DLD Munich 19: Gemeinsame Wurzeln

„Herr Burda – Sie sind der lebende Beweis dafür, dass unternehmerischer Erfolg möglich ist. Wenn ich den Erfolg Ihres Unternehmens und das, was Sie in den letzten 20 Jahren erreicht haben, sehe, dann ist das etwas, das junge Menschen inspirieren muss. Wir brauchen Vorbilder wie Sie“, so lobte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier heute, am dritten Tag der großen Innovationskonferenz DLD, den Unternehmergeist des Verlegers.

Heute hätten wir in Deutschland immer noch viele erfolgreiche Unternehmer – das eröffne faszinierende Perspektiven, so Altmaier. Die Regierung müsse diese unbedingt unterstützen und Europa könne eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung spielen. Der Wirtschaftsminister unterstrich vor dem DLD-Publikum gleichzeitig die Bedeutung von technischen Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und versprach jungen Gründern, sie nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie ihre Geschäftsideen zum Erfolg führen können.

„Are we still hungry enough?”

Gleichzeitig warf der Wirtschaftsminister die Frage in den Raum: „Are we still hungry enough?“ Angesichts der vielen jungen Menschen in Asien, die hart arbeiten, um ihren Lebensstandard zu verbessern, scheint es so, als ob wir hierzulande in der Vergangenheit lediglich versuchten, das bereits Geschaffene zu bewahren. Wir müssen uns trauen, Fehler zu machen, daraus zu lernen und noch besser zu werden. Gründer in den USA und in anderen Ländern leben diese Kultur vor.

Traum wurde zum Albtraum

Weniger optimistisch begann der Vortrag von Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament: „Anfangs war die grundlegende Idee der Europäischen Gemeinschaft, Innovationen zu schaffen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Manche dieser europäischen Träume scheinen für einen Teil der Bevölkerung zum Albtraum geworden zu sein“, betonte er. „Optimismus und Mut“, das Motto der Konferenz, scheint viele Europäer verlassen zu haben.

Fairness und Wohlstand

„Wir müssen Albträume wieder in Träume verwandeln“, appellierte Weber. Er verglich die Digitalisierung mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Diese hätte den Menschen Vorteile, wie z.B. ein Gesundheitssystem oder Arbeitsrechte beschert. Gleichzeitig gab es aber auch Gewinner und Verlierer, dies hätte zu sozialen Konflikten geführt. Daraus müsse man lernen. Fairness sei für Weber ein gravierender Aspekt – alle sollten etwas vom Wohlstand haben, den die Digitalisierung bringe.

Europäische Werte

Im anschließenden Panel „The Future of Europe in the Digital World”, erklärte Ann Mettler, die als Generaldirektorin das Europäische Zentrum für Politische Strategie leitet:

„Wir haben hervorragende Unternehmen in Europa, aber viele schaffen es nicht, richtig groß zu werden.“ SAP sei ein gute Beispiel für ein europäisches Tech-Unternehmen, das weltweite Bedeutung erlangt habe – das liege aber schon einige Jahrzehnte zurück. Deutschland habe aber nun die Chance, die dritte Welle der Digitalisierung anzustoßen und dies müsse im Einklang mit den europäischen Werten passieren.

Gemeinsame Wurzeln

Optimismus und Mut sind zutiefst europäische Werte, die sich bereits in der ersten innovativen Periode Europas erwiesen haben. Manfred Weber erinnerte an diese Zeit, die nicht nur Landesgrenzen, sondern auch sprachliche und kulturelle Barrieren überwunden habe: Die Renaissance. In ihrer Hochzeit tauschten sich Künstler, Gelehrte und Politiker in Florenz, Prag oder Mailand laufend aus und zeigten, dass die europäische Innovationskraft gemeinsame Wurzeln habe.

Und so endete DLD Munich 19, bei der sich wieder Menschen aus aller Welt in der bayrischen Hauptstadt trafen um Ideen zu tauschen, sich zu vernetzen und einen optimistischen Blick in die Zukunft zu wagen.

Bild: Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie @ Gandalf Hammerbacher

Quelle: Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft

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