Erfolgreich im Online-Handel –worauf Gründer achten sollten

Wie stehen eigentlich die Erfolgsaussichten für Unternehmensgründer, die mit ihrer Geschäftsidee einen eigenen Online-Shop eröffnen möchten? Eine tolle Geschäftsidee kann nur erfolgreich sein, wenn sie den richtigen Kundenkreis erreicht. Um sich erfolgreich am Markt zu etablieren und seine Reichweite zu optimieren, ist eine eigene Onlinepräsenz heute kaum verzichtbar. Viele Unternehmer sind dennoch verunsichert und fühlen sich als junges Unternehmen dem harten Konkurrenzkampf im Online-Handel nicht gewachsen.

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Yvonne Bachmann

Rechtsanwältin Yvonne Bachmann kennt sich mit den häufigsten Fehlern bei der Eröffnung des eigenen Online-Shops aus und beantwortet die drei wichtigsten Fragen zum Start mit dem eigenen Online-Business. Sie ist Expertin auf dem Gebiet des E-Commerce und kennt die Tücken des Fernabsatz-, Wettbewerbs- und Urheberrechts für Online-Händler. Seit Anfang 2013 berät sie Mitglieder des Händlerbundes und verfasst regelmäßig Rechtstipps für das Infoportal onlinehaendlernews.de. Der Händlerbund, mit 50.000 geschützten Onlinepräsenzen, ist Europas größter Onlinehandelsverband.

Ein eigener Online-Shop – lohnt sich das?

Angesichts der Wachstumszahlen im Online-Handel boomt die Branche. Zwischen 2004 und 2013 hat sich der E-Commerce-Umsatz in Deutschland verdreifacht. Für dieses Jahr werden erneut zweistellige Wachstumsraten von zwölf Prozent erwartet. Gründer sollten sich daher weniger mit der Frage beschäftigen, ob ein Online-Auftritt sinnvoll ist. Vielmehr stellt sich die Frage, wer es sich heute leisten kann keinen Online-Shop zu haben.

Grundsätzlich gibt es kein Produkt- oder Dienstleistungssegment, das sich nicht mit einem Online-Auftritt vermarkten ließe. Ein besonderes Wachstum beobachten wir momentan in der E-Food-Branche bei Möbeln und Tierbedarf. Insgesamt steigt die Akzeptanz der Deutschen für das Online-Shopping und selbst Dinge des täglichen Bedarfs, wie Drogerieartikel werden zunehmend online bestellt. Online-Händler, die sich in das Geschäft mit Mode oder Technik begeben wollen, müssen sich auf einen weitestgehend gesättigten Markt einstellen, der eindeutig von Global Playern dominiert wird. Kleine Online-Händler können sich in diesem Geschäftsfeld nur mit Nischenangeboten oder Alleinstellungsmerkmalen gegenüber den großen Konkurrenten behaupten.

Häufige rechtliche Fehler bei Einsteigern

Gründer haben zwei Möglichkeiten in den Online-Handel einzusteigen: Über einen Online-Marktplatzanbieter oder mit einem eigenen Online-Shop. Zunächst sind lediglich Produktbeschreibungen und -fotos erforderlich, um den Verkauf auf Marktplätzen wie Amazon, Ebay oder DaWanda zu starten. Tatsächlich sind diese Onlinepräsenzen jedoch nicht hundertprozentig rechtssicher. Bei fehlerhaften Angaben zu Lieferzeiten, Versandkosten oder Preisen besteht die Gefahr einer Abmahnung gegen den Online-Händler. Diese Flüchtigkeitsfehler können Online-Händlern als „Irreführung der Verbraucher“ ausgelegt werden. Eine Abmahnung kann zu einer Unterlassungsklage und damit verbundenen hohen Kosten führen. Deshalb empfehlen wir rechtssichere AGB zu verwenden, die individuell auf den Online-Shop abgestimmt sind und eine Shop-Prüfung von einem spezialisierten Fachanwalt durchführen zu lassen.

Häufig betreiben junge Unternehmer ihre Online-Präsenz anfänglich nebenbei und planen, sich erst später zu professionalisieren. Die Grenzen zwischen privaten und gewerblichen Verkäufen sind fließend und junge Unternehmer sollten in jedem Fall gut informiert sein, um sich als scheinprivater Händler nicht strafbar zu machen. Wir raten dazu, sich professionelle Unterstützung bei Agenturen, Verbänden oder Handelskammern mit spezialisierten Juristen zu holen. Wichtig ist, ein Partnernetzwerk aufzubauen, das sich mit den Entwicklungen im E-Commerce auskennt. Ziel ist es, dass sich Online-Händler auf ihr Geschäft konzentrieren und alle anderen Hürden ausblenden können, weil sie gute Partner an ihrer Seite haben.

Benötigtes Startkapital für Gründer

Das benötigte Budget für den Einstieg in den eigenen Online-Handel ist stark vom Sortiment abhängig. Zwar ist das Startkapital im Online-Handel oft geringer als bei der Eröffnung eines Ladengeschäfts, es müssen jedoch ähnliche

Aufgaben erfüllt werden. Alle Schritte des Kaufprozesses müssen in digitalisierter Form umgesetzt werden: Von der Produktpräsentation, über die Zahlung bis zum Versand ist einiges zu beachten. In jedem Fall sollten zusätzliche Kosten für den Lagerbestand, Verpackung und Versand im Voraus kalkuliert werden. Wer sich von Marktplätzen unabhängig machen möchte und einen eigenen professionellen Online-Shop aufsetzt, muss für die technische Umsetzung etwa im fünfstelligen Bereich kalkulieren.

Gründer sollten außerdem wissen, dass sie in ihren Online-Shop nicht nur Geld, sondern auch regelmäßig Zeit investieren müssen. Die Pflege der Inhalte und Aktualisierung bei rechtlichen oder technischen Änderungen nimmt ebenso Zeit in Anspruch wie das Management von Retouren und Kundenanfragen. Für diese Aufgaben stehen Online-Shop-Betreibern eine Reihe von Hilfsmitteln und Angeboten zur Verfügung. Von API-Schnittstellen, über Pricing-Tools bis zum Bestellannahme-Service gibt es in der E-Commerce-Branche zahlreiche Anbieter und Dienstleister.

Über die Autorin
Rechtsanwältin Yvonne Bachmann kennt sich mit den häufigsten Fehlern bei der Eröffnung des eigenen Online-Shops aus. Sie ist Expertin auf dem Gebiet des E-Commerce und kennt die Tücken des Fernabsatz-, Wettbewerbs- und Urheberrechts für Online-Händler. Seit Anfang 2013 berät sie Mitglieder des Händlerbundes und verfasst regelmäßig Rechtstipps für das Infoportal onlinehaendlernews.de. Der Händlerbund, mit 50.000 geschützten Onlinepräsenzen, ist Europas größter Onlinehandelsverband.

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