Erfolg als Gründer? Dann musst Du durch das Tal der Tränen

Du kannst viel über das ganze Thema Erfolg lesen. Jeder Gründer und Unternehmer erhält nach einiger Recherche sofort umsetzbare Erfolgstipps, mit denen uns versprochen wird, die persönlichen und unternehmerischen Ziele schnellstmöglich zu erreichen. Ein Punkt wird aber leider nur sehr selten angesprochen, nämlich dass es nur eine Straße zum Erfolg gibt. Und diese Straße führt durch das Tal der Tränen. Viele Unternehmer wollen diese Straße weder nehmen noch das Tal durchqueren. Andere kehren irgendwann wieder um und geben auf, ohne zu wissen, wie knapp sie vor dem Ziel standen. Wiederum andere versuchen Abkürzungen zu nehmen oder das Tal der Tränen zu umfahren, aber auch das endet letztlich nur im Scheitern. 

Bist Du bereit durch die „Scheiße“ gehen?

Wer nicht bereit ist, das Tal der Tränen zu durchqueren, der hat auch den Erfolg nicht verdient. Denn der Weg zum Erfolg führt eben nun einmal nur durch dieses Tal. Es gibt weder einen Umweg noch eine Abkürzung noch einen Schnellzug, den wir nehmen können. Jeder Unternehmer muss sich im Prinzip nur eine Frage stellen: Wie viel Schmerz bin ich auf meinem Weg zum Erfolg bereit zu ertragen?

Was macht das Tal der Tränen so unbeliebt? Die Antwort ist recht einfach: Der Weg durch das Tal ist gepflastert mit Niederlagen und Rückschlägen. Im Prinzip ist das nicht schlecht, denn jeder erfolgreiche Unternehmer weiß, dass wahrer Erfolg nur funktioniert, wenn Scheitern erlaubt ist und wir unsere Niederlagen knallhart analysieren, mit dem Ziel uns zu verbessern. Nur so finden Wachstum und Entwicklung statt. Zu viele Unternehmen und Selbstständige nehmen sich jegliche Form von langfristigem Erfolg, weil Fehlversuche einfach ignoriert und unter den Teppich gekehrt werden. Dann wird ein Vorhaben eingestellt, weil es gescheitert ist, anstatt es einfach noch mal zu versuchen, inklusive der zahlreichen Informationen, warum Versuch Nummer eins ein Fehlversuch war. Oder aber, was noch viel schlimmer ist, es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. 

Erfolg auf Knopfdruck gibt es nur sehr selten

Uns Menschen ist es nicht möglich, ohne Fehler zu leben. Und das ist gut so, denn ohne Fehler gibt es auch keinerlei Weiterentwicklung. Durch den gesellschaftlichen Druck unterschätzen wir zu sehr, wie viel wir aus unseren eigenen Fehlern lernen können. Dieser Druck führt dazu, dass wir nur einen Versuch unternehmen, unsere Ziele zu erreichen. Misslingt dieser Versuch, begraben wir unsere Ziele. Das ist sehr schade und letztlich auch die Gewissheit, dass wir in unserem Leben nie etwas erreichen werden, was über den Durchschnitt hinaus geht. Du kannst gerne einmal nach Unternehmern suchen, die auf Anhieb mit ihrem Unternehmen Erfolg hatten. Und ich meine jetzt keine One-Hit-Erfolge, die nach ein paar Wochen wieder in der Versenkung verschwunden sind. Es wird schwer, welche zu finden.

Scheiterst du, versuche es wieder. Scheitere wieder. Aber scheitere jedes Mal ein kleines Stückchen besser. Diese Einstellung wird Dich langfristig zum Erfolg führen.

Habe Mut zu scheitern

Ein Mann sieht auf einer Party eine attraktive Frau und überlegt, ob er sie ansprechen soll. Letztlich entscheidet er sich dagegen, weil er Angst hat, einen Korb zu bekommen. Ein Angestellter bekommt von seinem Chef eine neue Position angeboten, hat aber Angst, dass er die Erwartungen nicht erfüllen kann. Und was machen wir dann? Wir überzeugen uns selbst, dass wir den Job so oder so nicht bekommen hätten oder die attraktive Dame bereits vergeben ist. Selbst, wenn sie nicht vergeben ist, hat sie bestimmt kein Interesse. Wir suchen nach allen nur denkbaren und möglichen Entschuldigungen, warum wir etwas nicht tun können. Wir finden Gründe, die in unseren Augen beweisen, dass unsere Pläne keine Aussicht auf Erfolg haben. Letztlich vermeiden wir es auf diese Weise, mit der Angst vor Fehlschlägen in Berührung zu kommen.

Manche Menschen verschwenden ihr ganzes Leben – aus Angst

Wer sich von der Angst vor einem Fehlschlag abhalten lässt etwas zu machen, der ist bereits gescheitert, bevor er überhaupt begonnen hat. Diese ständige Angst der Menschen davor Fehler zu machen – ich höre es andauernd in meinem erweiterten Umfeld: „Ich will einfach nichts falsch machen!“ Es ist doch schon ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Es gibt Menschen, die verschwenden ihr ganzes Leben beim Versuch, keine Fehler zu machen. Erlaube Dir doch einfach mal selbst nicht perfekt zu sein. Meiner Meinung nach liegt der schlechte Ruf des Scheiterns an unserem Maßstab der Perfektion. Einen Maßstab, den wir uns selbst auferlegen. Perfektion ist bestens geeignet, um fehlerlos unterzugehen. Wer glaubt, in allem perfekt zu sein, der hört auf sich zu entwickeln. Mal abgesehen davon, dass dies die Einstellung eines dummen und naiven Menschen ist. Wir können nicht in allem perfekt sein. Wir können noch nicht einmal in allem sehr gut sein. Das heißt aber nicht, dass wir nicht in allem besser werden können. Es sind immer die Menschen, die von einer Niederlage zur nächsten hüpfen, die der Meinung sind, sie können alles und wissen alles besser.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich finde es toll und befreiend, sich selbst zu erlauben nicht perfekt zu sein, denn dann dürfen wir Mensch sein. Dazu gehört es eben auch Fehler zu machen. Warte auch nicht auf den perfekten Zeitpunkt, dein Unternehmen zu gründen. Er wird nicht kommen. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt.

Autor: Markus Czerner

Der ehemalige Tennisprofi Markus Czerner ist Keynote Speaker, Coach und Bestsellerautor. Er zählt zu einem der authentischsten Redner im deutschsprachigen Raum zu den Themen Motivation und Erfolg. Dabei redet er nicht nur über die Sonnenseiten des Erfolgs, sondern auch über den harten Weg dorthin. Er spricht die Dinge an, die keiner hören möchte und schafft es, durch seine harten, aber wahren Worte für positive Veränderungen zu sorgen.

Webseite: www.markusczerner.de

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