Sonntag, Januar 17, 2021

Testen verbessern und wieder testen

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

entire stories: Fair Fashion Marktplatz für nachhaltige Newcomer Fashion Brands

Stellen Sie sich und das Startup entire stories doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, wir sind Elena und Jacqueline von entire stories. entire stories ist ein digitaler Ort für nachhaltige Newcomer Fashion. Auf unserem Marktplatz sammeln wir ganzheitlich nachhaltige Fashion Brands, die die Welt kennen sollte und unsere Modebranche jeden Tag ein bisschen besser machen. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Aus dem eigenen Need. Wir haben in den letzten Jahren an uns selbst einen Konsumwandel festgestellt. Wir wollten uns nachhaltiger kleiden, ohne Abstriche beim Style zu machen. Dabei haben wir jedoch festgestellt, dass Nachhaltigkeit und Fair Fashion komplexe Themenfelder sind  bei denen es häufig an Aufklärung fehlt. Auch wird der Trend von vielen Big Playern für Greenwashing ausgenutzt, sodass es für den Kunden schwer ist, zu verstehen, welche Produkte und Marken wirklich nachhaltig sind und die Branche verbessern wollen und welche nicht. 

Deshalb wollten wir einen Ort erschaffen, der den Einstieg in die Fair Fashion Welt erleichtert. Auf entire stories präsentieren und verkaufen wir nur ganzheitlich nachhaltige Kleidung, Accessoires und Schuhe von Brands mit idealistischen Gründer*innen, die ihre Vision vollkommen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet haben und jeden Tag daran arbeiten noch nachhaltiger und sozialer zu werden. 

Was war bei der Gründung von entire stories die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war es, ein Stipendium zu finden, das uns den Lebensunterhalt finanziert, sodass wir uns zu 100% auf die Gründung konzentrieren können. Unsere Stipendien-Pitches sind genau in den ersten Lockdown gefallen, was den Prozess stark verzögert hat. Darüber hinaus mussten wir zu unserer Enttäuschung feststellen, dass viele Förderungsprogramme sehr stark auf technische Innovationen ausgerichtet sind. Dass Innovation auch in der Art der Umsetzung einer Idee liegen kann, scheint bisher noch nicht bei vielen Förderern angekommen zu sein. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem Gründungsstipendium der NBank einen Förderer gefunden haben, der genau das erkannt hat. 

Davon abgesehen war der Aufbau des technischen Set-Ups unseres Marketplaces eine Herausforderung. Es sollte einen gewissen Grad an Automation mitbringen, im Design flexibel sein und dennoch nicht den Kostenrahmen sprengen, um mit dem MVP den Markttest zu machen. Außerdem war es uns extrem wichtig, dass die Mode Label, die mit uns zusammenarbeiten, einen möglichst geringen Mehraufwand haben und der Zeitaufwand somit kein Hindernis darstellt um ihre Produkte bei uns anzubieten. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Das sollte man sogar unbedingt! Ein Marktplatz ist ein komplexes Produkt, was uns im Set-Up einiges an Zeit und Nerven gekostet hat. Um das Henne-Ei-Problem zu lösen und den Markt anzutesten haben wir unsere ersten Marken bereits 1 Jahr vor dem Launch kontaktiert und Feedback von ihnen eingeholt. Die Insights in die Prozesse der Marken haben uns geholfen einen Produkt zu erschaffen, dass es den Marken extrem einfach macht, ihre Produkte bei uns zu verkaufen. Der Zeitaufwand der Datenpflege ist ein häufiges Ausschlusskriterium bei der Zusammenarbeit mit Marktplätzen.
Zeitgleich haben wir angefangen einen Social Media Account zu bespielen und einen Podcast gestartet um Feedback von Kunden einzuholen. Anhand des Traffics auf unserer vorherigen, schnell gebauten Website, konnten wir ablesen, welche Brands und Themen für unsere Follower interessant sind und das Produkt marktnah entwickeln. 

Welche Vision steckt hinter entire stories?

Wir wollen Fair Fashion für jeden zugänglich machen. Und wir wollen aufklären, inspirieren und Konsumwandel einfach machen. Wir glauben fest daran, dass Fair Fashion die Zukunft ist und dass eine große Auswahl an Fashion, Inspiration und Transparenz den Unterschied machen wird. Und wir wollen eine Anlaufstelle für alle bieten, die wissen wollen wo ihre Kleidung herkommt, wer dahinter steht und wie sie produziert wurde. Mode-Artikel sind bei uns nicht anonym. Jede Brand verfügt auf entire stories über eine Brand Seite, die transparent darüber informiert wo und wie produziert wird, welche Organisationen die Brands unterstützen, wer die Gründer*innen sind und was ihr Antrieb ist. Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit nicht nur nach ihrem Style sondern auch nach ihren Werten zu shoppen. Mithilfe unterschiedlicher Nachhaltigkeitsfilter wie “upcycled”, “vegan”, oder “for the people”, können Kunden filtern was ihnen beim Kauf ihrer Mode wichtig ist. 

Zukünftig wollen wir für junge Marken noch mehr Sparringspartner sein und Konzepte entwickeln, um Prozesse zu optimieren, gemeinsam an der Reduktion von Retouren und der Zirkularität von Mode arbeiten und Reichweite und Aufmerksamkeit für die Unabdingbarkeit dieser Entwicklung schaffen. 

Wer ist die Zielgruppe von entire stories?

Die Zielgruppe von entire stories sind alle Menschen, die sich nachhaltiger kleiden möchten und mit ihrem Kauf einen Schritt in die richtige Richtung machen wollen. Von Menschen, bei denen Nachhaltigkeit bereits ein fester Bestandteil ihres Lebens ist bis hin zu Menschen, die einfach Mode interessiert sind und eine bessere Kaufentscheidung, als die letzte treffen wollen. Die Kernzielgruppe ist zwischen 25 und 40 Jahren alt, Social Media affin und konsumiert bewusst.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir legen großen Wert auf Style, Inspiration und Content. Wir glauben dass Fair Fashion ein Image-Update braucht und dass wir Menschen nur zum Umdenken bewegen können, wenn Fair Fashion Shopping genauso viel Spaß macht, wie Fast Fashion Shopping. Deshalb wird es Style- und Outfit-Inspirationen geben, regelmäßige Shootings zu gesellschaftlichen und politischen Themen und & Influencer, die diese bewerben. 

entire stories, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren soll entire stories im DACH Markt zu einer bekannten Plattform herangewachsen sein, die als Onlineshop und Anlaufstelle für Inspiration und Aufklärung, Fair Fashion Shopping einfach macht. Wir wollen ein Social Business werden, dass den Purpose über Profit stellt und den Kunden unterhaltsam aufklärt und zu bewusstem Konsum inspiriert. Wir wollen unseren Beitrag leisten zu einer besseren Fashion Branche. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Einfach machen – Man hat es zwar schon oft gehört, aber auch wir müssen uns daran erinnern. Der Perfektionismus kann einem beim Gründen im Weg stehen. Deshalb: testen, verbessern und wieder testen.
Feedback ernst nehmen, aber auch reflektieren wessen Feedback wie viel Gewicht hat. Lerne einzuordnen, wessen Feedback wie viel Aussagekraft hat und vertraue auch auf dein eigenes Gespür – immerhin beschäftigst du dich wahrscheinlich schon eine Zeit lang mit dem Thema. 

Lass’ dich darauf ein, dass du vieles zum ersten Mal machst und wenig Ahnung davon hast. 

Wir bedanken uns bei Elena Gerdes und Jacqueline Taborsky für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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