schnell extern finanzieren.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Angefangen haben wir in einem kleinen Labor an der ETH Zürich wo wir auch schon die ersten zwei Mitarbeiter einstellen konnten. Im letzten Jahr hatten wir die Möglichkeiten das Team zu vergrößern und eigene Büroräumlickeiten zu beziehen.
Stolz sind wir vorallem auf unser Team und die erzielten Fortschritte in der Technologie. Diese wären sicherlich nicht denkbar gewesen ohne unseren starker Fokus auf Fashion, die Nähe zur Forschung und die generellen Fortschritte im Bereich Deep Learning.

Welche Wege gehen Sie, um Ihr Startup am Markt zu etablieren?
Neben der Teilnahme an Tech-Talks, Startup-Events, Fashion-Tech-Konferenzen und verschiedenen Wettbewerben sind PR und Social Media wichtige Kanäle für uns. Das Ziel für uns ist aber letzten Endes die Qualität unserer Lösungen und somit zufriedene Kunden.

Wer ist die Zielgruppe von Fashwell?
Fashwell arbeitet daran den Fashion Content auf Social Media näher an den Commerce zu bringen, deshalb gehören zu unserer Zielgruppe neben Marken, Onlineshops und Blogger auch online-/ mobile-shopping affine Digital Natives.

Fashwell, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Sicherlich wollen wir noch etwas wachsen und unsere Technologie weiter perfektionieren.
Langfristig ist unsere Vision, alle Bilder zu analysieren und so zum persönlichen Shopping-Assistenten und gleichzeitig die Intelligenz-Plattform für die Fashionindustrie zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Fokus, Flexibilität und gute Advisors sind sicher wichtige Faktoren. Die Balance zwischen Fokus und Flexibilität zu finden, ist dann auch nicht immer einfach. Wir waren anfangs auf vielen Startup-Events und haben dadurch einige Business Angels, Advisors, Investoren und Entrepreneurs aus ganz Europa kennengelernt. Alle haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und favorisieren unterschiedliche Strategien, Use-Cases und Produkte.
Entscheidet euch, welchen Leuten ihr vertraut und fokussiert euch mit ihnen auf einen Weg mit einem klar definierten Ziel. Wichtig ist es aber auch, öfters mal die Strategie zu hinterfragen und dann die Flexibilität und den Mut zu haben, das bisherige Ziel gegebenenfalls anzupassen.
Keine Idee ist einzigartig und es wird immer Konkurrenten geben. Sprecht mit euren Konkurrenten, beide können voneinander lernen und last but not least: bleibt dennoch fokussiert. Oder wie sich einer unserer Advisors sich zu diesem Thema mal geäußert hat: “Keep calm and carry on, maybe a bit faster now”.

PHOTO: JORMA MUELLER PHOTOGRAPHY VON LINKS: MATTHIAS DANTONE, LUKAS BOSSARD, MICHAEL EMMERSBERGER

 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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