Neue Talente in alten Schmieden: Employer Branding in der Industrie 4.0

Dr. Wang hatte schon als Kind einen großen Traum – einen Roboter selbst zu bauen. Bei Siemens wurde diese Vision zur Wirklichkeit: Als F&E-Experte arbeitet er nun am nächsten Schritt der Evolution und bringt Robotern bei, Werkzeuge intelligent einzusetzen. Diese und weitere Mitarbeiterstorys erzählt das Unternehmen im Karrierebereich auf seiner Website und setzt damit auf authentisches Employer Branding. Ob Ingenieure, IT-Entwickler oder Logistikexperten; junge Talente, erfahrene Professionals oder alte Hasen – sie alle sind hart umkämpft in Zeiten des Fachkräftemangels. Wo jedoch immer mehr digital vernetzt wird und Produktionsmittel, intelligente Maschinen und Menschen eins werden, rücken Werte und Persönlichkeit fälschlicher Weise in den Hintergrund. Denn auch wenn nicht alle sie wie Siemens aktiv gestalten, hat jedes Unternehmen eine Employer Brand, die auf Mitarbeiter und Bewerber wirkt. Der Weg zu einer nachhaltig attraktiven Arbeitgebermarke ist jedoch so lang wie der der Markenbildung selbst.

Wie Unternehmen eine begehrliche Employer Brand kreieren und so mit den passenden Talenten in Zeiten der Industrie 4.0 belohnt werden:

Wo stehen wir und wo wollen wir hin?

Die Arbeitgebermarke muss aus der Unternehmensmarke abgeleitet sein. Alles andere ist wenig authentisch und führt langfristig nur zu enttäuschten Mitarbeitern. Das Unternehmen muss also intern (Mitarbeitergespräche, Workshops) und extern (Marktposition, Potentiale, Bewerberzielgruppen) analysiert werden. Employer Branding ist jedoch nicht nur ein Projekt der Personalabteilung, sondern eine langfristige Strategie, die von allen Ebenen des Unternehmens getragen werden muss. Was diese Strategie einzigartig und authentisch macht, sind die echten Werte und Visionen, die die Menschen hinter der Marke antreiben, und der Weg, der sie bis hierher geführt hat, Stahlbauer thyssenkrupp beispielsweise hat seinen Unternehmenswert „Compliance“ mit Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität zur zentralen Leitlinie des Unternehmens gemacht. Schriftlich festgehalten und tatsächlich gelebt, bestimmt dieser das tägliche Handeln aller Mitarbeiter und wird für potentielle Bewerber klar auf der Website kommuniziert. Um als Unternehmen eine konsistente Wertewelt aufzubauen, müssen die Mitarbeiter also aktiv mit in den Findungsprozess einbezogen werden.

Mit Geschichten neue Talente finden

Ob der Traum vom eigenen Roboter oder vom elektrischen Fliegen – Siemens macht die eigenen Mitarbeiter zum Helden und setzt damit auf die Wirkung von Storytelling im Employer Branding. Emotionale Geschichten von echten Menschen, die träumen und auch Hürden überwinden müssen, kreieren ein glaubwürdiges und attraktives Arbeitgeberimage. Mit lächelnden Models in Hochglanzbroschüren kann sich kein Bewerber wirklich identifizieren. Neben den Unternehmenswerten müssen jedoch auch die Anforderungen an die immer komplexer werdenden Berufsbilder verständlich kommuniziert werden. Autobauer BMW beispielsweise lässt die Mitarbeiter einfach selbst zu Wort kommen. In kurzen Videos erfahren die Bewerber von ihren zukünftigen Kollegen und was genau hinter der Stelle steckt. So erhalten sie echte Insights ins Unternehmen.

Die individuelle Employer Brand

Eine Marke ist ein Versprechen, das gehalten werden muss. So auch die Employer Brand, wenn langfristig Mitarbeiter erfolgreich rekrutiert und gebunden werden sollen. Im thyssenkrupp-Konzern beispielsweise werden dem Bewerber eine ausgewogene Work-Life-Balance, Zukunftssicherheit, die Förderung von Frauen und Menschen mit Behinderung oder eine LGBTI-Community versprochen. Stimmt dieses begehrlich gezeichnete Bild des Arbeitgebers nicht mit der Realität überein, sind neue Mitarbeiter schnell bei der Konkurrenz. Eine Evaluation kann jedoch helfen herauszufinden, wo die eigene Arbeitgebermarke aktuell steht: Hat sich die Anzahl und Qualität der Bewerber verändert? Ist die Mitarbeiterzufriedenheit gestiegen? Wie viele neue Mitarbeiter konnten erfolgreich ins Team integriert werden?
Wird die individuelle Employer Brand erst mal gelebt und ist an den entscheidenden Stellschrauben der Strategie gedreht, wird das Unternehmen bald mit den richtigen Mitarbeitern belohnt.

Miriam Rupp ist Gründerin und gemeinsam mit Nora Feist Geschäftsführerin von Mashup Communications (www.mashup-communications.de), der Berliner Agentur für PR und Brand Storytelling. In ihrem Buch Storytelling für Unternehmen beschreibt Miriam Rupp, wie Geschichten zum Erfolg in Content Marketing, PR, Social Media, Employer Branding und Leadership führen. Ihre Insights und Inspirationen aus der Welt der digitalen Unternehmen teilt die Storytelling-Expertin in Workshops und Vorträgen auch mit Umdenkern aus traditionellen Branchen. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“, wecken sie und das 20-köpfige interdisziplinäre Team von Mashup Communications schlummernde Erzählpotenziale in und um Unternehmen, die neue Wege gehen.

Quelle Mashup Communications GmbH

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