Eine Digitalisierungsstrategie für Start-Ups, die durchdringt!

Uwe Seidel: „Eine Idee, tausend Schritte bis zur Umsetzung“

Eine großartige Idee für das Produkt und schon sind die Prozesse erfolgreich umgesetzt? Für eine erfolgreiche Platzierung am Markt braucht es eine Digitalisierungsstrategie, die alles durchdringt. Viele einzelne Lösungen greifen in Digitalisierungsprozessen wie Zahnräder ineinander: In Kommunikation und Entwicklung, in Marketing, Produktion, Automatisierung und Prozessen sowie in Partnerkooperationen, in Mitarbeitermotivation, Finanzierung, Logistik oder Standortwahl.

Frühzeitige Digitalisierung als zukünftige Weichenstellung – die Chance, als Start-up einen erfolgreichen Markteintritt zu erarbeiten sind gestiegen, weil es für beinahe alle Themenbereiche unterstützende Digitalisierungslösungen gibt. Vorteilhafte Prozesse von Schnelligkeit über Effizienz, Informationsfluss oder Kostenschiene bis zu neuen Skalierungseffekte, die in der Vergangenheit noch undenkbar waren, sind die Tools der Zukunft. 

Der Geist der Zukunft lebt in der Digitalisierung.

Wo sich größere Unternehmen schwer tun neue Tools und abgewandelte Prozesse einzuführen, sind Start-ups in mancherlei Hinsicht frei von alten Mustern – sie können und sollten unbedingt versuchen, von Anfang an zeitgemäße Prozesse und Tools einzuführen. Jungunternehmern kann man daher nur raten, herausfordernde Zielvorstellungen am Reißbrett zu entwickeln und neuartige Prozesse und Lösungsansätze hinzuschreiben. Es können starke Kommunikationstools sein, umfangreiche Lösungen für hohe Datenverfügbarkeit, innovatives Schnittstellen-Management und fortschrittliche Prozesse zu den Kunden. Letzteres sollte im Grundsatz das schnelle Arbeiten im Sinne des Design Thinking ermöglichen, damit der kaufende Kunde mit seinen Erwartungen im Zentrum der Prozesse steht. Der gute Nebeneffekt: Der Kunde fühlt sich in der Zusammenarbeit auf einer höheren Stufe des Interesses rund um sein Projekt gestellt.

Für die ersten Strategieentwürfe gilt, der Thematik die Komplexität zu nehmen, indem frühzeitig priorisiert wird. Wenn nötig, kann dann nach kurzer Zeit mit Abstand wieder über das Ergebnis gesehen werden und notwendige Korrekturschleifen können durchlaufen werden. Ansatzpunkte für eine Strategie können am Anfang zum Beispiel aus folgenden Überlegungen entstehen: Das Visionsboard – wieweit will das junge Unternehmen innerhalb der ersten zehn Jahre kommen?
Können wir mit Hilfe von Softwarelösungen klare Differenzierungen zum Wettbewerb aufbauen, und was begeistert Kunden heute und mittelfristig? Hier kann es zum Beispiel eine Lösung sein, schnell einen digitalen Zwilling für ein kundenspezifisches Produkt über eine Cloud bereitzustellen und über eine Online-Konferenz das Arbeiten mit dem digitalen Zwilling zu erläutern. Direkt nach der Online-Konferenz werden erste Kundenwünsche zur Optimierung von der Konstruktion in den Zwilling eingearbeitet. Und gleich kann man mit dem Kunden weiter in die Diskussion gehen.

Organisationsboard:

Schafft es die Leitung komplett papierlos zu arbeiten und ist zum Beispiel die Dateiablage im Unternehmen optimal organisiert und für alle verbindlich angewendet? Können die Arbeiten in der Produktion durch Video-Dokumentationen und Bildschirmen an den Arbeitsplätzen von spürbaren Vorteilen profitieren? Mögliche Ansätze können in der Umsetzung zum Beispiel Montage-Videos, Prüfprozess-Dokumentationen und visuellen Arbeitsplatzschulungen sein, die den Prozess begleiten.

Vielseitige Einbindung von Mitarbeitern und Projektpartnern: Möglichst viele Menschen können über Gespräche oder gar Workshops Anregungen aus anderen Blickwinkeln geben; Mitarbeiter aus dem Lager, dem Vertrieb, der Produktion, Lieferanten, Dienstleister, Anbieter, Branchenfremde, Spezialisten, Freunde, Spinner oder Querdenker usw.. Sie sollen die Augen des Unternehmers öffnen, einen weiten Horizont schaffen und interessante Ideen einbringen. 

Denken sollte man dabei nicht nur an das Produkt des Unternehmens, sondern auch an die 1.000 Dinge, die mit der Realisierung zusammenhängen. In einer Matrix lassen sich die priorisierten Fragestellungen der vollständigen Sammlung von Digitalisierungslösungen gegenüberstellen und jeweils hinsichtlich nutzbringender Beiträge prüfen. Diese Darstellung mit den Fragestellungen, Lösungsansätzen, Prioritäten, zeitliche Planung, Kosten, Personalbedarf kann die gesamte Strategie abbilden. Sie ist nach Filteranwendungen leicht verständlich, sehr gut zu kommunizieren und ganz leicht auf aktuellem Stand zu halten.

Also ein einfaches Tool für ein Startup-Unternehmen.

Es geht nicht darum, alles gleichzeitig tun zu müssen und jeden scheinbar sinnvollen Ansatz ernsthaft umsetzen zu wollen. Drei Leitfragen an den Anfang zu stellen und dafür optimale Umsetzungsmaßnahmen zu finden ist schon ein sehr guter Anfang. Schwerpunktprojekte an Mitarbeiter zu übertragen kann zudem für Entlastung in der Führung und für Motivation in der Mannschaft sorgen. Vertrauen in die Mitarbeiter haben, ihnen Gestaltungsfreiräume geben und die Wege für Umsetzung frei zu machen ist ergänzend die Aufgabe der Unternehmensführung, die den Weg für Transformationsprozesse ebnet in den folgenden Phasen der kontinuierlichen Verbesserungen. Eine „lockere“ Mitarbeit der Unternehmensleitung mit den Mitarbeitern auf Augenhöhe sollte zudem Kontrollen ersetzen und das Vorwärtskommen sicherstellen.

Buchtipp: „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“

Weiterführende Informationen zum Thema und zum Autor Uwe Seidel finden sich im Buch „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“, in dem sieben erfolgreiche Interim Manager direkt aus der Praxis berichten und Megatrends, technische Innovationen sowie unternehmerische, prozessuale, ethische, gesellschaftliche und globale Fragen beleuchten. „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“ ist im Best Practice Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro. Weitere Informationen: https://bestpractice-media.de/digital-insights-digitalisierung-7-sichtweisen-aus-der-praxis

Autor: Dr.-Ing. Uwe Seidel

Als gefragter Experte im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0 bringt Uwe Seidel moderne Verfahren im Umfeld von Big Data und KI qualifiziert zur Anwendung. Seine Erfahrung in der messtechnischen Datenerfassung, Datenanalyse und erfolgsorientierten Nutzung untermauert er gezielt mit Change-Maßnahmen. Maschinenbau, Elektrotechnik und Anlagenbau sind seine Branchen. Startups hat er im Maschinenbau und im Bereich Consulting als geschäftsführender Gesellschafter erfolgreich in den Markt geführt. Als ausgebildeter Interim Executive (EBS) führt er seine Mandate im Bereich Operations, Engineering, Innovation, Mergers & Acquisitions, Change und Restructuring stets zum Erfolg.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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