easyfolio: Warum vollautomatisierte Asset-Manager den Weg in die Zukunft der Vermögensverwaltung bahnen

In Zeiten der Niedrigzinspolitik haben sich so einige spannende Alternativen zu klassischen Anlageprodukten entwickelt. Mit easyfolio ist eine transparente Online-Lösung entstanden, welche die Vermögensverwaltung automatisiert und demokratisiert.

Herr Pfingsten, Sie haben mit easyfolio einen mutigen Schritt nach Vorne gewagt. Warum sehen Sie im Markt der automatisierten Vermögensverwaltung so viel Potential?
Pfingsten: Ob Aktien oder Anleihen – die Renditen sind durch die aktuelle Niedrigzinspolitik auf einem historisch niedrigen Stand angelangt während zugleich die Korrelation der anderen Assetklassen stetig zugenommen hat. Die Mechanismen der klassischen Anlageberatung sind wie selten zuvor auf die Probe gestellt. Während sich Investoren früher auf ihren Bank- oder Finanzberater verließen und ein individuelles Konzept erhielten, welches gezielt zu ihrem Risikomanagement und der gewünschten Performance passte, hat die Nivellierung der Assetklassen dazu geführt, dass auch vermehrt alternative Anlagemöglichkeiten in den Fokus der Anleger gelangt sind. Eine der vielversprechendsten Strömungen ist hierbei das Feld der Robo-Advisors, sprich: auf passiven börsengehandelten Indexfonds (ETFs) basierende Anlagestrategien, die Vermögen nach von intelligenten Algorithmen anlegen.

Wie wird sich der Markt für Robo-Advisory-Services entwickeln?
Pfingsten: Während 2015 noch vor allem Avantgardisten das Zepter in der Hand hielten, konnte im letzten Jahr die Zielgruppe der aktiven Anleger erreicht werden, die sich aktiv und regelmäßig mit den Themen Geldanlage und Investmentprozessen auseinandersetzt. Aufgrund der weiteren Aussichten ist jedoch davon auszugehen, dass das aktuelle Marktvolumen in den kommenden fünf Jahren noch deutlich ansteigen wird. Der Zeitpunkt, an dem die heutigen Tagesgeldkunden ermattet von den geringen Renditeaussichten sein werden und sich für Alternativen wie Robo-Advisory-Services öffnen, könnte zu einem erheblichen Anstieg der Kapitalflüsse in diesem Bereich führen.

Wie genau sieht der Investmentprozess aus? Warum ist das Thema besonders für Privatanleger relevant?
Pfingsten: Bei easyfolio wird das Vermögen in ausgewählte Dach-ETFs angelegt, welche nach wissenschaftlichen Modellen von Markowitz sowie zahlreichen weiteren KPIs analysiert und vorselektiert werden. Je nach eigener Risikopräferenz gibt es die Möglichkeit, in einen von vier Portfolio-Typen zu investieren – easy 30, easy 50 easy 70 oder easy flex. Hierdurch entsteht ein risikoadjustiertes und diversifiziertes Portfolio, das dem Anleger eine individuelle Mischung aus Anleihen und Aktien auf ETF-Basis bietet und das eigene Risikoprofil adäquat widerspiegelt.
Zudem achten wirdarauf, dass nicht nach reiner Marktkapitalisierung sondern nach Bruttoinlandsprodukt (BIP) allokiert wird. In der Summe sinken durch diese Mechanismen die Transaktionskosten für den Anleger erheblich, sodass sich ein Engagement bei easyfolio insbesondere auch für Kleinanleger besonders attraktiv gestaltet. Der Anleger profitiert überproportional von Skaleneffekten und geringeren Gebühren. So ist es beispielsweise bereits ab 10 Euro möglich, Sparpläne zu initiieren und es bedarf keiner Mindestanlagesummen für Einmalanlagen. Nicht ohne Grund spricht man deshalb geradezu von einer „Demokratisierung der Geldanlage“ in diesen Kontext.

Wie sehen Sie den Markt für FinTechs in Deutschland und welche Rolle gestehen Sie dieser bei Hauck &Aufhäuser Privatbankiers zu?
Pfingsten: FinTechs haben alt hergebrachte Strukturen in Frage gestellt, neue Ideen und neue Perspektiven in der Finanzwelt eröffnet. Betrachtet man diese Entwicklung jedoch in einem größeren Gesamtzusammenhang wird klar, dass eine Symbiose beider den größten Mehrwert für den Kunden darstellt. Es besteht kein Zweifel, dass viele Kunden im Zuge der Finanzkrise das Vertrauen in Banken in Frage gestellt haben und die Reputation der gesamten Finanzbrancheauf dem Prüfstand stand. Dennoch ist gleichermaßen festzuhalten, dass die zum Teil jahrzehntelange Beratungskompetenz und Erfahrung der Vermögensverwaltung zu einer unabdingbaren Grundlage für die tragfähige Entwicklung der FinTechs und den Vermögen der Anleger darstellt. Das hat sich in unserem konkreten Fall insbesondere an den deutlich höheren Zuflüssen nach dem Erwerb von easyfolio durch Hauck &Aufhäuser gezeigt. Insofern glauben wir bei Hauck &Aufhäuser und easyfolio daran, dass die Zusammenarbeit aus etablierten Instituten und jungen FinTechs den goldenen Mittelweg darstellen.

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Wir bedanken uns bei Reinhard Pfingsten für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.