Fremd- und Selbstkritik zulassen und sogar forcieren

dö ist eine iMessage Extension: Gemeinsam Musik hören

Stellen Sie sich und das Startup dö doch kurz unseren Lesern vor!
dö ist eine iMessage Extension, die eine exakt zeitsynchrone Rezeption derselben Musik zwischen zwei räumlich voneinander getrennten Usern ermöglicht. dö steht ab sofort im Apple App Store zum Gratis-Download zur Verfügung. Bereits im Vorfeld des Produktlaunches wurde die iMessage Extension mit mehreren Innovationspreisen ausgezeichnet – darunter der Nachwuchspreis Neue Medien und der New Music Business Model Award.

dö ist ein digitales Produkt des Berliner Designkollektivs STUDIOmiii, bestehend aus Kristin Moellering (Medienwissenschaftlerin), Marc Rentschler (Interface-Designer) und Ekkehard Petzold (iOS-Developer). Zusammen konzipieren und produzieren wir digitale Produkte und Services im nervösen Spannungsfeld zwischen Medien, Gesellschaft und Kultur. Ein unfassbar spannendes Gebiet.

Wie ist die Idee zu dö entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Grundidee zu dö entstand vor bereits vor drei bis vier Jahren. Damals hat unsere Mitgründerin Kristin eine Live-übertragung eines Jazz-Konzerts im Radio gehört und später zufällig festgestellt, dass ein Freund genau dasselbe in demselben Moment gehört hat. Da entstand zum ersten Mal die Idee, solche Momente durch eine App auch für andere User erlebbar zu machen. Zwischenzeitlich wurde das Produkt dann noch im Rahmen eines Seminarprojekts an der Universität der Künste „zweckentfremdet“ bevor dö – zunächst unter dem Namen Pindar – im privaten Rahmen weiterentwickelt wurde. Eher zufällig kam es dann zu einer Zusammenarbeit des dreiköpfigen Gründerteams: Wir waren zuvor schon befreundet und allesamt von der Idee begeistert. Nur dieser Enthusiasmus hat es ermöglicht, dö in den letzlich fast zwei Jahren andauernden Entwicklungsarbeit – neben unseren jeweiligen Vollzeitjobs als Interface-Designer, iOS-Developer und Projektmanagerin – bis zur Marktreife voranzutreiben.

Welche Vision steckt hinter dö?
dö setzt sich zum Ziel, räumliche Distanzen mithilfe von digitaler Interaktion ein Stück weit zu überbrücken. Während die Welt durch die rasante Digitalisierung kleiner und kleiner erscheint, werden soziale Distanzen zwischen Menschen größer und größer. Die iMessage Extension repräsentiert damit den Versuch, digitale Erfahrungen durch Realtime-Erlebnisse, haptische Dimensionen und unmittelbare Feedbackprozesse zu bereichern. Die User werden durch die Notwendigkeit, zeitgleich mit dem Listening-Partner den Touchscreen zu berühren zur bewussten und konzentrierten Rezeption angehalten – ein Moment der Entschleunigung und sozialen Nähe in einer immer schneller werdenden Welt.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
dö ist vollständig durch Eigenkapital finanziert. Sich gar nicht erst auf Incubator- oder Accelerator-Programme zu bewerben, war eine bewusste Entscheidung. Uns war es – gerade in der Anfangsphase – wichtig, unabhängig, flexibel und selbstbestimmt agieren zu können. Was wir jedoch wahrgenommen haben, war eine Gründungsförderung und -beratung der Fachhochschule Potsdam, wo zwei der drei Gründer, Marc Rentschler und Ekkehard Petzold, studiert haben.

Wer ist die Zielgruppe von dö?
dö richtet sich an alle musikaffinen Personen, die sich im Zeitalter der digitalen Entfremdung nach einer bewussten, entschleunigten und haptischen Musikrezeption sehnen und diese mit einer anderen Person teilen möchte. dö – abgeleitet aus dem Französischen à deux, zu zweit – verbindet Freunde, Partner und Liebende durch das zeitsynchrone Hören von Musik, egal, wie weit sie räumlich voneinander getrennt sind.

Wie funktioniert dö?
Beide User halten den Screen des eigenen iPhones berührt, damit der Song beginnt. Das Rezeptionserlebnis wird damit durch die gemeinsame haptische Dimension verstärkt, außerdem stehen die anderen Smartphone-Funktionen als Ablenkungsquellen nicht mehr zur Verfügung. Lässt einer der beiden User los, pausiert der Song, bis beide ihren Screen wieder berühren.

dö, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser erstes Ziel besteht derzeit im Wachstum des digitalen Produkts. Wir wollen dö bekannt machen und möglichst viele User erreichen, um hohe Downloadzahlen zu generieren. Eine Monetarisierung ist momentan noch sekundär, wird langfristig aber durchaus angestrebt.

Zum Schluss: Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Essentiell sind für uns die folgenden drei Aspekte:

1. Unabhängigkeit, Autonomie und Flexibiltät – sowohl in materieller als auch in kreativer bzw. kognitiver Hinsicht
2. Fremd- und Selbstkritik zulassen und sogar forcieren, um das Produkt fortwährend zu verbessern.
3. Enthusiasmus für die Idee von Seiten des gesamten Gründerteams, damit Geduld, Durchhaltevermögen und Motivation auch in herausfordernden Zeiten aufgebracht werden können

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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