Sonntag, Januar 23, 2022

Euer Unternehmen. Nur besser. Mit der richtigen Digitalisierungsstrategie 2022

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Digitalisierungsschub durch Corona: Für 92 Prozent der Unternehmen hat die Digitalisierung in der Corona-Zeit an Bedeutung gewonnen.

Videokonferenzen werden statt persönlicher Treffen durchgeführt, digitale Dokumente statt Papier verarbeitet und handschriftliche Unterschriften werden durch digitale Signaturen ersetzt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 deutschen Unternehmen. Not macht erfinderisch. Die Studie der Stiftung Gesundheit „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020“ weiß zu berichten, dass 94,1 Prozent der Ärzte die Videosprechstunde erst aufgrund der Pandemie eingerichtet haben, obwohl dies bereits seit 2017 abgerechnet werden kann. 

Dabei ist die Digitalisierung für Unternehmen weitaus mehr als nur ein kurzfristiger Rettungsanker in Krisenzeiten. Peter Altmaier, ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bezeichnete die Digitalisierung als eine Pflichtaufgabe für Unternehmer. Tatsächlich ist die Digitalisierung keine einmalige Maßnahme, sondern ein ständiger Prozess, eine dauerhafte Initiative zur Integration digitaler Technologien in allen Unternehmensbereichen.

Von der Idee zur Strategie

Mit welcher Digitalisierungsstrategie bleiben Unternehmen auch 2022 wettbewerbsfähig? Bei einem unternehmensinternen Brainstorming kommen eine Menge Ideen auf den Tisch, von denen viele im Idealfall gut und brauchbar sind. Sie gehen vom Ausbau der Webseite oder des Webshops über die Einführung eines neuen ERP Systems oder einer besseren CRM Software bis hin zur intensiveren Nutzung von Social Media und der Entwicklung von eigenen Apps. Und auch Schlagworte wie EDI, KI oder IoT mögen sich auf dem Whiteboard wiederfinden. Doch wie wird dieser lose Haufen an Ideen am besten kanalisiert und priorisiert, ohne bereits in diesem Schritt ein Team von externen Beratern zu engagieren?

Eine erfolgsversprechende Methode ist die Gruppierung nach den zu erreichenden Zielen. Die wichtigsten Digitalisierungsziele für Unternehmen sind – gemäß der von Infront Consulting und dessen Medienpartner „Capital“ durchgeführten Studie „Champions der Digitalen Transformation“ – die Automatisierung, die Kundenintegration und digitale Services. Einige der im Folgenden genannten Beispiele und Zitate stammen aus dieser Studie.

Automatisierung

Durch die Automatisierung von Prozessen wird eine Effizienzsteigerung erreicht: Kosten werden reduziert und die Produktivität erhöht. Ein Beispiel dafür ist FactoryPal, eine Software, die Daten aus der Produktion analysiert und so die Abläufe in Fabriken effizienter gestalten soll – die Maschinen sollen quasi lernen, besser zu arbeiten. Der Maschinenbau- und Technologiekonzern Körber bietet diese Software für Fertigungsmaschinen verschiedener Industriezweige an. 

In vielen Unternehmen spielt das ERP System die Hauptrolle bei der Automatisierung und mausert sich so zum Herzstück der Unternehmensentwicklung. Eine durchgängige Analyse der Prozesse in allen Unternehmensbereichen legt Optimierungspotential frei, das mit der richtigen ERP Software ausgeschöpft werden kann. Es ist dann eher die Herausforderung, die Reihenfolge und die Schlagzahl festzulegen, in der die verbesserungswürdigen Prozesse optimiert werden. So wird der größtmögliche Effekt erzielt und gleichzeitig „wachsen“ die Unternehmensorganisation und die Mitarbeiter „mit“.

shutterstock.com – tsyhun

Kundenintegration

„Wir wollten direkten Kontakt zu den Nutzern“, sagt Bernd Preuschoff, seit Mai 2020 CDO der Uvex-Gruppe. „Es geht uns darum, zu wissen: Was brauchen die, was wollen die haben?“ Die Strategie heißt daher: näher an den Endkunden. Mit einem neuen Webshop und digitalen Innovationen bei den Produkten soll dieses Ziel erreicht werden. Uvex entwickelte etwa einen Sensor, der im Sporthelm integriert ist. Er erkennt Stürze und kann einen Notruf absetzen, falls sich der Nutzer nicht meldet – etwa bei einem Reitunfall.

Kundenbindung ist kein neues Thema, die Möglichkeiten sind heutzutage jedoch unglaublich vielfältig. Von Webshops und Kundenportalen über Social Media Kampagnen und Webcasts zu Loyalty Programmen und (virtuellen) Kundenveranstaltungen steht Unternehmen ein ganzes Arsenal zur Verfügung. Professioneller Bild- und Video-Content ist unverzichtbar und interaktive Formate gewinnen immer mehr an Bedeutung. Es geht zum einen darum, bestehende Kunden als zufriedene Kunden zu behalten, denn die Neukundengewinnung kostet 5 bis 25 mal so viel wie das Halten eines Bestandskunden. Aber es geht auch darum, die Wünsche des Endkunden direkter in die Entwicklung von Produkten und Zusatzservices einzubinden.

Digitale Services

Im Mittelpunkt steht der Mehrwert für den Kunden und nicht nur das reine Produkt. Dieser Mehrwert wird oftmals über digitale Services erreicht, die über Internetportale oder spezifische Apps realisiert werden und direkt an das Produkt gekoppelt sind. Bei Körber soll in einigen Jahren beispielsweise bereits ein Drittel der Umsätze aus dem digitalen Geschäft kommen, also aus Zusatzservices rund um die angebotenen Fertigungsmaschinen. 

Die Innovationsteams bei der Versicherungsgruppe Signal Iduna haben gleich ein neues Geschäftsmodell entwickelt: eine Versicherung für Leih-Elektroscooter und andere Formen der neuen Mobilität. Abgerechnet wird mit einem Minutentarif – ein völlig neues Prinzip für die Versicherungsbranche. Die Wachstumsraten sind dreistellig. Digitale Services werden künftig ein noch wichtigerer Treiber der Umsatzsteigerung sein.

Strategie erfordert langen Atem

Die Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie ist kein Sprint. Interessanterweise erwarten 39 % der Unternehmen den vollen Nutzen aus ihren Digitalisierungsprojekten in 3 bis 5 Jahren (Quelle: Coming of Age Digitally Learning, Leadership, and Legacy, MIT Sloan Management Review in Collaboration with Deloitte Insights). Wie anfangs erwähnt ist die Digitalisierung für Unternehmen keine einmalige Maßnahme, sondern ein ständiger Prozess von Verbesserungen und Innovationen. Und ein unumgänglicher dazu. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, wusste Friedrich Schiller bereits vor mehr als 200 Jahren. 

Autor:

David Wagemann ist Experte für Digitalisierung in Unternehmen. Über seine Internetpräsenz erpscout.de berät er kleine und mittelständische Unternehmen bei der Auswahl des richtigen ERP Systems . Der online ERP Ratgeber und die ERP Lastenheft Vorlage mit Quick-Start Guide sind ein professioneller Anschub für jedes ERP Projekt.

Titelbild: shutterstock.com – Cameron Prins

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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