Digitale Plattformen zur Unternehmensfinanzierung

Lange Zeit galten Banken als der Fels in der Brandung der Digitalisierung. Unerschütterlich hielten sie an analogen Prozessen fest und begründeten diese Haltung lange Zeit mit Datensicherheitsbedenken und dem persönlichen Kontakt, den sich Kunden – privat wie gewerblich – wünschen würden. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat aber sowohl in der Gesellschaft, als auch bei vielen Finanzdienstleistern ein Umdenken stattgefunden.

Digitale Prozesse haben sich in nahezu jedem Lebensbereich etabliert.

Die Einführung des iPhones ist zwar gerade einmal 11 Jahre her, aber seitdem hat sich in den Köpfen der Menschen ein riesiger Wandel vollzogen. Prozesse werden schneller, schlanker und kundenorientierter – und diese Vorstellung, dass sich Abläufe am Kunden orientieren, hat sich auch auf die Finanzbranche ausgeweitet. Während sich Privatpersonen und Unternehmer noch vor wenigen Jahren als Bittsteller fühlten, wenn es beispielsweise um die Beantragung eines Darlehens ging, verstehen viele Konsumenten ihre Bank heute als Dienstleister, der sich auf die Bedürfnisse des Kunden einstellen muss – auch im Hinblick auf digitale Angebote.

Umbruch: Start-ups entdecken Financial Services

Dieses neue Verständnis, dass auch Finanzanbieter mit der Zeit gehen müssen, machen sich immer mehr Start-ups zu Nutze, die die Finanzbranche durch technische Lösungen modernisieren wollen. Die sogenannten Fintechs (aus dem Englischen für „financial technology“) mischen in den letzten Jahren die Finanzbranche mächtig auf – sowohl im Privat- als auch im Firmenkundensegment. Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat es gerade bereits in den Dax geschafft, die digitale Bank N26 hat bereits über eine Millionen Kunden und die Finanzplattform Compeon hat allein im 1. Quartal 2018 gewerbliche Finanzierungen im Wert von 100 Millionen Euro vermittelt. Die Fintech-Welle ist in Deutschland nicht nur angekommen, sondern findet mehr und mehr den Weg in die breiten Kreise.

Gerade mittelständische Unternehmen profitieren enorm von digitalen Lösungen, die Fintechs bereitstellen und etablierte Finanzdienstleister attackieren, oft aber auch unterstützen. Ein Bereich, den das besonders betrifft, sind gewerbliche Finanzierungen. Hier wird vor allem auf das Plattformprinzip gesetzt.

Fallbeispiel Compeon

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das Finanzportal Compeon, das sich auf die Vermittlung von Finanzierungslösungen für mittelständische Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige spezialisiert hat. Wie funktioniert das Konzept? Während Unternehmer auf der Suche nach Finanzierungsangeboten in der analogen Welt viel Zeit für einen ausgewogenen Angebotsvergleich investieren müssen, erhalten suchende Mittelständler über die Plattform von Compeon bei einmaligem Anfragen einer Finanzierungslösung Angebote aus einem Netzwerk von über 220 Anbietern. Darunter sind nicht nur Banken wie Sparkassen und Volksbanken, sondern auch Spezialfinanzierer wie Leasingunternehmen, Factoringanbieter und Wareneinkaufsfinanzierer.

Der besondere Clou:

Durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Förderbanken wie der KfW, der NRW.BANK und der Investitionsbank Berlin wird jede Finanzierungsanfrage auf der Plattform automatisch auf eine mögliche Förderfähigkeit gegengecheckt – ein Service, den viele Unternehmer bei ihren Bankberatern vermissen. Zusätzlich kombiniert die Plattform digitale Prozesse mit persönlicher Beratung: Jedes Unternehmen erhält einen individuellen und erfahrenen Firmenkundenberater, der persönlich direkt telefonisch erreichbar ist und bankenunabhängige Beratung bietet.

Bild:Quelle Stock-Fotografie wutwhanfoto

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Christian Scherer

Christian Scherer ist studierter Kommunikations- und Medienwissenschaftler, Journalist und Online Marketer. In den letzten Jahren war er aktiv am Aufbau des Online Marketings von Startups unterschiedlicher Branchen beteiligt. Dabei hat er einen Fokus auf Content Marketing gelegt.

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