Mittwoch, Oktober 20, 2021

Es ist Zeit für die Digitalisierung der Steuerberatung

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Die jährlich fällige Steuererklärung ist für alle Beschäftigten ein leidiges Thema. Für die vielfältige Berufsgruppe der Soloselbstständigen und Freelancer – mehr als 2,3 Millionen Personen in Deutschland – erweist sie sich als besonders kompliziert und kann in Form daraus resultierender Vor- oder Nachzahlungen sogar existenzbedrohend sein. Zudem ist das eigene Steuer-Management ein enormer Zeitfresser für das Business von Selbstständigen: Ganze 25 Arbeitstage im Jahr gehen im Schnitt für Buchhaltung, Steuererklärung und die Kommunikation mit dem Finanzamt drauf. Zeit, die jeder Selbstständige gerade in der aktuellen Corona-Krise besser investieren könnte, zum Beispiel in die Digitalisierung des eigenen Geschäfts oder in die Kundenakquise.

Allgemein ist das deutsche Steuersystem nicht besonders gut auf die Arbeit Selbstständiger ausgerichtet. Für Einzelunternehmer ist jede Steuererklärung mit einer Menge Papierkram verbunden. Die klassische Steuerberatung erfolgt oft noch komplett analog, entgegen des immer deutlicheren Trends zum digitalen Zahlungsverhalten in der Bevölkerung. Seitens der Finanzbehörden werden Bescheide an Selbstständige erst mit deutlicher Verspätung von mehreren Monaten ausgestellt und die Kalkulation von Zahlungen erfolgt in Form fehleranfälliger Schätzungen. Letzteres wird in der gegenwärtigen Situation, in der Einkommensschwankungen durch Auftragsverluste oder staatliche Überbrückungshilfen steuerliche Auswirkungen haben, zusätzlich erschwert.

Automatisierung als Lösung für den Steuer-Stress

Eine der wenigen positiven Folgen der Corona-Pandemie ist, dass sie den Digitalisierungsbedarf einiger Branchen offengelegt und den Fortschritt für digitale Prozesse und Initiativen beschleunigt hat: so auch am Beispiel der Steuerberatung.

Bei Kontist ist vor diesem Hintergrund innerhalb kurzer Zeit ein neues Produkt entstanden, das die angesprochenen Probleme von Selbstständigen reduziert: Ein digitaler Steuerservice. Auf Basis von End-to-End-Automatisierung vereint er Banking, Buchhaltung und Steuern in einer App und unterstützt Einzelunternehmer bei der Organisation ihres Steuermanagements. Die Anwendung macht zum ersten Mal eine Steuer-Planung in Echtzeit möglich, indem jede Banktransaktion im Kontist Geschäftskonto automatisch steuerlich durch die Kontist Steuerberatung berücksichtigt wird. Die Kalkulation von Umsatz- und Einkommensteuer erfolgt bereits dann, wenn Geld auf dem Konto bewegt wird. Selbstständige erhalten dadurch eine transparente, tagesaktuelle Übersicht ihrer Einnahmen und Steuerabgaben. Der digitale Service bietet ihnen somit finanzielle Planungssicherheit und beugt unerwarteten Fälligkeiten vor, die ein Minus in die Bank reißen können.

Obwohl der Steuerservice aus Kundenperspektive intuitiv funktioniert, beruht er auf komplexen technischen und strukturellen Abläufen. Standardisierte Verwaltungsprozesse zur Kommunikation mit der Kontist Steuerberatung, die üblicherweise sehr viel Zeit beanspruchen, laufen komplett digital und automatisch ab, so dass für die Übergabe von Unterlagen und Informationen an die Kontist Steuerberatung zur Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldung, Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Einkommensteuererklärung keine Zeit durch den Nutzer mehr aufgewandt werden muss. Rund 70 Prozent des Verwaltungsaufwands bleiben Selbstständigen dadurch erspart.

Ausgefeilte Technik mit Mehrwert für die Beratung

Selbstverständlich ist Technologie kein Allround-Ersatz, sondern eine zielgerichtete Unterstützung menschlicher Fähigkeiten. Dort, wo sie an ihre Grenzen kommt, helfen fachkundige Experten weiter. Es wurden zu diesem Zweck zwei neue Unternehmen gegründet, welche die Vorbereitung der Buchhaltung, die Steuerberatung und die komplette Kommunikation mit der zuständigen Finanzbehörde übernehmen – und Selbstständigen bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Das technologiegestützte Modell kann dem Steuerwesen als Vorbild für die Zukunft dienen. Klassische Steuerberatungen sind in diesem Jahr mit einer steigenden Nachfrage konfrontiert, stoßen aber schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Hinzu kommen die hochgradig individualisierten Fragen und Anliegen von Selbstständigen, die zwar verhältnismäßig viel Arbeit verursachen, aber gegenüber Großkunden vergleichsweise geringe Erträge bringen. Werden Steuerberater mithilfe von Technologie von vorbereitenden Standardprozessen entbunden, können sie sich komplexeren Problemen und der qualitativen Beratung ihrer Mandanten widmen.

Während ein Steuerberater in einer herkömmlichen Kanzlei durchschnittlich nur 150 Klienten betreuen kann, kann ein Steuerberater mithilfe der Zuarbeit durch einen digital-gestützten Service skalierbar arbeiten und bis zu mehrere Zehntausend Kunden betreuen. Der Kontist Steuerservice zeigt beispielhaft, wie Digitalisierung dazu beiträgt, pain points bestimmter Zielgruppen zu lösen und analoge Branchen so zu verändern, dass sie effizienter und nachhaltiger arbeiten können. Als Unternehmen verfolgt Kontist seit jeher die Mission, das Leben von Selbstständigen zu erleichtern. In einer Zeit, in der ihre Probleme an Brisanz gewonnen haben, bietet der Steuerservice Selbstständigen, Freelancern und Steuerberatern eine sinnvolle Entlastung. Auf Grundlage von Technologie ist ein operativer Impuls für Veränderung entstanden, dem im bigger picture politische und regulatorische Entscheidungen für mehr Steuergerechtigkeit und Anerkennung von selbstständiger Arbeit folgen sollten.

Über den Autor 

Christopher Plantener ist CEO und Co-Founder von Kontist, Deutschlands erstem mobilen Geschäftskonto für Selbstständige und Freelancer. Als Serial Entrepreneur hat Christopher verschiedene erfolgreiche Unternehmen aufgebaut, darunter die Accounting-Software Debitoor und die E-Mail-Marketing-Agentur Zielgut. Mit der Kontist Stiftung für Citizen Entrepreneurship setzt er sich für mehr Anerkennung von selbstbestimmter Arbeit ein.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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