Sonntag, September 25, 2022

Die Energiewende: Warum es jetzt die richtigen Innovationen braucht

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Enpulse ist der Venture Builder der EnBW und hat sich zum Ziel gesetzt Startups für die Energiewende zu bauen. Warum dieser Schritt gerade jetzt notwendig ist und auf welche Themen junge Unternehmen bei der Energiewende setzten müssen – ein Beitrag von Karin Klaus Geschäftsführerin von Enpulse. 

Die neue Bundesregierung hat einen ambitionierten Fahrplan für die Energiewende vorgelegt. Auf dem Papier wird Deutschland in den nächsten 10 Jahren ein nie dagewesenes Upgrade seiner Energieinfrastruktur umsetzen. 80 Prozent des Stroms sollen aus erneuerbaren Energien bezogen werden. Was jedoch nicht aus den Zielen hervorgeht, ist das „Wie“. Letztendlich ist der Markt gefragt, wie die ambitionierten Ziele ökonomisch sinnvoll erreicht werden können. 

Geplant ist beispielsweise ein massiver Ausbau der Photovoltaik-Leistung von aktuell 60 Gigawatt auf bis zu 200 GW auf landwirtschaftlichen Flächen. Die großen Herausforderungen, die wir beim Tempo der Zielerreichung sehen: Ganz klar – fehlendes Fachpersonal und lange Genehmigungsverfahren. Attraktive Ausbildungen für diesen Bereich sowie automatisierte und digitalisierte Genehmigungsverfahren können hier ein sinnvoller Hebel sein. 

Enpulse fokussiert sich als Venture Builder auf das Entwickeln von Startups in den relevanten Innovationsfeldern der EnBW. Durch die Vernetzung mit dem Konzern kann sich Enpulse sehr gut u.a. auf relevante Energietrends und nachhaltige Infrastruktur konzentrieren. Wir können auf das Netzwerk und gebündeltes Wissen zugreifen und Expert:innen aus diesen Bereichen in unsere Projekte einbinden. Dieser Fokus bringt viel Tempo in unsere Prozesse, weil Themen schneller bewertet und in die richtige Richtung gebracht werden.

Auf der Agenda steht zudem ein massiver Ausbau der Netze. Neben dem reinen Netzausbau kann durch mehr Intelligenz das Netz deutlich entlastet werden – also Bytes statt Kupfer. Smarte Netzsteuerung schont langfristig die Ressourcen und ist essenziell für den uns bevorstehenden erhöhten Strombedarf. 

Die Bundesregierung verweist auch auf die zunehmende Dezentralisierung – von Produktion, Verteilung und Nutzung. Vor allem die Energiewende in privaten Haushalten kann hier als Chance gesehen werden. So können beispielsweise mehr Anreize für Smart-Meter geschaffen werden. Sie dienen als digitale Basisinfrastruktur für neue Angebote oder flexible Tarife -so können Kund:innen an der Energiewende teilhaben. 

» Es gibt noch viel Potenzial für neue Geschäftsmodelle im Bereich der Energiewende. «

Die Enpulse stellt sich diesen Herausforderung und plant junge Unternehmen im Markt zu platzieren und einen nachhaltigen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Was macht Enpulse als Venture Builder aus? Uns ist wichtig, dass wir den gesamten Prozess von der Idee bis hin zur Ausgründung intern abbilden können. Gleichzeitig wissen wir auch, wie wir junge externe Startups identifizieren und mit der richtigen Beteiligungs- und Betreuungsstrategie am besten fördern.

Wir sind uns sicher, dass die Energiewende ohne Innovation nicht funktionieren wird. Spannend ist, dass sich nur drei Prozent aller Startups mit Innovationen im Energieumfeld beschäftigen. Umso wichtiger sehen wir daher unserer Rolle in diesem Feld. Eine zentrale Herausforderung ist den Fokus auf die langlebigen Themen zu setzten und nicht auf kurzlebige Trends.

In folgenden Feldern sehen wir daher großes Potenzial für Innovation und erfolgreiche Unternehmen.

Digitale Assets

Sechsmal so viele Wärmepumpen, knapp dreimal so viel Photovoltaikanlagen und sieben bis zehn Millionen E-Autos sollen 2030 in Deutschland installiert bzw. zugelassen werden. Es braucht hohe Investitionen in den Aufbau Digitaler Plattformen, um all diese Anlagen in das Energiesystem zu integrieren und steuern zu können. Dabei geht es um Datenverfügbarkeiten, die unternehmensübergreifend funktionieren müssen, aber auch neue Geschäftsmodelle wie Virtuelle Kraftwerke oder Smart Grids, die nach ersten Gehversuchen gezeigt haben, dass sie einen echten Mehrwert bringen.

Circular Economy

Materialkreisläufe werden in einer zunehmend dezentralen und von knappen Materialien abhängigen Welt notwendig sein. Dazu gehört neben dem Reduzieren von Abfall auch dessen Aufbereiten und Wiederverwenden. Konkret braucht es Lösungen für diverse wertvolle Erden und Materialien wie zum Beispiel Phosphor oder Lithium. Second-Life- und Recycling wird zunehmend und auch ökonomisch an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig nutzen immer mehr Industrien Monomaterialien, wodurch mehr Materialien wieder-verwendet werden können. 

Spannend für uns sind auch die sog. Materialpässe, sie kennzeichnen Qualität, Herkunft und Lage von Materialien und geben so Aufschluss über die Möglichkeiten der Rückgewinnung und des Recyclings. Gebäude oder Infrastrukturen werden so zu Rohstoffbanken. Der Einsatz von Blockchain Technologie kann die Fälschungssicherheit und Rückverfolgbarkeit erhöhen. Digitale Dashboards können die Kreislaufwirtschaft durch weniger Abfall, mehr Wiederverwendung und größere Ressourceneffizienz ermöglichen, sowie bei der Verfolgung von Materialien helfen. 

Carbon Management

Beim Carbon Management geht es darum, zu verstehen, wie Treibhausgasemissionen verursacht werden, um diese Emissionen dann auf kontinuierliche und finanziell nachhaltige Weise zu minimieren. Dieses Themenfeld gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das in 2021 investierte Risikokapital von über 500 Millionen US-Dollar wurde bereits im laufenden Jahr 2022 übertroffen. Eine spannendes Lösungsfeld ist hier beispielsweise „Direct Air Capture“ (DAC). Dabei wird Kohlenstoffdioxid direkt aus der Umgebungsluft gewonnen. Diese Technologie befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Startups in diesem Bereich arbeiten daran das Verfahren wirtschaftlicher zu machen und Kosten für DAC zu verringern. 

Es gibt also viel zu tun – packen wir‘s an! 

Autor

Karin Klaus ist Geschäftsführerin der Enpulse Ventures GmbH. Mit Wurzeln in der Kommunikation und Markenberatung führte der Weg über weltweite Projekte für internationale Brands in die Innovationsbranche.

Seit 2017 fokussiert sie sich, zunächst im externen Company Builder, danach auf Konzernseite bei EnBW Innovation auf Venture Building im Energiekontext. Seit Mai 2022 ist sie zusammen mit Florian Fichter in der Geschäftsführung der Enpulse Ventures GmbH – der Inkubator von EnBW Innovation – mit dem Ziel Startups für die Energiewende zu bauen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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