Kommt zu Potte!

ekoneo vermittelt gemeinnützige Organisationen Sonderkonditionen auf Produkte und Dienstleistungen für ihren täglichen Gebrauch

Stellen Sie sich und das Startup ekoneo doch kurz unseren Lesern vor!
ekoneo ist eine Online-Plattform für gemeinnützige Organisationen wie Vereine, Stiftungen, gGmbH’s oder kirchliche Einrichtungen. Diesen Organisationen vermitteln wir über unsere Plattform Sonderkonditionen auf Produkte und Dienstleistungen für ihren täglichen Gebrauch. Der Bedarf ist da sehr unterschiedlich und reicht von Flyern, über Ökostrom oder einem Mietwagen bis hin zu einer Vereinsversicherung. Das Ziel unserer Arbeit ist, dass wir gemeinnützigen Organisationen mehr zeitlichen und finanziellen Spielraum ermöglichen. Alle diese Organisationen vereint, dass im Fokus ihres Wirkens ein Mehrwert für die Gesellschaft und nicht der monetäre Gewinn liegt. Bisher haben wir bereits mit über 50 Partnerunternehmen exklusive Konditionen für Gemeinnützige verhandelt.

Wir – das sind Mario Kümmel und Benedikt Boll. Uns verbindet eine jahrelange Freundschaft, die Arbeit in gemeinnützigen Organisationen und nun auch unser Wirken im StartUp.

Wie ist die Idee zu ekoneo entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu ekoneo hat ihren Ursprung in New York. Dort besuchte Mario das Nonprofit Coordinating Committee of New York, das Nonprofits Preisnachlässe vermittelt. Im Folgenden führten wir gemeinsam verschiedene internationale Artenschutzprojekte durch. Dabei erkannten wir, dass große Organisationen sehr gute Konditionen im Einkauf verhandeln können. Wir stellten uns damals die folgenreiche Frage, was jedoch mit den vielen kleinen und mittleren Organisationen ist, die weder über ausreichend Nachfrage noch über die Zeit und Kenntnis für solche Preisverhandlungen verfügen. Daraus entstand gemeinsam die Idee zu der Plattform ekoneo, über die wir die Nachfrage vieler Organisationen bündeln und die allen gemeinnützigen Organisationen kostenlos zugänglich ist.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Mit Geburt der Idee, kamen erste Überlegungen zur Umsetzung. Wir wollten von Anfang an gerne eine gemeinnützige Organisation gründen, scheiterten jedoch immer wieder an den rechtlichen Rahmenbedingungen. Denn das Unterstützen gemeinnütziger Organisationen reicht nach deutschem Recht nicht aus, um selbst gemeinnützig zu sein. Wir haben uns dann dazu entschlossen, als Sozialunternehmen so gemeinnützig wie möglich zu agieren. Konkret heißt das, dass wir nach Deckung aller Kosten für Plattform und Gehälter, 100% der Gewinne an gemeinnützige Organisationen ausschütten werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Unserer Erfahrung nach warten auf StartUps täglich Überraschungen. Zu unseren größten Herausforderungen zählten sicherlich die Kontaktaufnahme mit den Unternehmen und die Verhandlung der Konditionen. Da wir ohne großes Budget starteten, war und ist eine zentrale Herausforderung ohne viel Geld zu agieren. Dank tatkräftiger Hilfe vieler Freunde und Bekannte konnten wir auf diese Weise viel erreichen. Finanziert haben wir uns neben privaten Mitteln zum Teil über ein Crowdfunding bei EcoCrowd, der Plattform der Deutschen Umweltstiftung, über Wettbewerbe wie den YOOWEEDOO-Ideenwettbewerb oder das Ökonauten-Stipendium sowie über Provisionszahlungen der Partnerunternehmen. Wir sind allerdings auch gerade auf der Suche nach zwei oder drei Sponsoren, die unserem Startup finanziell etwas den Rücken stärken. Unser Wunschziel ist, dass wir finanziell unabhängig von Provisionen der Unternehmen werden und dann noch günstigere Konditionen an Gemeinnützige weitergeben können.

Wer ist die Zielgruppe von ekoneo?
Zur Zielgruppe gehören einerseits alle steuerbegünstigten Organisationen in Deutschland. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: das können gemeinnützige Sportvereine, Nachbarschaftsvereine, Initiativen für Geflüchtete, Chöre, Tier- und Umweltschutzorganisationen, Sozial-, Bildungs-, und Kulturinstitutionen, Stiftungen, Genossenschaften, gGmbH’s sowie kirchliche Einrichtungen sein.
Auf Seiten der Unternehmen möchten wir den Anteil an nachhaltig agierenden Unternehmen stetig steigern und so den gemeinnützigen Organisationen auch eine nachhaltige Beschaffung zu erleichtern.

Wie funktioniert ekoneo?
Nehmen wir als Beispiel eine gemeinnützige Kita und deren fiktive Leiterin Frau Schmidt. Diese erfährt von einer Freundin, dass es für Gemeinnützige über ekoneo vergünstigten Bürobedarf gibt. Daraufhin registriert sie die Kita auf unserer Seite ekoneo.de und lädt dabei einen Nachweis über ihre Gemeinnützigkeit hoch. Sobald wir diesen überprüft haben, schalten wir das Nutzerkonto der Kita frei. In unserem Login-Bereich sieht Frau Schmidt nun übersichtlich alle von uns verhandelten Angebote und wie sie diese wahrnehmen kann. Meist läuft es über eine Linkweiterleitung zu dem jeweiligen Online-Shop des Partnerunternehmens oder wir geben eine Telefonnummer oder Email zur Bestellung an. Neben dem gewünschten Angebot des Bürobedarfsanbieters findet Frau Schmidt außerdem noch einen vergünstigten Mietwagen für den nächsten geplanten Ausflug, einen günstigen Webanbieter für die Website und einen stark vergünstigten Ökostromtarif. Ohne weitere Preisverhandlungen kann sie nun diese Vergünstigungen wahrnehmen.

Welche Vorteile bietet ekoneo?
ekoneo bietet günstige Einkaufsmöglichkeiten, die exklusiv für die Gruppe der gemeinnützigen Organisationen verhandelt sind. Dadurch sparen diese Zeit und Geld, das sie dafür in ihre gemeinnützige Projektarbeit stecken können. Des Weiteren geben wir auf unserer Plattform Hinweise zu weiteren tollen Plattformen wie Innatura oder Proboneo, die den Nonprofit-Alltag erleichtern und informieren zu Themen des nachhaltigen Konsums.
Den teilnehmenden Unternehmen bieten wir eine einfache wie innovative Möglichkeit sich gesellschaftlich zu engagieren. Dabei müssen sie kein eigenes Projekt entwerfen, sondern bleiben bei dem was sie am besten können: ihren Produkten und Dienstleistungen. Indem sie diese vergünstigt an Gemeinnützige abgeben, unterstützen sie aktiv die zivilgesellschaftlichen Experten bspw. in der sozialen Arbeit, beim Tier- und Umweltschutz oder in der Kultur- und Sportförderung.

Wie ist das Feedback?
Die Rückmeldungen sind meist sehr gut und vor allem dankbar. Im letzten Jahr gingen wir mit einer Testphase online. Ohne große Marketingkampagne, haben wir bereits mehrere hundert Registrierungen von Vereinen, Stiftungen und weiteren Einrichtungen. Diese nutzen wir für Feedback und Verbesserungsvorschläge an unserem Angebot. Darauf abgestimmt, veränderten wir unseren Login-Bereich im Design und von den Funktionen noch einmal leicht etwas. Dieser neue Login ist nun endlich online und lädt wartet auf neue Nutzerinnen und Nutzer.

ekoneo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das Konzept von ekoneo beschreiben wir gerne als positiven Kreislauf: Je mehr gemeinnützige Organisationen über ekoneo einkaufen, desto besser werden die Konditionen. Und je besser die Konditionen werden, umso attraktiver wird eine Registrierung für Gemeinnützige. Diesen Kreislauf müssen wir nun richtig in Schwung bringen. Dann freuen wir uns in fünf Jahren über eine Plattform, die vielen Organisationen und damit auch deren zahlreichen angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre gemeinnützige Arbeit erleichtert.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Kommt zu Potte – und möglichst schnell raus, um nicht in Schönheit zu sterben
2. Sprecht mit möglichst vielen Personen über Eure Idee
3. Stellt viele Fragen (an potentielle Kunden, Nutzer, Geldgeber, …)

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Benedikt Boll für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X