Sei mutig genug auch eine größere Vision zu formulieren

doob group- lebensechte 3D-Figuren und Avatare

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor!

Wir sind Sebastian und Vladimir, Kollegen im Vorstand der doob group AG aus Düsseldorf.  

Ich bin Sebastian und seit Mai 2019 als CEO der doob group AG nun in der spannenden 3D Technologiebranche unterwegs. Wie zu Beginn meiner Karriere als Forscher in der Mobilfunkindustrie habe ich großen Spaß daran, technologisches Neuland zu betreten und neue Geschäftsfelder von Grund auf zu entwickeln.

Und ich bin Vladimir. Als Mitgründer der doob bin ich seit 2013 mit Feuer und Flamme bei der Sache. Heute bin ich als CTO für die technische Weiterentwicklung unserer Produkte und Plattform verantwortlich. Ich konnte bereits viel Erfahrung als Unternehmer sammeln und bringe dies tagtäglich bei doob ein. Zudem agiere ich seit vielen Jahren als Experte für 3D Technologien und VR Anwendungen. 

Wir beide teilen die Vision einer digitalen Welt, in der zunehmend auch Avatare als lebensechte Abbilder einer jeden Person eine wichtige Rolle spielen werden und die Grenzen zwischen der realen und der virtuellen Welt verschwinden lassen.

Was macht die doob group AG?

Die doob group AG ist ein Vorreiter in 3D Technologie Dienstleistungen und beschäftigt heute ca. 130 Mitarbeiter. Wir haben 3D Ganzkörper-Scanner entwickelt, die photo-realistische 3D Modelle von Menschen erzeugen. Ausgehend von den digitalen Abbildern der gescannten Menschen haben wir zahlreiche Produkte sowohl für Endverbraucher als auch Geschäftskunden im Angebot. 

Ein sehr beliebtes Produkt für Verbraucher sind unsere lebensechten 3D Print Figuren, die in unseren eigenen Ladengeschäften in Deutschland und den USA sowie über unsere Franchise Partner in derzeit über 10 Ländern weltweit vertrieben werden.

Im Geschäftskundenbereich treffen unsere in Echtzeit steuerbaren digitalen Avatare für Virtual Reality Conferencing und Training Anwendungen auf großes Interesse. Die Kommunikation in der virtuellen Welt mittels eigener Avatare ist eine eindringliche Erfahrung, die ein neuartiges Arbeiten in vertrauter Gesellschaft ermöglicht. Dabei lassen sich die virtuellen Räume gänzlich frei gestalten und digitale Medien aller Art flexibel integrieren.

Wie seid Ihr auf die Idee mit den 3D Figuren und Avataren gekommen?

Ursprünglich beschäftigten wir uns bei doob mit dem Scan und der Reproduktion einzelner Körperteile für die Herstellung von 3D gedruckten Prothesen. Die Neugierde, die Grenzen der damaligen Scanner und 3D Druck-Technologie auszureizen ließ uns in einem aufwendigen Verfahren eine erste 3D-Ganzkörper Print Figur herstellen. Doch dabei begriffen wir schnell, dass aus einem sehr technischen Anspruch heraus ein persönliches und hoch emotionales Produkt entstanden ist. Aus dieser Zeit entstammt auch unsere Vision der digitalen Zwillinge, die den Wirkungskreis eines Menschen in der digitalen Welt maßgeblich erweitern werden. Seither arbeiten wir an der Realisierung dieser Vision und können heute 3D Modelle durch den Einsatz moderner Bildgebungsverfahren und Machine Learning Algorithmen nahezu vollautomatisch für erste Anwendungen herstellen.

Wie sieht euer Standard Kunde aus?

Unsere 3D Printfiguren kennen keine bestimmte Zielgruppe. Wir sind stolz darauf, viele unterschiedliche Menschen anzusprechen und ein einzigartiges Produkt bieten zu können. Im Geschäftskundenbereich sind unsere Lösungen ebenfalls über alle Branchen hinweg gefragt. Grundsätzlich stellen wir ein zunehmendes Interesse an dem Einsatz von VR Anwendungen im Unternehmen auch hierzulande fest. Waren es vor wenigen Jahren noch Interessenten vorranging aus den USA, treffen wir heute auch in Deutschland auf viele Unternehmen, die sich für den Einsatz von Avatar-basierten VR Anwendungen entscheiden.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag von Sebastian Böhm aus?

Als junges, dynamisches Unternehmen hält doob täglich neue Herausforderungen bereit und lässt wenig Routine aufkommen. Umso mehr habe ich es mir zum Ziel gesetzt, bei meiner Tagesgestaltung mindestens eine Stunde Freiraum für konzeptionelle Überlegungen, mindestens einen direkten Kundenkontakt und sooft möglich die persönliche Kommunikation mit meinen Mitarbeitern zu suchen. Ersteres hilft mir, mich klar zu fokussieren, zweiteres mich zu motivieren und drittes die Vorzüge eines kleinen Unternehmens in der Teamarbeit zu nutzen.

In welchen Ländern seid Ihr aktiv?

Wir haben derzeit Niederlassungen in Deutschland, den USA und Japan. doob betreibt insgesamt sechs eigene Ladengeschäfte in Düsseldorf und Berlin sowie an der US-Ost und Westküste. Durch das stetig wachsende Netzwerk von Franchise Partnern war es uns in den letzten beiden Jahren möglich, über 15 weitere Standorte weltweit zu eröffnen, darunter zuletzt Dubai, Beijing und Bahrain. Wir freuen uns, noch in diesem Jahr drei weitere Stores in Abu Dhabi, Bangkok und Okayama zu eröffnen.

Welches waren für euch zum Start die größten Herausforderungen?

An Herausforderungen, gerade in den ersten Jahren eines Unternehmens, mangelt es natürlich selten. Für uns ist es bis heute von entscheidender Bedeutung, den gesamten Herstellungs-Prozess, angefangen vom Scan des Menschen über das 3D Modell hin zum fertigen 3D Print oder digitalen Avatar komplett eigenständig zu beherrschen und zu kontrollieren. Dabei sehen wir uns auch heute noch den gängigen Herausforderungen in der kundenindividuellen Massenproduktion ausgesetzt und sind durch den Einsatz immer neuerer Technologien heute in der Lage, viele Bearbeitungsschritte, die zuvor manuelle Handarbeit bedeuteten, zu automatisieren. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich war schon immer ein sehr Unternehmerisch-denkender Mensch und doob auch nicht meine erste Firmengründung. Wir wussten, dass wir mit den 3D gedruckten Figuren eine spannende Produktidee hatten und wollten möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, besondere Momente auf diese Art festzuhalten. Insofern stellte sich uns die Frage nach dem „ob“ nicht. Wir waren davon überzeugt, andere Menschen von unseren Ideen und Produkten begeistern zu können. Glücklicherweise hält diese Begeisterung bis heute bei unseren Kunden an und wir arbeiten mit Hochdruck an unseren neuen digitalen Produkten, jeweils auf Basis der Technologie, die wir in den letzten Jahren eigens entwickelt haben.

Sie sind Teil von TechBoost, dem Startup-Programm der Telekom. Was gefällt Ihnen besonders?

Wir haben die Telekom und insbesondere die TechBoost Verantwortlichen als sehr agile und unternehmerische Partner kennengelernt. Attribute die man einem großen und alteingesessenen Konzern vielleicht nicht unbedingt zuordnen würde. Wir sehen in der Zusammenarbeit Vorteile für beide Seiten. Dies sind im Wesentlichen der gemeinsame Vertrieb unserer Lösungen an bestehende Telekom B2B Kunden sowie der Betrieb in der Open Telekom Cloud. Darüber hinaus besteht perspektivisch die große Chance einen innovativen 5G Use Case Realität werden zu lassen. Wir sind davon überzeugt, dass mit Hilfe der nächsten Generation Mobilfunknetz die steigenden Echtzeitanforderungen unserer Avatar-Anwendungen gemeistert und eine neue Qualität für unsere Kunden erreicht werden kann. 

Was erwartet uns auf dem DIGITAL X Event in Köln?

Wir freuen uns sehr auf die DIGITAL X und werden mit einem eigenen Stand vor Ort vertreten sein, an dem sich jeder Besucher selbst scannen lassen kann, um seinen ganz persönlichen Avatar zu erhalten. Daneben bieten wir allen Besuchern unsere 3D Printfiguren zu vergünstigten Preisen an. In unserer VR Demo Station kann sich jeder selbst von den Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der virtuellen Welt überzeugen und mit unseren Experten etwaige Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unternehmen erörtern. 

Wie wichtig sind Events für Gründer?

Unsere Produkte und Lösungen vor einem größeren (Fach-)Publikum zu demonstrieren hatte schon immer einen großen Wert für uns. Gerade zu Beginn eines Produktlebenszyklus ist der persönliche Austausch mit Interessenten und bestehenden Kunden enorm wichtig. Wir sind daher sehr gespannt auf die Resonanz auf unsere neuesten Entwicklungen und freuen uns auf viele spannende Gespräche.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Mit doob wollen wir weiterhin wachsen und unser internationales Geschäft ausbauen. Wir sehen nach wie vor großes Potential in unseren 3D Print-Produkten und werden unser Produkt Portfolio stetig erweitern. Daneben arbeiten wir intensiv daran, dass unsere digitalen Lösungen im Bereich VR Conferencing und Training in immer mehr Unternehmen Einzug halten. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre und sind gespannt was die Zukunft noch für uns bereithält. 5 Jahre sind ein langer Zeitraum für ein junges Unternehmen, daher werden wir uns unseren Optimismus und unsere Flexibilität auf neue Gegebenheiten zu reagieren, stets versuchen zu erhalten.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Sei mutig genug auch eine größere Vision zu formulieren. Erlaube dir hin und wieder zu scheitern und lerne daraus so schnell es geht. Suche stets den Kontakt zu deinen Kunden aber verliere nie dein großes Ziel aus den Augen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sebastian und Vladimir für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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