Freitag, Oktober 7, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Enote gibt Musikern einen Zugang zu digitalen und interaktiven Musiknoten

Stellen Sie sich und das Startup Enote doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Boian Videnoff, Gründer und Künstlerischer Leiter der Mannheimer Philharmoniker, und habe 2018 zusammen mit Evgeny Mitichkin und Josef Tufan das Musiktechnologie-Startup Enote gegründet. Mit Enote wollen wir Musikern einen einfachen Zugang zu digitalen und interaktiven Musiknoten verschaffen. Unser Team hat dafür ein fortschrittliches System mit künstlicher Intelligenz entwickelt, um Jahrhunderte an geschriebener Musik zu analysieren, digital zu rekonstruieren und über eine iOS-App zu veröffentlichen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als professioneller Dirigent hantiere ich ständig mit Papier-Partituren, die nicht nur teuer, sonder auch ziemlich unhandlich sind. Die Partitur stattdessen einzuscannen und in eine PDF-Datei umzuwandeln, ist sehr zeitaufwändig und stellt beim praktischen Musizieren letztlich eine kaum bessere Lösung dar. Mit meinem Freund Josef Tufan – einem Unternehmer, IT-Manager und jetzt Mitgründer von Enote – habe ich daher viele Jahre lang darüber gesprochen, wie man Musiknoten in großer Zahl und in einem wirklich digitalen Format bereitstellen könnte. 2018 waren die Fortschritte in der KI-Technologie dann endlich soweit, dass sich die Umsetzung unserer Idee zumindest nicht mehr als unmöglich dargestellt hat. Nachdem wir uns die technische Expertise von Evgeny Mitichkin – jetzt CTO und Mitgründer von Enote – sichern konnten, haben wir daher den Sprung gewagt und Enote gegründet.

Welche Vision steckt hinter Enote?

Was Microsoft Word für geschriebenen Text und Google Maps für Landkarten ermöglicht haben, wollen wir für Notenblätter bieten: eine vollständig digitale Lösung. Mithilfe der Enote-App wollen wir den Zugang zu Musiknoten auf der ganzen Welt demokratisieren und Musikern noch nie dagewesene Möglichkeiten bieten, ihr digitales Notenmaterial zu finden, zu organisieren und damit zu arbeiten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Digitalisierung von Noten in diesem Umfang und in dieser Qualität ist ein absolutes Novum. Daher haben wir viel in Forschung und Entwicklung investiert, um ein KI-System zu entwickeln, das die Musik mit der erforderlichen Genauigkeit analysieren und rekonstruieren kann – derzeit über 99,99 Prozent. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir ein Startkapital von einem privaten Investor erhalten haben, der unsere Vision teilt und den hohen ROI sowohl aus kultureller als auch aus finanzieller Sicht erkannt hat.

Wer ist die Zielgruppe von Enote?

Enote wendet sich mit seinem Abonnement-Service an drei verschiedene Zielgruppen:

  1. Professionelle Musiker
  2. Amateurmusiker
  3. Musik-Institutionen wie zum Beispiel Orchester oder Konzerthäuser

Wie funktioniert Enote? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Nach dem diesjährigen Launch wird die Enote-App jedem Musiker mit einem Standard-Abonnement von 9,99 € pro Monat unbegrenzten Zugriff auf eine Bibliothek mit rund 150.000 Werken sowie allen interaktiven Funktionen der App gewähren. Konkurrierende digitale Noten-Apps sind PDF-basiert, d.h. sie sind an statische Formate gebunden und wissen letztlich nichts über die Musik auf jeder einzelnen Seite. Darüber hinaus verfügen diese Apps nicht über eine zentrale digitale Bibliothek, sodass Musiker alle ihre Noten manuell finden, importieren und organisieren müssen.

Enote hingegen bietet Noten in einem interaktiven digitalen Format – etwas, das derzeit kein Konkurrenzprodukt auf dem Markt vorweisen kann. Die Musiker können so ihr Notenmaterial in der Enote-App 

  • individuell vergrößern, verkleinern und im Layout anpassen,
  • in jede Tonart transponieren,
  • nach festgelegten Regeln automatisch markieren und durchsuchen,
  • automatisch zum richtigen Zeitpunkt umblättern.

Mit Enote können die Musiker zudem Suchfilter einsetzen und tonnenweise Metadaten mit Suchanfragen durchforsten wie: „Zeige mir ein Violinstück von einem französischen Komponisten der Romantik“. So lässt sich ganz einfach neues Repertoire zum musizieren finden.

Enote, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Innerhalb von 5 Jahren wollen wir unsere Bibliothek komplett vervollständigen, sodass sich Musiker für jede benötigte Partitur auf Enote verlassen können. Durch die so entstehende und global vernetzte Community von Musikern, werden unter anderem auch zeitgenössische Komponisten neue Möglichkeiten erhalten, um Musiker direkt zu erreichen – was die kreative Landschaft komplett verändern wird. Gleichzeitig werden wir noch bessere Tools für die Zusammenarbeit in großen Ensembles entwickeln. So wird die Erkennungstechnologie, die unsere kommende Funktion des automatischen Umblätterns antreibt, in 5 Jahren zu größeren Anwendungsfällen herangereift sein wie zum Beispiel einer „intelligenten Begleitfunktion“ und einer „intelligenten Theaterintegration“, bei der Inszenierung, Beleuchtung und andere technische Aspekte von Aufführungen sich direkt mit der Partitur verknüpfen lassen und vollautomatisch ablaufen. Schließlich – und das ist das Wichtigste – wollen wir Initiativen zur Unterstützung und Finanzierung von Musikausbildung und Forschung auf der ganzen Welt starten und so der Musikwelt auch aktiv etwas zurückzugeben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Finde ein Problem, das wirklich gelöst werden muss, gib dich nicht mit einer minderwertigen Lösung zufrieden und sei leidenschaftlich bei dem, was du tust. Das wird die Herausforderungen des Gründerdaseins letztlich nicht komplett beseitigen, aber es wird sicherstellen, dass sich jeder Moment vollkommen lohnen wird.

Wir bedanken uns bei Boian Videnoff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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