Montag, Oktober 25, 2021

Digitaler Euro: Eine kurze Bestandsaufnahme zum Status quo

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Nachdem die EZB unlängst ihre Konsultationsphase zur Einführung eines „Digitalen Euro“ beendet hat, kündigt sich für Mitte 2021 eine Grundsatzentscheidung an, ob das Projekt zum digitalen Euro fortgeführt wird. Bereits jetzt rechnen Branchenexperten mit einer entsprechenden Umsetzung – Zeit für eine erste Bestandsaufnahme des Status quo.

Nach den Plänen der EZB handelt es sich beim Digitalen Euro um eine digitale Zentralbankwährung (central bank digital currency – CBDC), welche denselben Wert wie alle anderen Formen von Zentralbankgeld besitzt und welche von der EZB als gesetzliches Zahlungsmittel emittiert werden soll. Es würde also keinen Unterscheid machen, ob man den Euro in Hartgeld oder einen Digitalen Euro ausgibt – beide haben den gleichen Wert.

Die Abweichungen zu Kryptowährungen wie dem Bitcoin sind evident – werden diese nicht durch Zentralbanken, sondern dezentral im Wege des sogenannten Mining durch die Nutzer entsprechender Währungen „ausgegeben“. Sie unterliegen zudem – soweit sie nicht wie die von Facebook angekündigte Währung Diem als Stable-Coin ausgestaltet sind – regelmäßig einer hohen Volatilität.

Unterstellt, dass die EZB das Projekt Digitaler Euro fortführt, wird ein Schwerpunkt des zukünftigen Projekts in der detaillierten technischen Ausgestaltung liegen. Bislang liegen hierzu nur erste Machbarkeitsstudien und Grobkonzepte vor, in welchen sowohl zentrale als auch dezentrale Ansätze diskutiert werden. Eine zentrale Lösung würde sich dadurch auszeichnen, dass den Nutzern ein direkter oder (durch Einbeziehung von Finanzdienstleistern) indirekter Zugriff auf ein Zentralbankkonto gewährt wird, wofür nicht zwangsläufig Blockchain- oder Distributed Ledger Technologie eingesetzt werden muss. Mit Blick auf zu erwartende Skalierungsprobleme wird allerdings vielfach erwartet, dass der Digitale Euro – dem Beispiel anderer Länder folgend – als dezentrale Kryptowährung mittels Distributed Ledger Technology ausgestaltet wird. 

Seine Stärke spielt der Digitale Euro – die technische Implementierung entsprechender Funktionalitäten unterstellt – insbesondere im Bereich der Industrie 4.0 aus. Hier wird voraussichtlich möglich, dass Maschinen mittels M2M-Communication (machine-to-machine-communication) Leistungsbeziehungen auf Grundlage sogenannter smart contracts autonom abwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt dürften, aufgrund zu erwartende Synergieeffekte, Mikrotransaktionen sein.

Bis es jedoch soweit ist, gilt es noch eine ganze Reihe wirtschaftlicher, rechtlicher und technischer Probleme aus dem Weg zu räumen. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob und in welchem Umfang der Digitale Euro die Anonymität des Nutzers gewährleisten soll. Auch sind vor einer Nutzung umfangreiche Anpassungen der Banken-IT zu erwarten. Der erste produktive Einsatz des digitalen Euros wird trotz der ambitionierten Pläne der EZB noch etwas auf sich warten lassen.

Autor: Jörn Heckmann

Dr. Jörn Heckmann ist Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland und Mitglied des Geschäftsbereichs Technology, Media, Communications (TMC). Er ist spezialisiert auf die IT-rechtliche Beratung von Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle sowie Digitalisierungsprozesse, insbesondere im Bereich der Finanz- und Versicherungswirtschaft.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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