Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

FAIRLING ist ein Tool, das Marken und Einzelhändler anhand diverser Kriterien und Faktoren „matcht“

Stellen Sie sich und das Startup FAIRLING doch kurz unseren Lesern vor!
FAIRLING ist eine neuartige Online-Messeplattform, die seit ihrem offiziellen Launch in 03/17 aktuell rund 1.000 inhabergeführte Läden in Hamburg, Berlin, Köln & München mit den passenden Produkten von aktuell etwa 300 internationalen Herstellern zusammenbringt. Das Ziel ist es auf der einen Seite die Einzelhändler im Zeitalter von Amazon & Co. Zu stärken und sie bei der Gestaltung eines individuellen, wettbewerbsfähigen & attraktiven Sortiments zu unterstützen. Auf der anderen Seite wird der Aufwand für Marken ihre Produkte im Einzelhandel anzubieten dramatisch reduziert und so ein neuer, schnellerer und günstigerer Weg vom Hersteller zum Handel geschaffen.

Für den B2B-Handel dient FAIRLING somit erstmals als digitale Alternative zu klassischen Offline-Messen und will so eine standortunabhängige, kostengünstige und digital messbare Kundengewinnungsmaßnahme für Marken darstellen. Für den Einzelhandel bietet FAIRLING einen Blick über den Tellerrand der üblichen regional erreichbaren Messen und will auf diese Weise eine große Einkaufsvielfalt gewährleisten, die individuelle inhabergeführte Geschäfte in puncto Differenzierung und Wettbewerbsfähigkeit unterstützt.

Hinter dem Projekt steht die Local Shopping App & Community FINDELING, die 2016 knapp 200.000 Usern das gezielte Finden von passenden lokalen Einkaufsmöglichkeiten anhand einer Produkt- und Markensuchmaschine sowie der einzigartigen “Shop Recommender”-Technologie ermöglichte. Das Motto dahinter: “Buy Local!”. Für 2017 sind weitere Standorte in Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf geplant.

Wie ist die Idee zu FAIRLING entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Bei FINDELING arbeiten wir sehr eng mit den lokalen Geschäften zusammen und betreuen sie bei wichtigen Fragen rund um digitale Themen, Marketing und Strategie. Dazu zählt auch der sehr wichtige Faktor eines handverlesenen, stimmigen Warensortiments, das inhabergeführte Geschäfte von großen Ketten und Warenhäusern differenzieren soll. Ein Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit wird somit auch durch den Bereich des Einkaufs, d.h. die Auswahl der Produkte und Marken für das Ladengeschäfts, beeinflusst.

Zusätzlich konnten wir eine starke Nachfrage von Seiten der Hersteller und Marken verzeichnen. Diese sprachen uns an, ob wir ihnen bei der Vernetzung zu den passenden Verkaufsstellen behilflich sein könnten. Aus diesem Bedarf haben wir FAIRLING und seine Funktionen abgeleitet, die ein gezieltes „Matchen“ von Labels und Einzelhändlern ermöglichen.

Wir haben vor unseren gemeinsamen Projekten Findeling und Fairling bereits unseren Master zusammen absolviert und damals sowohl in Uni-Projekten als auch unserer kleinen Selbstständigkeit als Werbeagentur festgestellt, dass wir uns sehr gut ergänzen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
FAIRLING wurde als Tochterfirma der Findeling GmbH gegründet, über deren Umsätze wir die Entwicklung und Vermarktung gewährleisten konnten. Da wir mit einem digitalen Produkt mit sehr guter Marge arbeiten, können wir seit unserem offiziellen Launch profitabel arbeiten.
Die größte Herausforderung war es anfangs die Marken davon zu überzeugen, dass es noch andere Wege der B2B Vermarktung gibt als herkömmliche Messen oder Direktvertrieb. Da wir einen ganz neuen Vertriebskanal anbieten, mussten wir bei unseren ersten Kunden viel Überzeugungsarbeit leisten. Deshalb waren diese meist eher jüngere, innovativere Marken. Mittlerweile arbeiten wir aber vom jungen Startup bis hin zum lange erfolgreichen Mittelständler mit vielen zusammen.

Wer ist die Zielgruppe von FAIRLING?
Mit FAIRLING sprechen wir nationale sowie internationale Lifestyle-Labels an, die eine spezielle, selektierte Vertriebsstrategie verfolgen und ihr Retail-Netzwerk in Deutschland ausbauen möchten. Es handelt sich hierbei meist um Marken mit einer sehr zielgerichteten Markenstrategie, die nicht „einfach nur verkaufen“ wollen, sondern zielgerichtet die passenden Partner, Wiederverkäufer und Multiplikatoren suchen. Wir unterstützen bei der Verknüpfung zu den passenden Händlern und somit auch beim Aufbau und der Bildung einer gezielten Markenstrategie.
Es hat sich außerdem gezeigt, dass viele Retail-Sales-Agenturen FAIRLING als unterstützendes Werkzeug benutzen um so auf der einen Seite neue Leads zu generieren, auf der anderen Seite aber auch einfach die Bekanntheit bei potenziellen Wiederverkäufern vor und nach den Messen zu erhöhen.

Wie funktioniert FAIRLING?
FAIRLING ist ein Tool, das Marken und Einzelhändler anhand diverser Kriterien und Faktoren „matcht“ – damit zusammenkommt, was zusammengehört. Hersteller können bei FAIRLING Annoncen an eine bestimmte Zielgruppe von Einzelhändlern schicken und sich ihnen so präsentieren. Eine mögliche Strategie wäre z.B. alle Fair-Fashion-Stores in Berlin und München zu „targeten“, die sich in einer gewissen Stilrichtung und einem bestimmten Preisniveau bewegen. Auf diese Weise schließen wir eine Lücke im B2B-Bereich, die B2C-Online-Werbemaßnahmen wie z.B. Facebook oder Instagram Kampagnen nicht füllen können.

Welche Vorteile bietet FAIRLING?
Im Vergleich zu klassischen Offline-Messen bietet FAIRLING eine deutlich höhere geographische Reichweite und erlaubt eine zielgerichtete, selektive Ansprache. Als digitales Produkt erlaubt es FAIRLING außerdem, die Erfolge anhand verschiedenster Kennzahlen exakt auszuwerten und Maßnahmen miteinander zu vergleichen.

Nicht zuletzt wächst unser Portfolio an Geschäften schnell und bleibt ständig aktuell. Sollte ein Geschäft einmal schließen bemerken wir dies meist sofort und erfahren auch wöchentlich von Neueröffnungen.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback der Kunden ist bisher größtenteils aufgeschlossen und positiv. Wir konnten viele Labels sehr erfolgreich in unseren kooperierenden Concept-Stores und Boutiquen unterbringen, das Konzept geht also auf. Trotzdem: Konstruktive Kritik nehmen wir als junges Unternehmen als Chance war, unser Produkt stetig weiterzuentwickeln. Etwa alle vier Wochen gibt es ein neues Update, das direktes Feedback von Hersteller sowieso auch Händlerseite umgesetzt hat. FAIRLING hat sein Potenzial somit längst nicht ausgeschöpft – und wir freuen uns sehr, das Tool und Konzept in Zukunft weiterzudenken und zu optimieren.

FAIRLING, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren sehen wir uns als digitale Ergänzung und Alternative zur klassischen, standortgebundenen Messe und möchten bis dahin mehrere tausend Marken erfolgreich mit zehntausenden neuen Handelspartnern verknüpft wissen. Wir werden außerdem nicht mehr nur noch mit Einzelhändlern in Deutschland, sondern in ganz Europa zusammenarbeiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Einfach mal machen – oder auch „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Unabhängig davon, wie viel man forscht, Marktzahlen wälzt oder Strategien ausarbeitet. Was zählt ist, wie sich das Produkt im tatsächlichen Markt verhält.
2. „Done is better than perfect“ – als StartUp sollte man sich nie in den kleinsten Details verlieren und das Produkt lieber frühstmöglich im Markt platzieren, Feedback einholen und es optimieren.
3. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“: Eine Nische zu bedienen, ist nicht unbedingt negativ – wer sofort den ganzen Markt bedienen und ein „Allrounder“ sein möchte, bleibt oft auf der Strecke. Aus diesem Grund sprechen wir Marken ganz gezielt an, wenn wir glauben, dass sie wirklich zu unserem Netzwerk aus „kleinen, mit Herz geführten Local Stores“ passen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian Schneider für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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