Start-ups sind digitale Spitzenreiter

Digital Index 2017 zeigt: Deutsche Start-ups sind digitaler als DAX 30

Existenzgründer sind bundesweit die Spitzenreiter in der digitalen Transformation von Geschäftsprozessen. Dies geht aus dem neuen Digital Index 2017 hervor, den die Mainzer Datalovers AG – ein 2015 gegründetes Start-up-Unternehmen – jährlich in Zusammenarbeit mit beDirect aus Gütersloh und dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln erstellt. Während der Durchschnitt der deutschen Unternehmen nur 12,2 von 100 möglichen Punkten erreichte, schafften die Start-ups durchschnittlich 34,1 Punkte. Und: „Mit 66,5 Digital-Punkten im Durchschnitt sind die Top 30 der deutschen Start-ups sogar digitaler als die DAX-30-Unternehmen mit einem Durchschnittwert von 50,6 Punkten“, sagt Datalovers-CEO Andreas Kulpa. „Vor allem in der Kategorie „Technologie“ sind die Top-30-Start-ups mit knapp 96 Punkten den DAX-30-Unternehmen um einiges voraus, die mit 60,8 Punkten ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis erzielten.“

Ergebnisse der einzelnen Branchen

Insgesamt wurden in der Studie 868 deutsche Start-ups zu ihrem digitalen Reifegrad in den Kategorien Technologie, Reichweite, Mobile, Suchmaschinenpräsenz, Social Media, Verlinkungen, Qualität sowie Digitale Innovationsthemen untersucht. Dabei haben die Start-ups im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistung mit 40,6 Digital-Punkten die Nase vorn, dicht gefolgt von Unternehmensberatungen (38,8 Punkte) und internationalen Organisationen (38,4 Punkte). Auch Unternehmen der Informationstechnologie (35 Punkte) und der Einzelhandel 34,5 Punkte) konnten in der Studie mit einer hohen Digitalität überzeugen. In der Studie waren Unternehmen im Bereich der IT-Dienstleistungen mit 292 Start-ups mit Abstand am häufigsten vertreten. Auch der Einzelhandel war mit 92 jungen Unternehmen stark repräsentiert.

Die digitalsten Start-ups

Unter den analysierten Start-ups ist My Hammer mit einem Digital Index von 75,7 Punkten, welcher überwiegend auf sehr hohe Werte in den Kategorien Technologie (100 Punkte) und Mobile (88,8 Punkte) zurückzuführen ist, der Spitzenreiter, dicht gefolgt von Rebuy mit 71,8 Indexpunkten und Shopgate mit 71,1 Punkten. Auch der Game-Anbieter Goodgame Studios, der Erotikversand Amorelie, das Gesundheitsportal Netdoktor und Babbel, ein Anbieter für Online-Sprachkurse, schnitten mit jeweils knapp 70 Punkten sehr gut ab.

„Die deutschen Start-ups und auch die DAX-30-Unternehmen liegen in allen Kategorien deutlich über dem Durchschnitt aller deutschen Unternehmen“, fasst Kulpa zusammen. Das zeigt aber auch: Während die „großen Player“ wie Lieferando, mit mehr als 67 Punkten immerhin auf Platz 11 im Start-up-Ranking, Zalando mit knapp 65 Punkten auf Platz 19 oder die Telekom (74 Punkte) als zweitplatziertes DAX-30-Unternehmen schon sehr digital sind, kommen kleine und mittlere Unternehmen bei der fortschreitenden Digitalisierung kaum hinterher.

Der Digital Index

Insgesamt sind im Digital Index 2017 2,8 deutsche Unternehmen vertreten, sprich: in der digitalen Welt aktiv. „Die Digitalität ist zwar im Vergleich zum Vorjahr in allen Branchen gewachsen, teilweise jedoch nur in sehr geringem Maß“, sagt Kulpa. Gerade kleine Unternehmen lägen noch weit unter den Durchschnittswerten. „Oft fehlen hier schlicht die Kapazitäten, um sich beispielsweise aktiv in sozialen Netzwerken zu bewegen oder eigene Marktdaten zu erheben“, begründet Kulpa. Kleine Unternehmen und Existenzgründer, die nicht den Anschluss verlieren wollen, könnten aber laut Kulpa mittlerweile in verschiedenen Bereichen auf „Software as a service“ zurückgreifen. Beispielsweise gäbe es fertige Webseiten im Baukastensystem sowie Datenbanken für Marktforschung und Kundenakquise, die wie eine Suchmaschine genutzt werden können.

2016 waren es nur 2,1 Millionen Unternehmen, die im Digital Index erfasst wurden. 2017 sind knapp 700.000 Unternehmen hinzugekommen, die im vergangenen Jahr den Schritt in die digitale Welt gewagt haben, sei es mit einer eigenen Webseite oder in sozialen Netzwerken. Das entspricht einem bundesweiten Digitalisierungsplus von 9,5 Prozent. „Dieses Ergebnis zeigt uns, wie schnell und nachhaltig sich die digitale Welt wandelt und wie wichtig es für Unternehmen ist, sich auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen“, sagt Kulpa.

Genaue Zahlenangaben zu den einzelnen Bereichen und Branchen enthalten die beigefügten Grafiken, die zur redaktionellen Veröffentlichung kostenfrei verwendet werden dürfen. Die Angaben zeigen die erzielten Punkte (Erreichbare Höchstpunktzahl: 100) als Mittelwerte in den jeweiligen Kategorien.

Grafiken: Datalovers

Quelle BESTFALL GmbH

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