Wenn ihr etwas aus vollem Herzen tut, kommt der Erfolg von allein

Ehsan Allahyar Parsa Gründer von Rootify, einer intelligente App zum Sprachenlernen, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Rootify doch kurz vor!

Hola, Salam & Aj Gude! Mein Name ist Ehsan Allahyar Parsa und ich bin der Gründer und Geschäftsführer von Rootify. Unsere internationale Rootify-Familie reflektiert bereits im Mikrokosmos die gesellschaftliche Vision, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden: 

Wir kollaborieren derzeit über alle Zeitzonen verteilt  in Curaçao, Deutschland, Indonesien, Iran, der Niederlande, Nigeria, und dem Sillicon Valley. 

Wie ist die Idee zu Rootify entstanden?

Vor fast 2 Jahren habe ich zum ersten Mal Rootify bei einem Pitch vorgestellt. Die Idee, Sprachbarrieren zu überwinden, um den Integrationsprozess zu beschleunigen, kam mir während meiner Arbeit als Mediator. Ich habe während der Flüchtlingskrise in Deutschland ehrenamtlich als Übersetzer gearbeitet und Flüchtlingen bei ihrem Neuanfang in Deutschland begleitet. 

Dabei merkte ich schnell, dass ich, selbst wenn ich mich diesem Projekt Vollzeit gewidmet hätte, nicht allen Menschen hätte helfen kann. Mir war sofort klar, eine skalierbare Lösung muss her.Hinter Rootify steht die Idee: „Connecting cultures by going back to the roots!“ Unsere Philosophier Kompass ist, dass uns Menschen im Kern viel mehr vereint als wir uns aktiv bewusst sind. Oftmals finden sich Gemeinsamkeiten in unseren Wurzeln, welche sich in unseren Sprachen reflektieren.

Das erste Sprachpaar, bei welchem mir dies auffiel sind meine Muttersprachen Persisch und Deutsch. Auch wenn diese sehr weit voneinander entfernt scheinen, aufgrund ihres unterschiedlichen Alphabets beispielsweise, haben auch diese eine große Gemeinsamkeit: Sie gehören beide der Indo-Germanischen Sprachfamilie an und teilen somit ebenfalls gemeinsame Wurzeln. Auf Basis dieser Grundlage können Sprachen effizienter gelernt und man muss eine neue Sprache nie wieder bei null anfangen. Im Gegenteil! – Mit jeder Sprache wird die nächste einfacher. Diese Methode, mit der ich selbst mir einen Großteil meines Sprachrepertoires Autodidakt aneignete, ist zu gut, um sie nicht mit der Menschheit zu teilen!

Welche Vision steckt hinter Rootify?

Diese Frage lässt sich am besten mit dem Golden Circle (Why, How, What) von Simon Sinek beantworten. Why: Warum ist Rootify eine soziale Bewegung und nicht nur ein weiteres Unternehmen? Ein Rootifyer zu sein bedeutet unternehmerisches Wissen und Fähigkeiten für Nachhaltigkeit einzusetzen – egal ob im ökologischen oder sozialen Sinne.

How: Wie realisiert Rootify diese Vision? Rootify versteht sich als Megafon, welches die Stimmen der entferntesten Ecken der Welt, welche sonst ungehört blieben, eine Platform verleiht. 

Alles woran Rootify tagtäglich arbeitet ist angetrieben von der Passion Kulturen zu verbinden & hebt unsere Gemeinsamkeiten für ein nachhaltigeres miteinander hervor.

What: Was sind die Produkte und Dienstleistungen die Rootify kreiert um dies zu erreichen?

Jedes Produkt spiegelt die individuellen Talente unsere Rootify-Familienmitglieder wider: Ihre Passionen reichen von Sprachen (Rootify App), Design (Rootify Fashion), Musik (Rootify Podcast) bis zu Ernährung (Rootify Nutrition wie im Beispiel von Entorganics, welches bereits ich seit der Entstehung coache).

Wer ist die Zielgruppe von Rootify?

Jeder vom frustrierten Sprachlerner, der den Prozess abgebrochen hat bis hin zum Polyglotten wird sich in unsere App verlieben. Rootify wird ebenso der nativen deutschen Bevölkerung die Möglichkeit bieten sich mit Flüchtlingen zu vernetzen, die sich in ihrer neuen Heimat integrieren möchten und so ihren kulturellen Horizont erweitern.

Grundsätzlich ist die Rootify-Methodologie in verschiedenen Bereichen einsetzbar. Auch für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter weiterbilden möchten, ist sie äußerst interessant. Des Weiteren besteht enormes Potenzial im schulischen und akademischen Bildungssektor. Hier können Lehrer und Institutionen mit der Rootify-Methodologie komplementäre Sprachkurse anbieten und den offline Unterricht digital erweitern.

Aufgrund dessen beschränken wir uns nicht auf eine spezielle Zielgruppe, sondern wählen einen holistischen Ansatz, der zwar zeitintensiver ist, aber langfristig zu einer nachhaltigen Realisierung unsere Vision führt. Aktuelle liegt der Fokus im B2C Segment, da wir hier durch Crowdfunding ein gesteigertes Erfolgspotenzial sehen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Als ausführliche Antwort auf diese Frage empfehle ich euch auf allen verfügbaren Kanälen Spotify und Apple Podcasts nach dem Rootify 2020 Podcast zu suchen. Dort habe ich eine ausführliche Erklärung und fast schon gar eine Anleitung dazu gegeben wie man in die Höhle der Löwen kommt. Es wird dann auch noch einen zweiten Teil geben wird nach der Ausstrahlung, in der ich erzähle was genau passiert ist und wie man mit den Löwen verblieben ist. . Um euch schon mal ein bisschen zu teasern auf die Podcast-Folge, kann ich euch schon mal das Folgende sagen:

Ich habe mich in einem sehr frühen Stadium mit Rootify beworben, so dass ich genauso früh eine Ablehnung erhielt. Danach vegetierte ich in der Kartei von Vox vor mich hin. 

Erst nach Schlüsselmomenten wie meiner Rede vor dem Vereinten Nation und der Einladung der Kanzlerin nach Berlin, ist die Redaktion von sich wieder auf mich aufmerksam geworden und fragte ob das Interesse noch bestünde.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe viele Pitches analysiert und die Unternehmensbewertung als wichtigsten Faktor identifiziert. Aus der Recherche war ich mir dessen bewusst, dass rein psychologisch ein Löwe kaum gewillt ist eine siebenstellige Post-Money-Evaluation zu bestätigen. Daher habe ich mich mit meinem Angebot bewusst genau unter dieser magischen Zielmarke gehalten. Dies spiegelte jedoch in keinster Weise den tatsächlichen Wert da, den wir aufgrund des gesamten Herzblutes das wir tagtäglich hinein stecken, für Rootify bemessen.

Das letzte Vierteljahrhundert konstanter Unterschätzung hat mich bestens gewappnet auch als Underdog die Höhle der Löwen zu betreten. Meine Hauptvorbereitung lag daher neben der Recherche vorheriger Erfolgsgründer der Show auch im eingängigen Studium von Frank Thelen, welcher mir aufgrund seines Werdegangs als geeignetster Investor erschien. Ich besuchte seine Reden auf Summits wie der von meinem Kumpel Dany Söder gegründeten Entrepreneur University und studierte seine Biografie, in der er sogar auf zwei Seiten genau beschreibt auf welche Kennzahlen er wert legt. Genau diese bereitete ich für meinen Pitch vor.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Wie bereits erwähnt, war mein Weg in die Höhle sicherlich kein direkter. Nach der ersten Absage habe ich das Format nicht weiterverfolgt und war selbst überrascht, als der Sender auf mich zugekommen ist. Natürlich hat mich das motiviert und bestärkt, dass auch die Redaktion das Wachstum von Rootify wahrgenommen hat. Für mich ist die Höhle ein Meilenstein auf meinem Weg als Gründer. Sie ist nicht das Ziel, sondern erst der Beginn.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Rootify aufmerksam werden?

Es ist der absolute Wahnsinn, dass seitdem Vox uns jetzt seit zwei Wochen in jeder Werbung für einige wenige Sekunden zeigt, wir jedes Mal auf einen Schlag im dreistelligen Bereich Beta-Registrierungen auf unserer Webseite erhalten. Es ist gar nicht vorstellbar wie groß das Volumen sein wird am kommenden Dienstag. Online Marketing Rockstars hat einen Marketingwert von 4 Millionen Euro für einen Auftritt bei DHDL kalkuliert. Dieser wird in diesem Jahr wahrscheinlich noch höher, da mit dem Abgang von Frank Thelen, dies seine letzte Staffel sein wird und auch die erste Staffel zu solch früher Zeit in diesem Jahr darstellt.

Bisher haben wir keinerlei Geld in Marketing investiert. Die Menschen erzählen von sich aus wie sie sie Ihre nachhaltige gesellschaftliche Vision in Rootify repräsentiert sehen. Dennoch freuen wir uns über viele neue Interessenten und insbesondere ist uns wichtig unsere Vision von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit global zu verbreiten. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Während meiner Recherche und der Analyse der Investment Portfolios der Löwen, kam ich schnell zu dem Entschluss, dass nicht nur augenscheinlich Frank Thelen ein geeigneter Investor für Rootify wäre.

Rootify, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als Unternehmen, das vielen Menschen bei der Integration geholfen hat. Dabei schauen wir seit Tag eins über den deutschen Tellerrand, denn Migration ist eine globale Angelegenheit.

Lediglich eine globale Herangehensweise kann das Problem in der Wurzel lösen (Pun Intended )! Die UN SDG zeigen uns, dass die Probleme unserer Generation nur mit einem international Mindset gelöst werden können. Weltweit waren 2018 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht und nicht zu vergessen diejenigen, die bereits geflüchtet sind und einen Neuanfang starten. 

Rootify wird in fünf Jahren seine Tochter-Projekte für mehr Nachhaltigkeit wie Rootify Nutrition / Rootify Fashion & Rootify Media etabliert haben. Auf dem Weg dahin unterstützen wir Gründer, denn Social Entrepreneurship liegt uns am Herzen. Bereits heute arbeite ich ehrenamtlich als Mentor und Coach für junge Gründer. In einer halben Dekade wird etwas „Rootifyen“ synonym verwendet dafür eine Angelegenheit global und nachhaltig anzugehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Zitat von Reid Hoffman „If you are not embarrassed by the first version of your product, you’ve launched too late.” hat uns schon oft motiviert. Rootify ist das erste early-stage-startup, dass es mit einer Idee in die Höhle der Löwen geschafft hat. Wir hoffen mit diesem Präzedenzfall einen Paradigmenwechsel in Richtung der amerikanischen Gründermentalität angestoßen zu haben. Unsere risikoaverser Fokus auf reine Business-Pläne steht im starken Gegensatz zum „Shark-Tank“-Original, welches in Gründerpersönlichkeiten investiert. 

Law of gravitation – Wenn ihr etwas aus vollem Herzen tut, kommt der Erfolg von allein. Wenn ihr ein Problem in eurem Umfeld wahrnehmt und euch eine Lösung dazu einfällt, die vielleicht auf den ersten Blick nicht lukrativ aussieht, es aber eure Passion ist dieses Problem zu lösen – dann macht es trotzdem! Eure Mitmenschen und unser Planet werden es euch danken. Auf unserem Weg haben wir viele inspirierende Menschen getroffen, die ihrer Passion gefolgt sind und damit dann auch erfolgreich geworden sind. Letztendlich bestimmt die Metriken zur Erfolgsmessung jeder Mensch für sich selbst.

Fail small!  

Wir haben bis heute viele Absagen erhalten, die teilweise wirklich niederschmetternd waren. Oft fragt man sich ob es überhaupt Sinn macht was man gerade tut – aber ja das tut es! Lernt mit Rückschlägen umzugehen und sie nicht emotional zu verarbeiten, das kostet euch Zeit, die ihr in die nächste Aktivität stecken könntet. Eurer Mindset ist hier sehr wichtig, arbeitet daran täglich und ihr werdet langfristig erfolgreicher werden. Hätte ich nach meiner ersten Absage von DHDL das Handtuch geschmissen, hättest du jetzt nicht dieses Interview gelesen. Die Tatsache, dass wir in einer Realität leben, in der genau das jedoch gerade der Fall ist inspiriert dich hoffentlich auch weiter am Ball zu bleiben: Let’s Rootify!

Bild: Ehsan Allahyar Parsa aus Gießen präsentiert mit „rootify“ eine intelligente App zum Sprachenlernen. Er erhofft sich ein Investment von 175.000 Euro für 18 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Rootify am 10. März in der Höhle der Löwen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ehsan Allahyar Parsa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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