Donnerstag, Dezember 8, 2022

Durch Handeln wird mehr gelernt als durch Überdenken

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Esencia Foods stellt sich der Welt vor – Das Startup trägt dazu bei das 10 Milliarden Menschen satt werden, in dem es Fisch und Seafood neu denkt 

Stellen Sie sich und das Startup Essencia Foods doch kurz unseren Lesern vor!

Hendrik: Esencia Foods ist das erste Unternehmen in Europa, das Alternativen zu Fisch- und Meeresfrüchten auf der Grundlage von Pilzmyzelium herstellt, unter Nutzung von Solid State Fermentierung. Unsere Mission ist es, den weltweiten Übergang zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen zu fördern – ohne von Verbrauchern Kompromisse bei Geschmack, Textur oder Preis zu verlangen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Hendrik: Ein niederländischer Forsche sagte, “Die Menschheit muss in den nächsten vier Jahrzehnten mehr Nahrungsmittel produzieren als in den letzten 8.000 Jahren”. Das hat Bruno und mich inspiriert. Plus, wir sind uns darin einig, dass man wahren Impact nicht durch Slogans und Greenwashing, sondern nur durch gute Produkte und Unternehmertum schafft. Mein Mitgründer Bruno ist beides Wissenschaftler und Koch, promovierter Forscher und Kreativer. Durch die Grüdung eines Unternehmens, kann er diese Welten miteinander verbinden und seine Visionen verwirklichen.

Bruno: Bei Hendrik spürt man den Drang zum Gestalten, zum Gründen. Er sagt, Letzteres habe er in seinem ersten Job als Strategieberater vermisst und in seiner zweiten Berufsestappe in einem Hypergrowth-Startup umso mehr zu schätzen gelernt. Nun ist für ihn an der Zeit, seine Fähigkeiten auch für unseren Planeten gewinnbringend einzusetzen.

Welche Vision steckt hinter Essencia Foods?

Hendrik: Im Jahr 2050 werden 10 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Das bedeutet, dass 10 Milliarden Münder genährt werden müssen. Gleichzeitig sind nach Angaben der UN 80 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt. Angesichts der prognostizierten Nachfragesteigerung, gehen einige Wissenschaftler sogar davon aus, dass die Ozeane im Jahr 2048 frei von Fisch sein werden. Das hat dramatische Folgen für unser Ökosystem und letztlich für uns Menschen als Spezies. Diese Folgen müssen und wollen wir mit den Produkten von Esencia Foods abwenden.

Bruno: Als Wissenschaftler und Koch ist es mein Bestreben, mehr als nur ein ‚alternatives Protein-Produkt‘ zu schaffen, sondern Produkte zu entwickeln, nach denen sich die Verbraucher sehnen, weil sie kulinarische Highlights sind. Solid State Fermentation von Myzelium ist die perfekte Technologie, um Texturen und Geschmäcker zu erzeugen, die die Verbraucher lieben, und gleichzeitig zu Preisparität zu produzieren um so wirklich etwas zu bewirken.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Hendrik: Anfangs besteht die größte Herausforderung darin, die verschiedenen Punkte in den Ökosystemen Wissenschaft und Food, Produkt und Markt, zu finden und sinnvoll zusammenzuführen. Wichtig ist, dass man das nicht allein im stillen Kämmerlein versucht. Wir haben bestimmt mit mehr als 250 relevanten Stakeholdern gesprochen und unsere Value Proposition iteriert. Bis zu dieser Woche können wir sagen, wir sind “proudly bootstrappt”. Das ändert sich nun: Um unsere Vision in die Realität umzusetzen, arbeiten wir künftig mit starken Investoren wie zum Beispiel Big Idea Ventures, einem auf alternative Proteine fokussierten VC-Fonds, Entrepreneur First und Serpentine Ventures sowie tollen Angels zusammen. 

Wer ist die Zielgruppe von Essencia Foods?

Hendrik: Nun sage ich das, wovon einem jeder Gründungscoach abrät: Eigentlich alle. Bruno baut eine Technologieplattform auf, mit denen wir unterschiedliche Typen von Fisch und Seafood nachbilden können. Und wer mit Bruno zusammenarbeitet, wird schnell davon überzeugt sein, dass seine kulinarischen Ambitionen eine breite Masse ansprechen werden. Beginnen werden wir allerdings mit ausgewählten Restaurants. Hier wollen wir anfangs gemeinsam mit den Köchen co-entwickeln und sind noch für ein paar weitere Partner. 

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bruno: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Fisch- und Seafoodsystem sind pflanzliche Alternativen an ihre technischen Grenzen gestoßen: Sie weisen Kompromisse bei Geschmack, Textur, Nährwert und Nachhaltigkeit auf. Wir bei Esencia Foods lösen dieses Problem, indem wir Pflanzen hinter uns lassen und uns das biologische Königreich der Pilze zu Nutze machen: Myzelium, die Wurzel von Pilzen, wächst von Natur aus in einer Struktur, die dem Muskelgewebe von Meeresfrüchten entspricht, und ist weich im Geschmack. Mit diesem Ansatz sind wir das erste Unternehmen in Europa.

Essencia Foods, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Hendrik: Wir arbeiten an einer Welt, in der sowohl wir Menschen als auch die (Meeres-)tiere co-existieren können beziehungsweise überhaupt existieren können. In fünf Jahren werden wir dabei sein unseren lokalen Produktionsprozess global auszurollen und zu kleine Produktionsstätten installieren, sodass jeder Mensch weltweit sich für Alternativen zu Fisch oder Seafood entscheiden kann – und das ohne bei Geschmack, Textur oder Preis Kompromisse einzugehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bruno: Gerne möchte ich Philipp, General Manager und Partner bei Entrepreneur First, zitieren: “Move with urgency”. Wichtig ist, dass man sich am Anfang schnell bewegt.

Hendrik: Bruno und ich haben eine Liste mit 11 Einträgen, die wir “words of wisdom” nennen, also unsere Learnings. Neben Bruno’s Punkt steht ganz oben: Do (!) the obvious – dahinter verbirgt sich, dass durch Handeln mehr gelernt werden kann als durch Überdenken – und OPEX kills you – was wir nachdem wir sechs Monate unser eigenes Geld investiert haben, nur zu gut wissen.

Wir bedanken uns bei Hendrik Kaye und Bruno Scocozza für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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