Durchhalten und nie den Glauben verlieren

E-Autos.de Online Marktplatz der Elektromobilität elektrische Zweiräder, Elektroautos und Nutzfahrzeuge anbieten und finden

Stellen Sie sich und das Startup E-Autos doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Ronny Blochwitz, 31 Jahre jung und bin Gründer und Geschäftsführer von E-Autos.de. E-Autos.de ist der erste Online Marktplatz der Elektromobilität. Auf der Plattform können Händler und Privatpersonen elektrische Zweiräder, Elektroautos und Nutzfahrzeuge anbieten und natürlich auch finden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Selbstständig werden, stand für mich tatsächlich schon in der Schule fest. In der letzten Jahrgangsstufe im Gymnasium hat uns unsere Lehrerin in Gemeinschaftskunde einen Brief an unser ICH in 10 Jahren schreiben lassen. Zu unserem 10-jährigen Klassentreffen gab sie uns dann die Briefe. In meinem stand tatsächlich drin, dass ich hoffentlich meine eigene Firma mit Mitarbeitern habe und ein cooles Firmenauto mit schwarzen Felgen fahre. Also offensichtlich war die intrinsiche Motivation sehr früh da. 

Heute ist es einfach die komplette Erfüllung an meiner eigenen Firma zu bauen und sie jeden Tag weiterzuentwickeln. Das macht einfach unglaublich zufrieden. 

Welche Vision steckt hinter E-Autos?

Die Plattform soll die komplette Customer Journey der Mobilitätswende online abbilden können. Vom Ankauf des alten Verbrenner-Fahrzeuges, über die Auswahl des neuen E-Autos, bis hin zur passenden Wallbox für Zuhause, dem richtigen Ladekabel, einem Ökostromtarif und sonstigen Peripherie-Themen dieser neuen Mobilität.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee und Entscheidung zu gründen, dauerte eine halbe Stunde. Ich war bereits selbständig, daher ging es einfach direkt los. 

Bei der Entwicklung eines Online-Marktplatzes ist die Schwierigkeit das bekannte „Henne-Ei-Problem“. Man muss für Nachfrage und Angebot auf der Plattform sorgen. Demnach dauert es ohne finanzieller Ausstattung sehr lange, bis man eine erste Monetarisierung realisieren kann. Das war und ist für uns als bootstrapp-finanziertes Unternehmen sicher die größte Challenge. 

Wer ist die Zielgruppe von E-Autos?

Jeder, der ein neues oder gebrauchtes Elektroauto in Betracht zieht oder konkret sucht und alle wichtigen Informationen zur Reichweite, Akkugröße, Lademöglichkeiten etc. schnell, übersichtlich sehen will.

Wie funktioniert E-Autos? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Ich wollte ursprünglich ein elektrisches Quad von einem Auftraggeber meiner vorherigen Firma auf den üblichen Autoplattformen inserieren. Dabei stellte ich fest, dass der Informationsbedarf bei E-Fahrzeugen eine ganz anderer ist, als bei Verbrennern. Kein Hubraum, CO2-Ausstoß und Verbrauch in Litern ist wichtig, sondern Reichweite, Ladezeit, Akkugarantie. Also nahm ich die Idee und nun haben wir alle Informationen rund um Elektroautos auf der Plattform. Der Nutzer findet alle technischen Angaben zu Fahrzeugangeboten, Ladezubehör und viel Content. Weitere nützliche Features sind bereits in der Entwicklung und werden uns weiter profilieren.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Zum einen ist unsere Zielgruppe natürlich das klassische Autohaus, die E-Autos bei uns inserieren. Diese haben geschlossen und sind im Home Office, einige sind existentiell bedroht. Das macht die Akquisition neuer Inserate gerade recht schwierig. 

Zum anderen stehen natürlich die Bänder der Automobilbauer still, was sicher die Auslieferung weiterer E-Autos verzögert und auch einen Nachhall in den nächsten Monaten bedeuten wird. Wir entwickeln demnach unsere Seitenstruktur aktuell weiter und erzeugen viel Content und Marketingideen, um die Plattform vorwärts zu bringen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben natürlich direkt von daheim gearbeitet, was für uns als digitales Startup kein großes Thema war. Natürlich haben wir in Kreativ-Telko´s auch Opportunitäten für uns identifiziert und sind mit kurzfristigen Geschäftsmodellen im Consulting-Bereich und Workshop-Ideen für Autohäuser an unsere Händler herangetreten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube jedes Unternehmen muss wieder seine Agilität in der Reaktion auf derartige Einflüsse überprüfen. Wir sind eine kleine Organisation, aber auch wir hatten eine kurze Schockstarre. Dann konnten wir die Energie zum Glück in positive, kreative Ansätze wandeln. Welche wirklichen Umsetzungen und Erfolge daraus entstehen, sei erstmal zweitens, aber die Fähigkeiten in dieser Ausnahmesituation aktiv Probleme anzupacken, finde ich total positiv und lehrreich.

E-Autos.de, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir werden in fünf Jahren die größte Plattform für vollelektrische Fahrzeuge in Europa sein und viele coole Leute in unserer Firma beschäftigen. Mein Traum wäre, in fünf Jahren einen eigenen Unternehmenssitz mit einem Experience Center für E-Mobilität zu betreiben, sozusagen Büros und Elektroautohaus in einem. Konzept ist fertig

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens, wenn ihr von eurer Idee überzeugt seid und euren Markt gecheckt habt, lasst euch nicht von anderen Leuten die Passion nehmen – zieht es durch! Man kann nicht Scheitern – denn sollte das Geschäftsmodell nicht funktionieren, lernt ihr in der Zeit als Gründer fünffach so viel, wie im Angestelltenverhältnis. Als ich mit E-Autos.de gestartet bin, wurde die Elektromobilität belächelt und die meisten haben mir davon abgeraten, diese Leute sehen das mittlerweile anders.

Zweitens, wenn ihr könnt, gründet im Team! Alle Herausforderungen und Probleme alleine zu schultern, ist manchmal sehr belastend. Im Team reflektieren, Aufgaben verteilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen, ist klar besser.

Drittens, durchhalten und nie den Glauben verlieren. Wir standen schon zwei Mal an scheinbar unüberwindlichen Schwellen und haben es immer durch Mut, Fleiß und Kreativität gelöst. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ronny Blochwitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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