Machs gemeinsam

Wie junge Unternehmer in bewegten Zeiten mit einem Erfolgspartner fokussiert bleiben 

Anträge ausfüllen, Steuerstundung beantragen oder Liquiditätsplan aufstellen. So viele Dinge, die jetzt konzentriert erledigt werden müssen. Trotz Homeoffice und Homeschooling. Hast du schon einmal daran gedacht, Dir einen Erfolgspartner zu suchen? Gerade junge Unternehmer profitieren von jemandem im Umfeld (nicht aus dem eigenen Startup), der interessiert daran ist, genauso produktiv zu bleiben und den Fokus zu halten.

Wir alle kennen das: Beim Sport hilft es, sich zu verabreden. Ohne ist es einfach zu verführerisch, ihn ausfallen zu lassen oder weniger zu machen, wenn die einzige Person, vor der wir das begründen müssen, wir selbst sind. Dann drehen wir uns Sonntagmorgen um 8:00 Uhr bei strömendem Regen lieber noch einmal um und ziehen uns die Decke über den Kopf. Warten allerdings ein oder sogar mehrere Laufpartner auf uns, wollen wir uns nicht die Blöße geben und sind hinterher umso stolzer, dass wir unsere Runde sogar bei Regen absolviert haben. Aber was hat das alles denn nun mit der aktuellen Krise zu tun? 

Gemeinsam besser und schneller vorwärtskommen

Arbeitsräume in der Wohnung geschickt verteilen, die tägliche Versorgung sicherstellen, die Mitarbeiter zuhause und im Büro zusammenhalten. Kein Wunder, wenn man da den Fokus verliert.  

Den Kontakt zu den Kunden müsste man auch halten. Aber so einfach zum Hörer greifen? Wer weiß, in welcher schwierigen Lage sich das Gegenüber gerade befindet. So vergehen Tage und Wochen nahezu untätig. Zumindest ohne (positive) Resultate. Dabei müssten wir manche Chance einfach nur ergreifen, um sie dann auch nutzen zu können. Aber wann und wie? Welche Aufgabe soll man jetzt konkret anpacken? Und wie in dem Chaos zu Ende führen? Wir wissen ja: Nichts setzt so viel Energie frei wie der Haken hinter einer erledigten Aufgabe. Und irgendwie sitzen wir doch alle im gleichen Boot. Aber wie finden wir denn nun unseren ganz speziellen „Freund“?

Mitstreiter finden sich leichter denn je – auch virtuell 

Auch wenn wir getrennt arbeiten, sind wir nicht alleine. Und auch wenn wir es selbst tun müssen, brauchen wir nicht alles alleine machen. Ein Erfolgspartner erhöht die Produktivität und Zielerreichungsquote auf 95%. Warum? Ganz einfach: Wenn wir uns jemand anderem gegenüber verpflichten, etwas zu tun, ist es viel wahrscheinlicher, dass wir es tatsächlich tun, als wenn wir es uns einfach nur vornehmen. Siehe Sport! Dort wie auch in der Musik mit Zoom-Konzerten aus den heimischen Wohnzimmern machen es momentan viele vor: Um in der aktuellen Lage getrennt und doch gemeinsam vorwärts zu kommen, lassen sich virtuelle Wege nutzen. Wenn der persönliche Kontakt momentan nicht – oder nur eingeschränkt – möglich ist, können wir uns per Telefon, WhatsApp oder Skype verabreden und austauschen. 

Auf der Suche nach einem Erfolgspartner

Man muss sich weder besonders gut kennen, noch braucht man den gleichen fachlichen Hintergrund. Zu enge Freundschaft oder gar eine Beziehung können sogar eher hinderlich sein, weil dann nicht mehr so zielorientiert kommuniziert wird. Oft ist es bereichernd, wenn die Erfolgspartner vom Typ und Hintergrund her unterschiedlich sind. Vielleicht ein Kollege aus dem Studium, jemanden, den wir bei einem Kongress kennengelernt haben oder mit dem wir in XING oder LinkedIn verbunden sind. Ergreifen Sie die Initiative! Eine Erklärung, worum es geht, hat schon viele Erfolgspartner zusammengeführt.

Die Erfolgspartnerschaft startet durch

Wichtig ist, sich darüber auszutauschen, was jeder von der Erfolgspartnerschaft erwartet und welche Ziele beide damit verfolgen. Eine Probezeit kann sinnvoll sein, um gegenseitig zu überprüfen, ob man den richtigen Erfolgspartner gefunden hat und man gemeinsam auf dem richtigen Weg ist. Erfolgspartnergespräche sollten fest vereinbart und zuverlässig in regelmäßigen Abständen geführt werden. Wöchentlich oder in der aktuellen Situation vielleicht sogar täglich, am besten zu einer festen Uhrzeit.

Erfolgspartnergespräche und ihre Besonderheiten

Das Gespräch sollte einen für beide Seiten angenehmen Zeitrahmen umfassen. 30 Minuten oder bei täglichem Rhythmus 10-15 Minuten reichen aus, wenn konzentriert kommuniziert wird. Folgender fester Ablauf bietet sich an: Erfolgspartner A berichtet, was er seit dem letzten Gespräch umgesetzt hat und wie es gelaufen ist. Wenn er Feedback oder Ideen braucht, bittet er darum. Erfolgspartner B fragt nach und erinnert gegebenenfalls an Vereinbarungen. Dann definiert A, welche Schritte er bis zum nächsten Gespräch unternehmen wird. Nun folgt B mit demselben Ablauf. Es sollte darauf geachtet werden, dass die vereinbarte Zeit beiden gleichmäßig zugutekommt. Ein Tipp zum Schluss: Den Smalltalk besser ans Ende des Gespräches verschieben. 

Bild pixabay

Autor Ulrike Stahl

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ulrike Stahl

Ulrike Stahl ist Rednerin, Autorin und Expertin für das neue WIR im Business. Wie geht erfolgreiche Zusammenarbeit in einem agilen und globalen Umfeld? Wie entwickeln wir einen WIR-Mindset für uns selbst, in unseren Unternehmen und unter unseren Mitarbeitern? Darüber schreibt und redet sie mit internationaler Erfahrung und Begeisterung. Sie ist Autorin des Buches „So geht WIRTSCHAFT! Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.“ Als Design Thinking Coach und Coach für Top Teams ist sie am Puls der Zeit und genau das macht ihre Vorträge so packend und lebensnah. www.ulrike-stahl.com

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