Drei Dinge, die man als Gründer niemals machen sollte

Wer sich für das Thema Unternehmensgründung interessiert, findet eine Vielzahl an Tipps, die einem erklären wie man es richtig macht und was man unbedingt tun sollte. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Eine lange Liste an Dingen, die man tunlichst vermeiden sollte.

Hier sind drei Dinge, die man als Gründer niemals machen sollte und die für jedes Startup unabhängig von Größe oder Geschäftsfeld universell gültig sind

1. Unnötig viele Mitarbeiter einstellen
Viele Gründer denken, wenn ihr Unternehmen schnell wächst bräuchten sie jede Hand,die sich anbietet. Eine Menge Startups wachsen so von fünf auf 100 Mitarbeiter in kürzester Zeit. Recruitment ist zwar ein immens wichtiger Part auf dem Weg zum Wachstum, dennoch sollte man gut überlegen, wen man einstellt.Denn bevor man nur einen durchschnittlichen oder gar schlechten Mitarbeiter einstellt, sollte man besser niemanden einstellen. Als die Tech-Blase in den frühen 2000 er Jahren platzte, sah man die Unternehmen, die schnell eingestellt hatten, die Mitarbeiter genauso schnell wieder feuern. In der damals schwierigen Zeit stellte sich heraus, dass viele dieser Mitarbeiter praktisch tatenlos herumsaßen und nur das Glück hatten, auf der Welle mitzureiten. Als Gründer muss man sicherstellen, dass man nur die Besten in seinem Team hat und auch selbstbewusst genug sein diejenigen zu entlassen, die nicht sofort performen. Es klingt hart, aber einen schlechten Mitarbeiter kann man nie früh genug entlassen. Daher sollte man früh lernen mit diesen Situationen umzugehen und Leute auch zu kündigen.Damit es dazu jedoch erst überhaupt nicht kommt, sollte man bei jeder Einstellung sicherstellen, dass der neue Kollege so gut ist, dass man sich um Entlassung keine Gedanken machen muss.

2. Selbstüberschätzung
Das Platzen der Dotcom-Blase in den frühen 2000 ern war ein Desaster und dennoch: Es wird wieder passieren. Dies ist der Zyklus, der sich in unserer Volkswirtschaft immer wiederholt. Blind irgendwelchen Trends, Unternehmen oder Produkten zu glauben, sie gar hochstilisieren ist ein großer Fehler. Wenn man sich die Firmen anschaut, die damals den Crash überlebt haben fällt auf, dass sie bis kurz vor dem Eklat noch Geld verdienten und vor allem in kleinen, effektiven Teams arbeiteten. Nachdem die Dot-Com-Blase geplatzt war haben diese kleinen Teams sich schneller wieder aufgerappelt und weitergemacht.
Diese Unternehmen befanden sich immer in bester Position, dominierten ihre Märkte und wurden schließlich profitable Exits für die Investoren.Der Hype um Startups, die auf den ersten Blick vielversprechend aussehen, ist daher mit Vorsicht zu genießen – auch für Gründer selbst. Natürlich braucht die Industrie die hochgelobten Unicorns, aber man muss als Gründer sicherstellen, dass die eigenen Füße die Bodenhaftung nicht verlieren und man nicht zum Blender oder Narren wird. Denn Selbstüberschätzung führt zu einem Höhenflug, der einen auch schnell tief fallen lässt.

3. Partytime
In den späten 90 ern wurden einige der wildesten Parties von Unternehmen gefeiert, die vor allem aus den Töpfen frischer Investments finanziert wurden. Kein Wunder also, dass keines dieser Unternehmen heute noch existiert. Mit einem neuen Geldsegen beginnt nämlich die Arbeit erst so richtig. Natürlich sollte man eine erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde feiern – allerdings eher klein und im angemessenen Rahmen. Sobald man die gesteckten Verkaufsziele erreicht hat und stetes Wachstum verzeichnet ist es Zeit für eine große Party. Ein Investment bedeutet Verantwortung und ist kein Grund für ein besinnungsloses Gelage.

Der Autor
Paul Jozefak ist Managing Director der Liquid Labs GmbH, einem Innovationslabor für neue Unternehmen und Produkte aus dem Bereich Finanztechnologie. Er blickt auf mehr als 15 Jahre Berufserfahrung zurück. Vor seiner Zeit bei Liquid Labs zeichnete er sich bis 2012 als Managing Partner bei Neuhaus Partners verantwortlich. Zuvor war er seit 2001 Head of SAP Ventures Europe. Zudem war er bei Davis Polk & Wardwell, einer der führenden internationalen Großkanzleien und Andersen Consulting in den Bereichen Software, Telekommunikation und Versorgungswirtschaft tätig.
Webseite: http://www.liquidlabs.de/
LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/pauljozefak/de

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