Der Markt sollte das Produkt wollen, schon bevor es fertig ist

Rollator ello soll älteren Menschen den Alltag erleichtern

Stell dich doch bitte unseren Lesern kurz vor!
Ich bin Max, Ingenieur für Mechatronik, begeisterter Entwickler und Macher. Meine Kollegen sind der Betriebswirt Benjamin und Matthias, der auch Ingenieur ist.

Was steckt hinter ello?
ello ist der erste elektrische Rollator, der auf einem konventionellen Rollator basiert. Er ist mit zwei Motoren und einer intelligenten Steuerung ausgestattet. ello unterstützt den Benutzer, wenn es bergauf geht oder der Korb mit Einkäufen beladen ist. Die automatische Bremse drosselt die Geschwindigkeit von selbst, wenn es bergab geht und beugt so Stürzen vor. Das integrierte Licht und das Notrufsystem erhöhen die Sicherheit des Benutzers.

Wie ist die Idee entstanden, und wie lange hat es von der ersten Idee bis zum fertigen Prototyp gedauert?
Die Idee ist schon 2012 entstanden. Die Oma eines ehemaligen Teammitglieds wohnt auf der schwäbischen Alb und hatte immer Probleme, den mit Einkäufen beladenen Rollator wieder den Hügel hoch zu ihrem Haus zu schieben. Gleichzeitig begann der Boom der E-Bikes, wodurch z. B. Akkus deutlich billiger geworden sind. Es kam eins zum anderen und die Idee vom elektrischen Rollator war geboren. So konnten wir einer Angehörigen helfen und gleichzeitig neue, interessante Technologien nutzen.

Welche Vorteile hat ein elektrisch betriebener gegenüber einem normalen Rollator?
ello steht für einen Zugewinn an Mobilität, Komfort und Sicherheit. Benutzer können weiterhin eigenständiggehen, auch wenn es bergab und bergauf geht. Es ist für Rollatorfahrer angenehmer zu gehen.Sie werden so motiviert, auch im Alter aktiv zu bleiben. Das Mehr an Sicherheit gibt nicht nur Benutzern, sondern auch Angehörigen ein gutes Gefühl.

Warum habt Ihr euch für die Finanzierungsform Crowdinvesting entschieden?
Crowdinvesting steht für die Möglichkeit, viele Unterstützer, die an eine Idee glauben, am Erfolg des Produkts teilhaben zu lassen. Unser Rollator wird vielen Menschen im täglichen Leben helfen.Deshalb freuen wir uns über die breite Unterstützung, die wir erhalten, um das Produkt in den Markt zu bringen. Das Funding läuft über www.aescuvest.de/ello. Dort können Investoren ab 250 Euro einsteigen. Die Kampagne läuft noch zwei Wochen.

Für die Investoren definitiv wichtig: Welches Potential steckt hinter dem Produkt?
Bedingt durch den demografischen Wandel, erleben wir seit Jahren einen „Rollator-Boom“ in Deutschland. Dieser wird sich in den nächsten Jahren noch beschleunigen. Die sogenannten Baby-Boomer werden ein Alter erreichen, in dem Mobilitätshilfen für sie eine Erleichterung darstellen. Jedes Jahr werden in Deutschland über 600.000 Rollatoren verkauft, mit zweistelligen Wachstumsraten. Der Anteil der hochwertigen und teuren Rollatoren daran steigt seit mehreren Jahren stark an.

Was bekommen die Investoren?
Wir haben ja nicht nur eine Idee, sondern bereits einen funktionierenden Prototyp. Unsere Investoren können sich daher an einem bereits erprobten, sehr zukunftsfähigen Produkt beteiligen, das auf einen riesigen Markt trifft. Wir bieten einen Basiszins in Höhe von 4 % sowie eine Umsatzrendite in Höhe von 3 %. Ziel ist es, dass unsere Investoren ihr investiertes Kapital in 5 Jahren fast verdreifachen.

Was passiert nach erfolgreicher Finanzierung mit dem Geld?
Wir werden das Investment verwenden, um an ello den letzten Feinschliff vorzunehmen und mit den ersten 100 Stück in den Markt zu starten.

Welche Erfahrungen konnte eure Testfahrerin Eva Bramsch mit dem ello machen?
Eva Bramsch steht uns seit langem als „Testfahrerin“ zur Verfügung, wofür wir ihr sehr dankbar sind. Ihr Feedback ist permanent in die Entwicklung eingeflossen. Mit ihrer Hilfe konnten wir lernen, wie ältere Personen Produkte benutzen und welche Wünsche sie haben.

Gibt es bisher schon Mediziner, die den ello testen konnten? Wie stehen diese zu eurem Produkt?
Wir stehen in engem Kontakt mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, in dem ello ebenfalls getestet und bewertet wird. Das dortige Personal sieht wie wir die Vorteile, die ein elektrischer Rollator bietet und forscht auch zum Thema Mobilität im Alter. In einer Studie hat das Robert-Bosch-Krankenhaus das Bergaufschieben, das Bergabgehen und das Überwinden von Hindernissen als die drei größten Probleme von Rollatornutzern identifiziert.

Wie bewertet ihr die Startup-Szene in Stuttgart?
Stuttgart hat eine aktive, heterogene Startup-Szene. Es gibt viele verschiedene Projekte und Ideen, von Hardware (wie wir) über viel Software und IT bis hin zu innovativen Dienstleistungen. Die Szene ist gut vernetzt und man bekommt immer Hilfe und Rat wenn man mal nicht mehr weiter weiß.

Was waren für euch die größten Herausforderungen beim Gründen?
Aktuell arbeiten wir noch an der Zulassung als Medizinprodukt, dies stellt für uns eine der größten Herausforderungen dar. Inzwischen sind wir hier aber sehr weit.

Ihr habt 2014 den BW Pitch gewonnen. Wie wichtig war das für euch und wie wichtig sind solche Preise für Gründer und Startups?
Wettbewerbe sind super, um sein Produkt vor einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Es ergeben sich im Nachhinein oft interessante Kontakte und man wird bekannt („Ihr seid doch die, die auch beim Pitch waren…“). Preise und gewonnene Wettbewerbe sind natürlich eine super Motivation für das ganze Team.

Wo siehst du dich und ello in den nächsten fünf Jahren?
Wir möchten in den nächsten Jahren mit ello einen elektrischen Rollator in ganz Deutschland und auch weiteren europäischen Ländern anbieten.

Welche drei Tipps hast du für Gründer?
Das Team muss passen und ich rate dringend davon ab, ein Projekt alleine zu starten. Ein langer Atem und eine hohe Frustrationstoleranz helfen. Früh Marketing & Co. betreiben. Der Markt sollte das Produkt wollen, schon bevor es fertig ist.

Wir bedanken uns bei Max Keßler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X