Man sollte auf jeden Fall einen langen Atem haben und für das Produkt brennen

Einfachverschickt.de so : Versand einfach und kostengünstig

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen einfachverschickt.de doch kurz vor unseren Lesern vor!
Mein Name ist Philipp Neumann und ich bin Geschäftsführer von einfachverschickt.de, dem einfachsten Versandservice Deutschlands. Wir übernehmen für unsere Kunden die komplette Versandabwicklung, von der Abholung der unverpackten Gegenstände, über die professionelle und sichere Verpackung, bis hin zur Übergabe an den am besten geeigneten Paketdienst, sowie der Abwicklung der gesamten Versanddokumentation. Dadurch ermöglichen wir es Privatpersonen und Händlern, die keinen Zugriff auf eine professionelle Versandlogistik haben, ihren Versand einfach und kostengünstig zu gestalten.

Wie ist die Idee zu einfachverschickt.de entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu einfachverschickt.de entstand aufgrund der Erfahrungen, die wir selber als Online-Verkäufer gemacht haben. Meinen alten Laptop zu verkaufen ist einfach, ihn sicher und unbeschadet beim Empfänger ankommen zu lassen schon weniger. In der Regel habe ich kein geeignetes Verpackungsmaterial vorrätig und muss sehr viel Zeit investieren, um dieses zu besorgen, meine Sachen ordentlich und sicher zu verpacken und das fertige Paket zur mehr oder weniger nahegelegenen Postfiliale zu bringen, wo ich meistens auch noch in der Schlange warten muss. Leider kommen zudem immer noch sehr viele Sendungen beschädigt beim Empfänger an, weil doch nicht die richtige Innenverpackung verwendet wurde. Für uns war sofort klar, dass hier eine kundenorientierte Lösung her muss, die in das digitale Zeitalter passt.
Mit Alexander Geng und Mario Bartels, die ich bereits seit über 15 Jahren kenne, hatte ich von Anfang an zwei Mitstreiter, die meine Leidenschaft, unternehmerisch tätig zu sein, und das Bedürfnis, etablierte Strukturen aufzubrechen, teilen. Mit David Forster haben wir unsere „Business-Brille“ um eine „Technologie-Brille“ erweitert und sind froh, ihn als kompetenten CTO mit der technischen Entwicklung in der Verantwortung zu haben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
In einem ersten Schritt wollten wir verstehen, ob der „Pain Point“, den wir im Versandmarkt gesehen und erlebt haben, auch von anderen wahrgenommen wird. Kurzum: wir wollten wissen, ob es für einfachverschickt.de einen Markt gibt. Nach einem positiven Pilotversuch mit regelmäßigem Kundenfeedback standen wir vor der Herausforderung, das Geschäftskonzept so weiterzuentwickeln, dass auf der einen Seite ein starkes Kundenvertrauen weiter ausgebaut wird, auf der anderen Seite effiziente Strukturen etabliert werden. Das sind keine Aufgaben, die sich während ein bis zwei Brainstormings lösen lassen. Hieran arbeiten wir tagtäglich, indem wir unter anderem unsere Kundenkontaktpunkte für ein kurzes Feedback nutzen. Schließlich kommt ein Kurier bei der Abholung an der Haustür schnell mit dem Kunden in wertvolle Gespräche.
Die Finanzierung des Unternehmens haben wir selbst gestemmt. Da wir alle bereits über Berufserfahrung verfügen, konnten wir auf unsere Ersparnisse zurückgreifen, um die Anfangsphase und auch die nächsten Monate zu finanzieren. Uns war es von Anfang an wichtig, finanziell unabhängig zu sein, um unser Konzept nach unseren Wünschen gestalten zu können, bevor wir einen externen Investor an Bord holen.

Wer ist die Zielgruppe von einfachverschickt.de?
Unser Service richtet sich an Kleinversender. Dabei handelt es sich sowohl um Privatkunden als auch gewerbliche Kunden, die keine professionelle Versandlogistik haben. Neben unserer App arbeiten wir beispielsweise auch an einer individuellen Lösung für Online-Händler, da es hier weitergehende Anforderungen gibt, die wir gerne adressieren wollen. Unser Kredo ist und bleibt, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und auf Basis seines Feedbacks unseren Service weiterzuentwickeln.

Wie funktioniert einfachverschickt.de?
Als Kunde muss ich lediglich ein Foto der zu versendenden Gegenstände mit unserer App machen und angeben, wohin die Sendung verschickt werden soll. Fertig! Zur ausgemachten Zeit kommt ein Kurier von einfachverschickt.de vorbei und bringt den unverpackten Gegenstand in unser Lager, wo er professionell von unseren Verpackungsspezialisten verpackt wird. Spätestens am nächsten Tag wird das Paket mit dem in der jeweiligen Versandsituation am besten geeigneten Paketdienst verschickt und der Kunde kann den weiteren Verlauf seiner Sendung in unserer App verfolgen.

Warum sollte man einfachverschickt.de nutzen?
Einfachverschickt.de spart mir jede Menge Zeit und Stress gegenüber dem klassischen Versand. Der Kunde hat die Gewissheit, dass seine Gegenstände immer sicher verpackt sind und unbeschädigt beim Empfänger ankommen. Der gesamte Prozess ist von der Abholung bis zur Ankunft beim Empfänger versichert, so dass der Kunde im unwahrscheinlichen Fall einer Beschädigung abgesichert ist.
Bisher musste das Verpackungsmaterial aufwendig und teuer selbst besorgt werden und der gesamte Prozess – vom Kauf des Materials über das Verpacken bis hin zur Abgabe bei der Post – hat schnell mehr als 90 Minuten in Anspruch genommen. Mit einfachverschickt.de muss sich der Kunde weniger als 1 Minute mit dem Versand beschäftigen.
Der Kunde zahlt für unseren Service in der Regel sogar weniger als beim klassischen Versand, da deutliche Einsparungen beim Verpackungsmaterial möglich sind.

Was kostet der Service von einfachverschickt.de?
Unser Service kostet 5 Euro für die Abholung, Verpackung und Versicherung (in Höhe von 500 Euro pro Sendung) von bis zu 5 Sendungen, d.h. der Kunde kann unseren Service ab 1 Euro pro Sendung nutzen. Hinzu kommt noch der jeweilige Versandpreis, der aber nie höher liegt als beim klassischen Versand in der Postfiliale.

Einfachverschickt.de, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren haben wir unseren Service optimal für Privat- und gewerbliche Kunden weiterentwickelt und sind in sämtlichen Ballungsräumen innerhalb Deutschlands und in mehreren internationalen Städten aktiv. Wir haben unsere operativen Strukturen soweit ausgebaut, dass wir problemlos mehrere tausend Sendungen abwickeln können und der Großteil der Kleinversender fragt sich, wie sie jemals ohne unseren Service zurechtgekommen sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Man hört und liest es zwar überall, ich möchte aber trotzdem noch einmal betonen, dass das richtige Team sehr wichtig ist. Das Gründen fällt um einiges leichter, wenn man auf Teammitglieder zurückgreifen kann, deren Fähigkeiten sich ergänzen, die die gleiche Vision verfolgen und auf die man sich hundertprozentig verlassen kann. Gerade am Anfang stößt man in allen Bereichen auf Schwierigkeiten, die sich mit dem richtigen Team deutlich besser meistern lassen.

Das bringt mich auch schon zum nächsten Tipp: Man sollte auf jeden Fall einen langen Atem haben und für das Produkt brennen. Gerade bei einem noch eher unbekannten Produkt oder Service stößt man Anfangs auf sehr viel Skepsis und Unwillen, etablierte Strukturen zu verlassen. Es kann daher einige Zeit dauern, bis das Geschäftsmodell an Fahrt aufnimmt.

Zu guter Letzt ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, sein Produkt oder seinen Service so schnell wie möglich im Markt zu testen. Wir haben den Ansatz verfolgt, ein Basisprodukt zu entwickeln und dieses sukzessiv auf Grundlage von Kundenfeedback weiterzuentwickeln, anstatt eine umfangreiche Lösung zu bauen, die möglicherweise nicht zielgruppengerecht ist. Gründerteams mögen auf Ideen oder Produkt-Features kommen, die ein eigenes Problem fantastisch adressieren, jedoch außerhalb des Teams „nicht fliegen“. Der Input von außen, zum Beispiel durch Familie oder Freunde, ist schnell eingeholt und äußerst hilfreich.

Wir bedanken uns bei Philipp Neumann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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