Dress and Friends: virtuelle Kleiderschrank

Dress and Friends: Was ziehe ich heute an?

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Dress and Friends doch kurz vor!
Wir haben im Jahr 2014 eine Kleiderschrank-App entwickelt die sich aufgrund ihrer vielen coolen Features mittlerweile zu einem sozialen Fashion Netzwerk entwickelt hat. Aus dem Grundproblem „Was soll ich heute anziehen?“ ist eine Community aus zahlreichen Gleichgesinnten entstanden, mit der man sich austauschen und beraten kann, ein „Ort“ an dem man Kleidung kaufen und auch ganz einfach verkaufen kann, oder sich einfach nur von freshen Styles oder coolen neuen Labels inspirieren lassen kann.

Wie ist die Idee zu Dress and Friends entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee stammt von unserer Mitbegründerin Regina Spät die das gleiche Problem wie Millionen Frauen hatte. Tagtäglich verbrachte sie viel zu viel Zeit damit das passende Outfit für den Tag zu finden und stand ratlos vor dem Kleiderschrank oder zog sich mehrfach um. Ganz nach dem Motto der Kleiderschrank ist zwar voll, aber man hat trotzdem nichts zum Anziehen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Als Startup stellt man sich täglich neuen Herausforderungen. Ob nun das Thema Finanzierung, Wachstum, HR oder Marketing. Man startet mit einer Idee und baut ein Unternehmen auf. Prozesse und Strukturen müssen definiert, Erfahrungen gesammelt und Ziele erreicht werden. Eine große Herausforderung in der jungen Unternehmensgeschichte war stets fokussiert zu bleiben. Man tendiert auf Grund der wenigen Ressourcen „viele richtigen Dinge“ gleichzeitig zu machen, anstatt „die richtigen Dinge viel zu machen“.
Das Unternehmen wurde fast zwei Jahre von den Gründern eigenfinanziert. Dabei wurde sehr „lean“ und dennoch zielführend gearbeitet, um den Proof ofConcept und Market zu liefern bzw. eine BETA Version auf den Markt zu bringen. Seit Ende 2015 sind strategisch wichtige Business Angels, sowie ein Family Office eingestiegen, sodass mit der Skalierung begonnen werden konnte. Aktuell führen wir im Rahmen einer geplanten Seed Runde vielversprechende Gespräche mit weiteren potentiellen Investoren.

Sie waren letztes Jahr auf der Collision Conference in Las Vegas eingeladen. Welche Erfahrungen konnten Sie mitnehmen?
Wir haben vor allem gelernt unser Unternehmen und den erreichten Fortschritt wertzuschätzen. Im direkten Vergleich mit anderen Startups vor Ort konnten wir teilweise einviel besseres Produkt und erste Traction am Markt vorweisen. Dennoch taten wir uns schwer unseren Unternehmenswert darzustellen bzw. Investoren zu aktivieren.
Die vielen Gespräche mit jungen Unternehmern sowie den Investoren vor Ort zeigten uns, dass unser Startup eine Chance für potentielle Investoren darstellt und wir entsprechend handeln sollten- es gilt Investoren zu begeistern.

App-Dress-and-Friends-KleiderschrankIn San Franciso konnten Sie beim Shark Tank Pitch Event die Investoren und Zuschauer überzeugen. Aus ihrer Erfahrung wie sind die Unterschiede zwischen Investoren in Deutschland zu den Investoren in Amerika?
In USA werden grundsätzlich viel höhere Summen investiert, obgleich in den frühen oder späteren Finanzierungsrunden. Das hilft natürlich beim Start in die Skalierung und dem zielführenden Aufbau des Unternehmens. Auch kann man in USA viel früher (teilweise reicht ein konkretes Konzept aus) Investoren überzeugen.
In Deutschland muss man bereits einiges vorweisen können, um einen Investor zu überzeugen. Die Zahlen spielen eine viel größere Rolle als die Vision und die Fähigkeiten des Teams.

Wo liegen die größten Unterschiede zwischen der Startup Mentalität in beiden Ländern?
Gründen in Deutschland wird von vielen mit dem Begriff „Risiko“ betrachtet, in USA wird in diesem Kontext der Begriff „Chance“ verwendet. Dies zeigt die grundsätzliche Einstellung bzw. die unterschiedliche Mentalität.
Dabei spielt vor allem das vorherrschende „Startup- Ökosystem“ und damit die Infrastruktur oder der Zugang zu Kapital eine große Rolle. Deutschland ist noch lange nicht soweit wie es ein Silicon Valley oder New York ist, aber betrachtet man die aktuelle Entwicklung so kann man auf gute Zeiten für Gründer hoffen.

Würden Sie anderen Startups den Schritt empfehlen mal vor anderem Publikum zu pitchen?
Auf jeden Fall! Da man niemals auslernt, kann man nie genug pitchen. Jede Selbstreflexion und jedes Feedback lassen einen besser werden. Und wie sagt man so schön – Übung macht den Meister. Außerdem ist jede Gelegenheit eine Chance und bietet sich die Gelegenheit sollte man diese ergreifen.

Wer ist die Zielgruppe von Dress and Friends?
Die größte User-Base ist weiblich und 13 bis 19 Jahre alt. Für eine Fashion App war das zu erwarten. Jedoch haben wir auch eine relativ hohe männliche Nutzerzahl. Sehr spannend ist ebenfalls die Anzahl von Frauen zwischen 30 und 45. Die wir nicht so hoch erwartet hätten.

Wie funktioniert die App?
Das Herzstück der Applikation ist der virtuelle Kleiderschrank jeden einzelnen Nutzers. Dieser kann mit einzelnen Kleidungsstücken oder kompletten Outfits befüllt werden. Falls mir einzelnen Teile nicht mehr gefallen kann ich diese mit einem Klick zum Verkauf anbieten. Natürlich kann ich auch in allen anderen öffentlichen Kleiderschränken stöbern oder mich mithilfe der #Hashtag Suche von neuen Styles inspirieren lassen oder Labels entdecken. Zudem kann ich Freunde via Facebook, WhatsApp oder per Mail zu der App einladen.

Wie viele Nutzer haben Sie schon und wie ist das Feedback?
Unser Produkt wurde bereits über 25.000-mal heruntergeladen, wobei wir erst jetzt mit der „großen“ Skalierung starten. Die Wachstumsraten sind sehr vielversprechend und das Feedback von Seiten der User war sehr positiv. Natürlich bedarf eine App ständiger Optimierung. Mit dem Update im Frühjahr 2016 gehen wir nochmal einen großen Schritt voran.

Dress and Friends,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren sind wir in Europa und USA eine führende Austausch- und Informationsplattform für Fashion und Lifestyle. Auch feiern wir erste erfolgreiche Schritte in Asien und Südamerika.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Jede Gelegenheit ist eine Chance!
GET DRESSED!

Wir bedanken uns bei Sören Buschbeck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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