eBall: Elektrischer Ball in der Höhle der Löwen

eBall elektrisch angetriebenen Scooter

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen eBall doch kurz vor!
Wir entwickeln einen elektrisch angetriebenen Scooter, den wir eBall („Elektrischer Ball“) nennen. Man balanciert hierbei wie auf einem Segway auf einer Kugel, wodurch man sich dann in jede Richtung bewegen kann.

Wie ist die Idee zu eBall entstanden?
Ich hatte die Idee im Urlaub, nachdem ich mir für eine Party einen Segway ausgeliehen hatte.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Unsere größte Herausforderung ist den optimalen Aufbau des Scooters zu finden – also wie viele Motoren benötigt und an welcher Stelle auf der Kugel die Antriebsräder angreifen. Da wir die ersten sind, die ein solches Gefährt bauen, haben wir keine Referenz, an der wir uns orientieren können. So haben wir vier verschiedene Varianten gebaut und sind ironischerweise wieder beim allerersten Entwurf gelandet. Jetzt wissen wir allerdings, dass die alternativen Entwürfe nicht so gut fahren…
Sehr aufwändig war auch die Steuerungssoftware, bei der wir zuletzt viele Monate optimiert haben, um den eBall optimal abzustimmen. Hier war der schwierigste Teil zu verstehen, an welchen Parametern man wie drehen muss, damit sich das Fahren z.B. weicher oder agiler anfühlt, bzw. wie man die höchsten Geschwindigkeiten erreicht ohne dass es sich wackelig anfühlt. Schließlich balancieren wir ja auf einer Kugel…
Ich war recht glücklich mit den ersten drei Prototypen und hatte nach zwei Monaten bereits eine erste Version, auf den die Kinder durchs Wohnzimmer eiern konnten. Um das auf das heutige Niveau zu bringen, haben wir dann weitere zweieinhalb Jahre benötigt.
Ich habe den eBall privat finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von eBall?
Sportliche Personen im Alter von 6 bis 25 Jahren. Man benötigt keine Vorkenntnisse und ein wenig Körperspannung. Nach 1-2 Minuten fährt man sicher.

Wie funktioniert eBall?
Die primäre Steuerung erfolgt über Gewichtsverlagerung: Lehne ich mich nach links, fährt er nach links, lehne ich mich nach vorne, fährt er nach vorne. So kann man in jede beliebige Richtung fahren.
Zusätzlich steuert man die Drehung um die Hochachse (Pirouette) über die Füße ähnlich wie beim Skifahren. Dadurch dreht man sich. Zum Bremsen lehnt man sich gegen die Fahrtrichtung z.B. also nach hinten wenn man gerade vorwärts fährt.

Wie ist das bisherige Feedback?
Unglaublich positiv, einfach fantastisch. Egal wo man auftaucht, man hat die volle Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass das anhält, wenn der eBall bekannter wird. Aktuell ist es einfach neu, da man sich sehr entspannt schwingend bewegt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Mir gefiel das Format wirklich gut. Klar gab es manchmal derbe Kommentare, aber die Gesamtintension war positiv um den Erfindern zu helfen. Wie jeder Erfinder glaub(t)e ich auch, dass ich die genialste Erfindung der Welt habe, und will sie buchstäblich „auf die Straße“ bringen.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Zunächst habe ich mir einige der vergangenen Serien angeschaut, dann über die einzelnen Löwen recherchiert und überlegt, wer den eBall „gebrauchen“ könnte. Das Erscheindungsbild als Doc Brown aus Zurück in die Zukunft hatte ich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg schon erfolgreich ausprobiert, so dass ich beschloss, es einfach auch für die Höhle der Löwen zu nehmen. Als kleinen Gag habe ich meinen Sohn als „Mini-Me“ mitgenommen, da ich seinerzeit auch noch eine Kinderversion anbieten wollte. Inzwischen habe ich eine One-Size-Fits-All-Version.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf eBall aufmerksam werden?
Ich kann das nur jedem Startup empfehlen, da man nur gewinnen kann: Entweder man wird nicht angenommen (wie auch wir zuerst, da wir noch zu früh und kein Produkt und keine Kunden hatten), dann ist es ein überschaubarer Aufwand. Wird man genommen und bekommt keinen Deal, dann kann man seine Idee besser einschätzen und hat schon mal Publicity bekommen. Bekommt man einen Deal, ist man einen riesigen Schritt weiter. Klar, es ist dann auf einmal viel mehr Zug drin, aber der ist in der Regel auch nötig, um schnell weiterzukommen.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Ich war primär an Hr. Dümmel interessiert, da er die nächsten Abschnitte auf unserem Weg zum „kaufbaren Produkt“ beherrscht: Produktion und Vertrieb. Ansonsten passt der eBall thematisch auch sehr gut zu Herrn Schweizer – Outdoor, Erlebnis, Herausforderung, Sport.

Wie geht es mit eBall nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
Ein Deal würde wie ein extremer Beschleuniger wirken – in meinem Fall würde ich den eBall an einen Profi übergeben, um ihn auf den Markt zu bringen. Klappt das nicht, muss ich es selbst versuchen oder einen anderen Partner suchen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich wünsche mir, dass in fünf Jahren der eBall auf dem Weltmarkt angekommen ist und seinen Platz im Bereich Elektromobilität und Fun gefunden hat.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Wichtig für die eigene Erfindung ist, dass man sie mit einem Satz beschreiben kann und jemand, der noch nie was davon gehört hat, dann weiß, was es ist.
Erstellt keine Plattform APP. Das höre ich immer wieder – nicht schon wieder eine Plattform, die X und Y zusammenbringt. Eine APP gehört heute bei vielen Produkten dazu, sie sollte aber nicht das Produkt sein.

Bild © VOX/Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie eBall am 18.Oktober in #DHDL

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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