EcoToiletten die ökologische Alternative zu Chemietoiletten

EcoToiletten ökologisch, mobile Toiletten für Feiern, Baustellen oder Festivals

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen EcoToiletten doch kurz vor!
Mein Name ist Kevin Kuhn und ich bin Geschäftsführer von EcoToiletten. EcoToiletten ist ganz grob gesagt eine Vermietung von ökologischen, mobilen Toiletten für Festivals, Straßenfeste oder auch Baustellen. Wir stellen also eine ökologische Alternative zu den bisher bekannten Chemietoiletten dar und haben vor allem die Mission Toiletten im öffentlichen Bereich und auf Großveranstaltungen wieder angenehm und benutzbar zu machen.

Wie ist die Idee zu EcoToiletten entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Wir im Team sind alles Weltverbesserer und interessieren uns neben ökologischen Problemen, auch wie man diese wirklich lösen kann. In 2012 haben wir ein erstes Projekt in einem indischen Dorf realisiert, in dem wir Trockentoiletten gebaut haben für 35 Haushalte. Für dieses Projekt mit dem Namen Guts for Change, haben wir selbstständig Spenden gesammelt über eine Fahrradtour von Berlin nach Indien und mit Partnern zusammen für die Umsetzung gesorgt. Da wir keine Lust und Zeit hatten ständig durch die Welt zu fahren für den Bau von Toiletten im globalen Süden, suchten wir nach einem Social-Business Ansatz. Daraus entstand EcoToiletten und unser Ziel ist es Überschüsse zu erwirtschaften, die dann in Hilfsprojekte gehen und auch die Idee von nachhaltiger Sanitärversorgung in Deutschland bekannt zu machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben uns ausschließlich aus den Einnahmen durch die Vermietung finanziert. Unsere ersten 2 Jahre waren komplettes Bootstrapping. Von einem Partnerunternehmen konnten wir 5 gebrauchte Toiletten erwerben mit einer Rückgabeoption. Nachdem wir die Zusage für die Toiletten hatten, haben wir angefangen Veranstalter zu kontaktieren per Mail und Telefon. Als wir dann die ersten 2-3 Veranstaltungen hatten, haben wir die Toiletten verbindlich bestellt. Das war alles was wir hatten. Als die Toiletten dann kamen, mussten diese erst einmal in den Schuppen meiner Mutter. Eine Woche später haben wir dann ein kostenloses Lager gefunden und auch eine Ort für die Kompostierung. Ab dann konnten wir erst ein mal operieren und Erfahrungen sammeln auf kleinstem Maßstab, bevor wir in Infrastruktur investieren.

Wer ist die Zielgruppe von EcoToiletten?
Die Hauptzielgruppe sind Veranstaltungen, also Musikfestivals, Straßenfeste oder auch private Feiern. Anfangs waren es vor allem nachhaltig ausgerichtete Veranstaltungen, aber relativ schnell konnten wir auch auf breiter ausgerichtete Veranstaltungen unsere Toiletten mit Erfolg hinstellen. Da ist es eher wichtig, dass die Toiletten gut aussehen, sie sauber sind und sie nicht unangenehm riechen. Außerdem haben wir zunehmend auch Dauermieter wie z.B. Kanustationen, Bauernhöfe oder auch Baustellen. Gerade bei den vielen Baustellen in Berlin, ist das für uns interessant.

Was ist das Besondere an den Toiletten?
Also das was komplett anders ist im Gegenzug zu den mobilen Chemietoiletten, ist dass wir Sägespäne benutzen anstatt Wasser oder Chemie. Das hat den Effekt, dass es in der Kabine nicht stinkt, sondern angenehm nach Holz riecht. Außerdem ermöglicht es uns, die Materialien später zu kompostieren und daraus fruchtbaren Boden zu generieren. Um dem ganzen noch einen angemessenen Rahmen zu geben, sind die Kabinen aus Holz, nachts beleuchtet und wir bieten bei größeren Veranstaltungen einen sympathischen Reinigungsservice mit an.

Wo sind die Toiletten schon verfügbar?
Bisher haben wir von Berlin aus geliefert für Veranstaltungen mit bis zu 100 Toiletten, also ca. 10.000 Besuchern. Im nächsten Jahr werden wir auch von Wuppertal und Stuttgart aus liefern können. Wir bekommen ja Anfragen aus der ganzen Republik und sehen, dass es noch weiße Punkte gibt.

EcoToiletten, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir sehen, dass das System von mobilen Komposttoiletten gut ankommt auf Veranstaltungen und über die Jahre wachsen wird. Das Ziel ist es auch die richtig großen Veranstaltungen in naher Zukunft komplett umzustellen. Gerne würden wir in fünf Jahren nur noch Ecotoiletten auf Festivals sehen und es zum absoluten Standard machen. Bis dahin müssen wir noch ein paar Abläufe verbessern, aber auch das Bewusstsein für nachhaltige Produkte und dass niemand gerne dreckige Toiletten benutzen will, muss bei den Veranstaltern wachsen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Sell before you Invest! Egal welche Idee man hat und in welcher Branche oder Größenordnung sich diese bewegt, am Anfang eines jeden Business muss der Beweis stehen, dass es Käufer gibt. Für jedes Start-Up ist die Fähigkeit seine Salesstrategie zu validieren die absolut wichtigste für die ersten Jahre. Die Entwicklung der Produkte, ein Büro oder ein großes Team kann alles warten. Zu allererst sollte man die Idee seines Produktes verkaufen können und erste Einnahmen generieren. So kann man sich viele Fehlinvestitionen ersparen, schnell starten und die Lernkurve steil halten. Es hilft enorm, wenn man sich als Unternehmer stetig und passioniert weiterbildet durch Bücher oder Mentoren. Das kann einem auch viele Fehler und Zeit sparen. Wer Lust hat ein Unternehmen zu gründen, sollte sich schon früh in eine Routine der Weiterbildung bringen. Ach und natürlich sollte man sich nicht scheuen vor harter Arbeit.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Kevin Kuhn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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