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fairjeans: Die Zeit ist reif für faire Jeans

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen fairjeans doch kurz unseren Lesern vor!
„Die Zeit ist reif für faire Jeans!“ – davon sind wir überzeugt und haben ein nachhaltig hergestelltes Jeansmodell für Herren auf den Markt gebracht. Die Jeans wird unter fairen Bedingungen für Mensch und Umwelt in Europa produziert.

Wie ist die Idee zu fairjeans entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Walter Blauth: Ich war von Anfang an dabei. Die Idee der fairjeans kam durch die immer wieder in Fernsehberichten gezeigten schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Asien zustande. Wir beschlossen, dasses dazu eine Alternative geben müsse. 2014 gab es ein Crowdfunding mit viel Präsenz in der regionalen Presse, wodurch Miriam Henninger auf uns aufmerksam wurde und zum Team stieß. Bei den anderen Teammitgliedern kamen private Veränderungen und wir waren dann schnell nur noch zu zweit. Durch unsere Berufserfahrung haben wir uns gut ergänzt. Ich bin Webdesigner und sie Modedesignerin.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Walter Blauth: Zuerst einmal das Crowdfunding, das war schon sehr viel Vorbereitungsarbeit. Ohne die 10000€, die dabei zusammengekommen sind, hätten wir nicht mit so viel Leidenschaft gestartet. Wir haben zwar auch Eigenkapital investiert, aber die Unterstützung der Crowd gibt einen auch die Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Miriam Henninger: Es sind die Herausforderungen, immer wieder zu erkennen, welchen Weg man weiter gehen möchte. Es kommen immer wieder Menschen mit neuen Ideen auf uns zu, das gehört auch ein Stück weit zu unserem Konzept. Aber man muss dann schnell abwägen, um zu erkennen, welche Maßnahmen einen weiter bringen, und was man ablehnt. Sonst verzettelt man sich und vergeudet seine Energien an der falschen Stelle.

Wer ist die Zielgruppe von fairjeans?
Unser Wunschkunde liebt einen ressourcenleichten Lebensstil. Einfach eine gute Jeans, ohne modische Details, das ist für ihn ein Mehrwert. Er musssich in der Hoseausgesprochen wohl fühlen, das betrifft Passform und Aussehen.Unser Kunde geht nicht gerne „shoppen“.Er ist so zufrieden mit der Hose, dass er sich immer wieder das gleiche Modell kaufen wird. Zudem ist ihm natürlich die bio-faire Herstellung wichtig.

Was ist das Besondere an der Jeans?
Sie bedient genau diese Zielgruppe. Sie hat eine klassisch gerade Passform und fühlt sich sehr gut an. Und natürlich die nachhaltigen Produktionsbedingungen. Die fairjeans ist GOTS zertifiziert, d.h. sie wird in allen Produktionsschritten nach strengsten Kriterien unabhängig geprüft. Das betrifft die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter,den umweltfreundlichen Herstellungsprozess und die Schadstofffreiheit der Hose an sich. Mehr Infos zu GOTS gibtes hier: www.global-standard.org

Wo werden die Jeans produziert?
Bei einem deutschen Hersteller in Polen. Wir kennen ihn und seine Mitarbeiter persönlich. Im September waren wir wieder vor Ort um ein Video zu drehen, das bald online geht. Wir waren in der Näherei und in der Wäscherei und wir haben nach wie vor einen sehr guten Eindruck.

Aus welchem Material werden die Jeans gefertigt?
Die fairjeans besteht aus hochwertigem Bio-Baumwoll-Denim aus der Türkei, GOTS zertifiziert. Das beinhaltet z. B. den Anbau aus gentechnikfreiem Saatgut und dasskeine Pestiziden und Entlaubungsmittel zum Einsatz kommen. Beim Anbau von konventioneller Baumwolle wird ein Viertel der weltweit eingesetzten Pestizide verwendet.Deshalb lohnt es sich bei Textilien aus Baumwolle besonders, auf die biologische Herkunft zu achten,

Wie viel kosten Sie und wo kann man Sie kaufen?
Die fairjeans kostet 99 oder 119€, je nach Waschung. Die günstigste ist dabei auch die nachhaltigste Jeans, da sie am wenigsten gewaschen wird. Man bekommt sie im Onlineshop www.fairjeans.de und im Ladengeschäft in Freiburg-Vauban, Vaubanallee 13 a, 79100 Freiburg Mo-Fr 10-13 und 14 bis 18 Uhr, Sa 10-13 Uhr

fairjeans, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Momentan arbeiten wir daran bekannter zu werden. Viele, die von der fairjeans erfahren, finden Produkt und Idee durchweg gut, kaufen die Jeans und sind rundum zufrieden. In fünf Jahren soll in jedem deutschen Kleiderschrank mindestens eine fairjeans liegen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Sich die Zeit nehmen ein gutes Konzept mit handfester Finanzplanung inclusive worst-case-Scenario zu machen. Wir hatten eine sehr gute Gründungsberaterin, die nicht nur unsere Geschäftsidee überprüfte, sondern auch, ob sie zu unserer Persönlichkeit passt.
Wenn möglich einen Proof-Of-Concept machen. Wir wurden 2015 nach Berlin zum Entrepreneurship Summit eingeladen, um unser Geschäftsmodell einmal unter realen Bedingungen zu testen. Das kam genau im richtigen Moment und wir haben den 2. Platz belegt. Das hat uns natürlich sehr bestärkt. Hätte sich niemand für die fairjeans interessiert, hätten wir am Konzept noch etwas verändern müssen.
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Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Miriam Henninger und Walter Blauth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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