Das richtige Team und die Dynamik dahinter entscheiden meist über Erfolg oder Misserfolg eines Startups

eWings bietet eine Softwarelösung zum Buchen und Managen von Flügen, Zugreisen und Hotels

Stellen Sie sich und das Startup eWings doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Thilo Hardt und Gründer von eWings.com, einer übersichtlichen und schnellen Software für Vielflieger zum Buchen von Hotels, Flug- und Zugreisen – und das zu einem fairen monatlichen Fixpreis. Zuvor habe ich im Jahr 2007 Mister Spex mitgegründet.

Wie ist die Idee zu eWings entstanden?
Nach der Zeit bei Mister Spex arbeitete ich in London bei DN Capital, ein Unternehmen, das in Startups investiert. Ich war sowohl privat als auch beruflich sehr viel unterwegs und flog dabei auch meist die gleiche Strecke zwischen Berlin und London. Trotzdem musste ich für die Flugbuchung immer wieder dieselben Daten eingeben, die gleiche Suche durchführen und mich durch die gleichen Seiten voller Werbung scrollen. Daran wollte ich was ändern, und den Prozess angenehmer und schneller gestalten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Zunächst bin ich mit eigenen Mitteln gestartet und habe eine Anschubfinanzierung von Angel Investoren und DN Capital erhalten. Auch der High-Tech Gründerfonds, Kimaventures und FSF Beteiligungen waren vom Konzept begeistert und stiegen mit ein. In diesem Jahr wurde eWings erfolgreich von der Hogg Robinson Group übernommen, damit haben wir einen starken Partner an der Seite und sind für unser weiteres Wachstum bestens aufgestellt.

Die größten Herausforderungen waren sicherlich, die ständigen Höhen und Tiefen zu meistern, denen man als Gründer immer wieder ausgesetzt ist. Es ist eine Achterbahnfahrt, aber genau das macht gründen eben aus. Man muss weitermachen, auch wenn es womöglich gerade schwierig ist. Diese Momente machen aber den Unterschied. Auch der Proof-of-Concept ist eine große Herausforderung, denn man muss erstmal beweisen, dass das Konzept tatsächlich funktioniert und es gegebenenfalls auch anpassen. Mit einem hervorragenden Team schafft man all das, da sind wir glücklicherweise bestens aufgestellt.

Wer ist die Zielgruppe von eWings?
Unser Produkt kann seine Vorteile am besten in kleinen und mittelgroßen Unternehmen ausspielen, in denen mindestens 10 Reisebuchungen im Monat anfallen, wobei nach oben praktisch keine Grenze ist. Wir sind sowohl bei wiederkehrenden innereuropäischen Flügen stark, als auch bei einmaligen eher exotischen Strecken.

Wie funktioniert eWings?
eWings.com bietet eine Softwarelösung zum Buchen und Managen von Flügen, Zugreisen und Hotels. Der Kunde kann die Suchergebnisse auf Basis von verschiedenen Filtern wie Stresslevel, Preis, Abflug, Ankunft und Länge vergleichen und innerhalb kürzester Zeit buchen, da alle Stammdaten wie Name, Bonusmeilen oder Sitzplatzpräferenz hinterlegt werden können.

Welche Vorteile bietet eWings?
Das sind definitiv die immense Zeit- und Preisersparnis, Übersichtlichkeit und Einfachheit der Anwendung. Der Kunde kann sogar nach Stresslevel filtern. Und sind erst mal die Stammdaten für den automatischen Check-In hinterlegt, kann der Kunde seinen Flug sogar schon innerhalb 45 Sekunden buchen. Dabei haben unsere Kunden Zugriff auf die Netto-Tarife der Airlines und können ihre Managementgebühren um bis zu 95% reduzieren. Darüber hinaus bieten wir eine Hotline ohne Warteschleife und verzichten dabei auf ein anonymes Call Center, sondern haben professionelle Reiseverkehrskaufleute im Team, die sich persönlich um unsere Kunden kümmern. Das ist uns wichtig.

Wie ist das Feedback?
Wovon unsere Kunden immer wieder begeistert sind, ist die einfache Nutzung und Übersichtlichkeit, sowohl was den Buchungsprozess an sich betrifft als auch die Verwaltung. Für Unternehmen bedeutet Travel Management viel Aufwand und stellt einen enormen Stressfaktor dar, den wir mit unserer Softwarelösung einfach eliminieren. Wir wachsen kontinuierlich, genauso wie unser Buchungsvolumen und die Kundenzahlen. Einen großen Wert legen wir auf die stetige Verbesserung des Produktes als auch auf die Kundenzufriedenheit, hier konnten wir z.B. im letzten Monat 8,5 (laut NPS Kundenbefragung auf einer Skala von 1 bis 10) erreichen.

eWings, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir entwickeln eWings.com gerade parallel in drei Richtungen. Zum einen bauen wir unsere Präsenz im Heimatmarkt aus. Darüber hinaus erweitern wir das Produkt, um auch internationale Kunden ansprechen zu können. Gleichzeitig wird eWings.com um viele kleine und große Features erweitert.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Es gibt so vieles, da ist es fast schon schwierig, dies auf nur 3 Tipps zu reduzieren.
Aber allgemein ist meiner Meinung nach die Identifikation mit dem Produkt das A und O, denn wenn erste Probleme auftreten und man dabei nicht voll und ganz hinter der Idee steht oder diese aus den falschen Gründen verfolgt, wirft man schnell das Handtuch.
In dem Zusammenhang ist auch Durchhaltevermögen gefragt.

Was oft von vielen Gründern erwähnt, aber auch oft unterschätzt wird: das richtige Team und die Dynamik dahinter entscheiden meist über Erfolg oder Misserfolg eines Startups. Dabei geht es sowohl um ein passendes Skill set als auch um komplementäre Charaktere. Die einzelnen Teammitgleider sollten sich in ihren Stärken und Schwächen ergänzen und unterschiedliche Felder abdecken können. Am besten funktioniert ein einfaches Prinzip, das auch Guy Kawasaki Gründern empfiehlt: einer baut, einer verkauft. So haben es viele Gründungen zum Erfolg gebracht, ob Apple oder Microsoft.

Und last but not least: Aufs Budget achten. Viele Startups stellen nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde oft zu schnell zu viele Leute ein und verbrennen dabei auch zu viel Geld. Das Ziel sollte immer sein, schnellstmöglich profitabel zu werden, denn das ermöglicht einem auch eine deutlich bessere Ausgangssituation bei Investorengesprächen.

Foto: ©Anna Daki

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thilo Hardt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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