Niemals auf die unendlich vielen Nörgler hören

DIPAT Patientenverfügung online erstellen und dauerhaft wirksam halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen DIPAT doch kurz unseren Lesern vor!
DIPAT ist ein neuartiger, fachärztlicher Onlinedienst. Mit DIPAT kann sich jedermann ganz einfach eine Patientenverfügung (inkl. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung) erstellen und vor allem: dauerhaft wirksam halten. Denn DIPAT stellt sicher, dass Ihre einmal erstellen Unterlagen immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Unser selbstentwickeltes Interview erfasst alle relevanten Aspekte des persönlichen Behandlungswunsches und der individuellen Vorstellung von Lebensqualität. Zudem können alle medizinischen Notfallinformationeninkl. Kontaktdaten von Vertrauenspersonen angegeben werden, damit im Notfall sofort alles zur Hand ist. Der einzigartige Notfall-Aufkleber für die Versichertenkarte garantiert, dass die Patientenverfügung in allen Behandlungssituationen ins Auge fällt. Ruft ein Arzt Ihre hinterlegte DIPAT-Patientenverfügung ab, erhalten Ihre Kontaktpersonen sofort per SMS und Email einen Alarm.

Wie ist die Idee zu DIPAT entstanden?
Ich bin selbstständiger Notarzt und Intensivmedizin und habe immer wieder gesehen, was passiert, wenn Patienten „in die Mühlen“ der Klinikkonzerne geraten. Tatsache ist: Im Krankenhaus entscheidet in aller Regel das wirtschaftliche(!) Behandlungsinteresse über den Patienten und die Therapie. Wir Ärzte sind da leider oft willige Mittäter im Dienste der Klinikchefs. Da bisherige Patientenverfügungen leider zu über 90% medizinisch wirkungslos sind, trifft es die Schwerkranken oft besonders hart. DIPAT soll das ein für allemal ändern.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Das Team zu finden! Es klingt abgegriffen, aber die richtigen Partner sind nahezu alles, worauf es ankommt. Es hat Jahre gedauert, bis wir uns in der jetzigen Konstellation gefunden haben. Bis dahin hat es sehr viel Lehrgeld und Energie gekostet.
Heute ist die größte Herausforderung, das wenig beliebte Thema „Patientenverfügung“ bekannt zu machen. Natürlich beschäftigt man sich mit anderen Dingen lieber – aber die Vorsorge ist hier unendlich wichtig. Wir machen aber inzwischen sehr gute Fortschritte, vor allem dank der durchweg sehr guten Reaktionen der Ärztinnen und Ärzte auf DIPAT.
Finanziert habe ich die Gründung ganz klassisch: zuerst durch laufende Nebentätigkeiten und schließlich durch ein Bankdarlehen. Für das darf ich persönlich haften. Das motiviert enorm dazu, erfolgreich zu sein; um es vorsichtig zu formulieren.

Wer ist die Zielgruppe von DIPAT?
Jeder Erwachsene, denn jeder Erwachsene sollte eine Patientenverfügung haben. Sie ist letztlich wichtiger als ein Testament, denn nur die Patientenverfügung schützt die eigene Selbstbestimmtheit, wenn es zum Äußersten kommt.
Tatsächlich haben wir Nutzer von 18 bis 95 Jahren und wir stellen immer wieder fest: Mit Technik umgehen zu können ist absolut keine Frage des Alters.

Worin liegt der Unterschied zu anderen Patientenverfügungen?
DIPAT ist wirksam. Über 90% anderer Patientenverfügungen sind das nachweislich nicht (siehe z.B. Dt. Ärzteblatt und die jüngste BGH-Entscheidung zum Thema). Ursache dieser allgemeinen Unwirksamkeit ist dabei nicht etwa eine juristische Schwierigkeit. Vielmehr sind die allermeisten Verfügungen medizinisch deutlich zu ungenau. Allgemeinplätze wie „ich will keine lebensverlängernden Maßnahmen“ machen es in der Praxis unmöglich wirklich zu wissen, was ein Patient wünscht.

Wird die Patientenverfügung anerkannt?
Ja. Aber das gilt grundsätzlich für jede schriftliche Patientenverfügung, solang sie wenige formale Bedingungen erfüllt. Es kommt aber darauf an, dass sie inhaltlich medizinisch auch absolut präzise ist. Das sind die allermeisten anderen Verfügungen leider nicht.

DIPAT, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Eine gute Frage, aber die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass jede Antwort nur Zweckoptimismus oder Spekulation wäre. Ich bin zutiefst von der Notwendigkeit unseres Angebotes überzeugt und möchte, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich mit DIPAT wirksam zu schützen. Dafür werde ich arbeiten. Wenn das DIPAT das in fünf Jahren zu einem „Standard“ gemacht hat, würde ich mich sehr freuen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.Niemals auf die unendlich vielen Nörgler hören. Jeder schmeißt einem ungefragt seine Zweifel hinterher und kommt mit tausend Gründen, warum nichts je klappen kann. „Da könnte ja schließlich jeder kommen“. Hinterher soll es dann immer Glück gewesen sein oder Zufall. Um das zu ertragen muss man entweder sehr starke Nerven haben (trifft auf mich leider nicht immer zu) oder einfach wissen, dass man eine nützliche Idee hat, die es sich lohnt voranzubringen.
2. Alles kostet mindestens dreimal so viel wie befürchtet.
3. Die Hipster mit den Anglizismen meiden.

Wir bedanken uns bei Dr. med. Paul Brandenburg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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