Digital Health – Wie Startups die Gesundheitsbranche verändern

3 Health-Startups gegen die großen Probleme unserer Zeit

Ein Startup im Gesundheitssektor zu gründen gilt als Königsdisziplin. Die Regulierungen für einen Markteintritt sind hoch und ein gut funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln ist schwer, da die meisten Menschen “Gesundheit” als etwas selbstverständliches ansehen, ein Service für den in der Regel nicht direkt bezahlt werden muss. Trotzdem gibt es einige Unternehmen, die sich von den Gesetzen nicht unterkriegen lassen und die großen Gesundheitsprobleme der Welt angehen. Wer hätte gedacht, dass ein VR-Spiel die Therapie von krebserkrankten Kindern erleichtern kann oder per Smartphone-Kamera Pflanzenkrankheiten identifiziert werden können, um wiederum die Ernte für tausende Menschen zu sichern. Drei Health-Startups, die ihr auf keine Fall verpassen solltet, findet ihr hier:

1. TOMMI – Hilfe für krebskranke Kinder

Allein in Deutschland erkranken jährlich knapp 2200 Personen unter 18 Jahren an Krebs. Insgesamt verzeichnet das DKKR aktuell 55.000 Erkrankungsfälle von Kindern. Zwar gibt es bereits viele Therapien, für Kinder bedeuten diese jedoch oft Stress und eine hohe psychische und emotionale Belastung. Das Team um Gründer Valentino Megale nimmt sich diesem Problem an und entwickelt ein interaktives Spiel für krebserkrankte Kinder sowie deren Betreuer auf Basis von Virtual Reality. Ziel des Spiels ist es, Kindern während ihres Krankenhausaufenthalts dabei zu helfen, konstruktiv mit Einsamkeit, Stress und Wut umzugehen. Des Weiteren soll der Austausch zwischen den jungen Patienten und deren Betreuern jenseits des direkten Krankenhausumfeldes gefördert werden. Einige der Aufgaben im Spiel lassen sich nur mit Hilfe der Betreuer bewältigen. Auch wenn der Krebs durch das Spiel nicht bekämpft werden kann, erleichtert TOMMI den Leidensweg vieler Kinder weltweit. Entstanden ist die Idee im Rahmen des Merck for Health Hackathon in Rom.

2. PEAT – Ein Startup gegen Welthunger

Das AgTech Startup PEAT ermittelt durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz Pflanzenkrankheiten via Smartphone-Kamera. Es genügt lediglich ein Foto von der erkrankten Pflanze aufzunehmen, welches später im System der App mit Archivbildern abgeglichen wird. Ergibt der optische Abgleich eine Übereinstimmung mit einem Krankheitsbild, so wird der Nutzer unmittelbar informiert. Mit jedem neuen Foto lernt die App dazu und ermöglicht so noch genauere Diagnosen in der Zukunft. Gegründet im Jahr 2015, hat PEAT bereits im darauffolgenden Jahr die App Namens “Plantix” gelauncht. Ziel ist es langfristig, die App so zu verbreiten, dass Farmer auf der ganzen Welt den Zustand ihrer Ernte ständig und einfach überprüfen können. Hungersnöte aufgrund von Ernteausfällen durch Pflanzenkrankheiten sind Schnee von gestern. Wird eine Krankheit frühzeitig erkannt, kann der Verlust ganzer Plantagen, bei denen sich die Pflanzen schnell gegenseitig anstecken, verhindert werden.

3. VeriPAD – Im Kampf gegen gefälschte Medikamente

Durch gefälschte Medikamente entstand 2016 europaweit ein Schaden von 10,2 Millionen Euro für die Pharmaindustrie, dies stellte das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum fest. Doch nicht nur den Pharmakonzernen schaden die betrügerischen Aktivitäten, Leidtragende sind am Ende die Patienten selbst, denn die Einnahme von gefälschten Medikamenten kann lebensbedrohlich sein. Häufig ist in den gepanschten Medikamenten kein Wirkstoff implementiert und somit helfen die Medikamente im Krankheitsfall nicht. Am eigenen Leib erfuhren die Gründer von VeriPAD welche Auswirkungen derartige Medizin haben kann. Aus diesem Grund riefen sie das Startup VeriPAD in den USA ins Leben und entwickelten eine App, die es Laboren, aber auch Patienten ermöglicht unmittelbar festzustellen, ob ein Medikament gefälscht oder echt ist.

VeriPADs Innovation basiert auf einer Kombination aus Hard- und Software: Ein eigens entwickeltes Papierstück dient als Basis, um eine chemische Reaktion des Medikamentes zu testen. Beim Test auf dem Papier entsteht ein Muster, welches wiederum durch die App via Bilderkennung zeigt, ob in einem Medikament auch wirklich das steckt, was die Verpackung vorgibt. Nach Angaben der World Health Organization sind 20%-50% an verschreibungspflichtigen Medikamenten gefälscht. Setzt sich VeriPADs Innovation durch, kann dem betrügerischen Medikamentenhandel schon bald ein Ende gesetzt werden.

Du bist selbst Gründer oder Gründerin eines Health-Startups? – Dann bewirb dich jetzt noch bis zum 26. Juni 2017 beim Merck Accelerator und bring dein Startup auf das nächste Level! Der Merck Accelerator unterstützt dich mit bis zu 50.000 € sowie auf euch zugeschnittenen Coachings und Workshops aus einem Expertenpool aus weltweit 67 Ländern. Hinzu kommen Büroräume im Merck Innovation Center in Darmstadt oder im Mettā in Nairobi. Jedes early-stage Startup mit einem programmspezifischen Schwerpunkt in Healthcare, Life Science oder Performance Materials Sektor kann sich auf eine Teilnahme des dreimonatigen Programms bewerben. Zur Bewerbung für Deutschland geht es hier lang: https://www.f6s.com/merckgermanyfall17/. Zur Bewerbung in Kenia bitte hier klicken: https://www.f6s.com/merckkenyafall17

Über den Merck Accelerator

Das Accelerator-Programm von Merck unterstützt junge Unternehmen in der Frühphase. Im Fokus stehen hierbei die Bereiche Healthcare, Life Science und Performance Materials. Der Programmstandort Nairobi konzentriert sich im Besonderen auf Projekte aus dem Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung. In einem ersten Schritt werden digitale Geschäftsmodelle aus den oben genannten Bereichen ausgewählt und in das Programm aufgenommen. Die für den Standort Darmstadt ausgewählten Unternehmen ziehen für die Projektzeit in das Innovationszentrum von Merck. Die Teams in Nairobi können Räumlichkeiten in Mettā Nairobi nutzen. Neben Arbeitsräumen bieten beide Programmstandorte regelmäßig Beratung und Training an und können dabei aus einem Pool von über 50.000 sachkundigen Mitarbeitern aus 67 Ländern schöpfen. Darüber hinaus erhalten die Teams finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 50.000 €.

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