Mittwoch, Dezember 7, 2022

Elke Benning-Rohnke: „Karrieremacherin“ für die Herrenriege

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Die langjährige Top-Managerin behauptete sich als junge Mutter schon vor rund 20 Jahren in der männlichen Konzernleitung. Auf der Leitmesse für weibliche Karriere, der herCAREER, gibt sie am 6. Oktober 2022 ihre Tipps für mehr Gleichstellung und für ein neues Rollenverständnis unter den Geschlechtern weiter.

„Es ist unsere Verantwortung, für Gleichstellung zu sorgen“

„Wir müssen unsere Zukunft neu denken“, sagt Elke Benning-Rohnke mit dem Blick auf Frauenkarrieren und Geschlechterrollen. Sie hat in mehr als 30 Jahren Konzernerfahrung diverse Führungspositionen bei Procter & Gamble, Kraft Jacobs Suchard bis hin zum Vorstand der Wella AG bekleidet und gemeinsam mit ihrem Mann zwei Söhne groß gezogen. Heute hält sie diverse Aufsichtsrats-, Beirats- und Mentorenmandate. In ihrem Vortrag „Karriere, Frau, Mann, Familie – es ist Zeit, neu zu denken“ auf der herCAREER, der Leitmesse für weibliche Karriere am 6. Und 7. Oktober 2022 im MOC München, wird sie anhand von fünf Prinzipien beleuchten, wie wir bestehende Geschlechterrollen hinterfragen und wie Frauen ihre Karriere auch mit Familie selbstbestimmt gestalten. Im herCAREER-Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen als erfolgreiche Managerin und Mutter.

„Mit dir sind wir in einem Jahr fertig!“ So begrüßte die aus Männern bestehende Geschäftsleitung vor rund 20 Jahren die junge Elke Benning-Rohnke. Sie war nach der Geburt ihres Sohnes in einem neuen Geschäftsbereich gelandet. Damals, so sagt Elke Benning-Rohnke, wurde man als Mutter in Führungsposition in der Regel kaum ernst genommen. Das habe sich stark gewandelt: „Ich sehe große Fortschritte. Bis hinauf zum mittleren Management ist es heute viel üblicher als früher, als Frau und Mutter berufstätig zu sein.“

Doch statt sich einschüchtern zu lassen, belehrte sie die Herrenriege schon damals eines Besseren: „Es gab wenig später eine Fusion mit einem US-Konzern – und keiner dieser Herren konnte gut Englisch oder war konzernerfahren. Die Einzige, die das konnte, war: ich. Fortan waren sie ganz freundlich und umsorgend, denn ich war ja quasi so eine Art Karrieremacherin für sie“, erzählt sie im Interview mit der herCAREER.

Als ihr erster von zwei Söhnen noch in den Windeln lag, hatte sich Elke Benning-Rohnke für den Vollzeitjob und gegen die drohende Teilzeitfalle im Konzern entschieden – und stellte damit die Weichen für ihre Karriere. Als sie mit ihrem Mann, der ebenfalls bei Procter & Gamble tätig war, und ihrem vier Monate alten Sohn nach Kanada wechselte, machte sie eine interessante Erfahrung: „In Kanada sind alle Mütter sechs Wochen nach der Geburt wieder am Arbeitsplatz – dass sie in Vollzeit arbeiten, ist in der Kultur verankert.“ Bald erhielt sie vom Arbeitgeber ein Jobangebot vor Ort, ein organisierter Kinderbetreuungsplatz „im besten Day-Care-Center der Stadt“ stand bereit: „Nach einem kurzen Überraschungsmoment habe ich mich dafür entschieden.“ Sie bereute diese Entscheidung nicht, stimmte sich gut mit ihrem Mann ab und setzte bald darauf erfolgreich einen internationalen Produkt-Relaunch um.

Den Frauen rät sie, Forderungen mit selbstverständlicher Gelassenheit zu stellen. Und: „Frauen können das stereotype Verhalten der Männer ihnen gegenüber oft auch gut zum eigenen Vorteil nutzen“, sagt sie.

Im Vortrag wird sie auf fünf Prinzipien eingehen, die die Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben beeinflussen – beispielsweise auf das Selbstähnlichkeitsprinzip: „Männer befördern eher Männer, die ihnen ähnlich sind“, sagt sie. Auch Rollenklischees und unbewusste Gender Biases würden immer noch stark wirken: „Führungseigenschaften wie Durchsetzungsstärke werden bei Männern positiv bewertet, weil es dem Stereotyp des idealen Mannes entspricht, taff zu sein. Von Frauen wird das nicht automatisch erwartet. Frauen müssen auch damit rechnen, dass ihre Leistungen weniger gesehen oder schlechter beurteilt werden als die von Männern.“ Den Frauen rät sie auch, den Arbeitgeber nach der Leistungskultur auszuwählen: „Wenn die Leistung zählt, kannst du dich daran messen. In formal hierarchisch organisierten Unternehmen zählen oft Status und Beziehungen, um beruflich weiterzukommen – das begünstigt Stereotypen und Selbstähnlichkeitsmuster.“

Heute sieht sie neue, flexible Arbeitsmodelle wie Jobsharing und Führung in Teilzeit als Chancen für Mütter: „Warum sollte man einen Vorstandsjob nicht in Teilzeit machen können? Ich empfehle, es einfach auszuprobieren. In vielen Führungspositionen funktioniert Jobsharing bereits sehr gut.“ Elke Benning-Rohnke selbst setzt auf Smart Working: „Die Menschen müssen den Mut haben, ihre Arbeit anders und effektiver zu organisieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Hier sei Schweden mit einem ähnlichen BIP wie Deutschland ein gutes Vorbild: „In Schweden gibt es nach drei oder vier Uhr in den Unternehmen keine Meetings ¬ damit Zeit für die Kinder bleibt.“

Am Donnerstag, 6. Oktober, um 17:10 Uhr kommt Elke Benning-Rohnke mit ihrem Vortrag zum Thema „Karriere, Frau, Mann, Familie – es ist Zeit, neu zu denken“ zur herCAREER-Expo und ist als Table Captain Teil der Abendveranstaltung herCAREER@Night.

Fotograf/Bildquelle: © Inga Haar

Quelle messe.rocks GmbH

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