Schaut, dass ihr ein gutes Geschäftsmodell habt

Digitack: MyFoodHero spart Geld und rettet Lebensmittel vorm Müll

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Digitackdoch kurz unseren Lesern vor!
Liebe Leser,ich habe das Start-Up Digitack in Stralsund gegründet um in Mecklenburg Vorpommern die digitale Wende zu unterstützen und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. MyFoodHero ist das erste Projekt der Digitack und wird unterstützt von der deutschen Gesellschaft für Ernährung, dem Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Greifswald.
Wo gibt es den günstigsten Qualitätskaffee, die billigsten Zucchinis und das preiswerteste, regionale Rindfleisch? MyFoodHero ist die neue App, die dem Nutzer in Echtzeit zeigt, wo er in seiner Nähe besonders günstig das bekommt, was auf dem Einkaufszettel steht.
Und so einfach geht es: Nutzer der App sehen GPS basiert an jedem Standort im Umkreis von 25 Kilometer die für ihn relevanten Lebensmittel als Angebot. Lokale Direktvermarkter und Erzeuger, sowie Händler erhalten die Möglichkeit innerhalb von wenigen Sekunden jederzeit ihre Zielgruppe in dem Umkreis über das Sortiment, egal ob Sparangebot oder Ware bei der das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, zu informieren. Digital, in Echtzeit, unkompliziert und effektiv.

Wie ist die Idee zu Digitack entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Studie „Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland“ der Universität Stuttgart errechnete, dass Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgen. Im Bereich des Handels in Deutschland ergeben sich somit rund 550.000 Tonnen pro Jahr.
MyFoodHero hat sich zum Ziel gesetzt, zunächst die vermeidbare Lebensmittelverschwendung in Mecklenburg-Vorpommern, in den nächsten zwei Jahren, um 25 Prozent zu senken. Der Webclient und die App stehen spätestens zum Nikolaus dieses Jahres kostenlos zur Verfügung.
Das Team wächst stetig in Stralsund. Viele Studenten der Fachhochschule Stralsund oder bereits ehemalige Absolventen begeistern sich für das Projekt und somit ziehen wir alle an einem Strang. Für die Region und gegen Lebensmittelverschwendung.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Zum Start des Projektes habe ich ein Darlehen der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft erhalten. Der Start per se und die Entwicklung des Vorhabens gestalten sich sehr positiv. Die größte Herausforderung liegt in der nächsten Finanzierungsrunde. In Mecklenburg Vorpommern gibt es sehr viele Beratungsinstitutionen auf dem Weg zum Gründen, jedoch nicht zur Unterstützung innerhalb der Seed-Finanzierung oder für den Markeintritt. Überregional an Finanzierungspartner heranzutreten brachte uns folgende Erfahrung: Wo Wagniskapital auf der Visitenkarte steht, steckt meistens kein Wagniskapital dahinter. Es sind häufig Skalierer, die sich nur dann beteiligen, wenn eigentlich kein Risiko oder nur noch wenig besteht. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, wirkliche Unternehmer, die von der Pieke an etwas im Aufbau begleiten wollen, gibt es ganz wenige. Ich würde diese gerne persönlich kennenlernen. Finanzierung und Administration sind die größte Herausforderung und verhindern die Fokussierung auf Kundengewinnung und Projektentwicklung. Was mich wundert ist die Tatsache, dass augenscheinlich jeder weiß, dass in Amerika wesentlich früher in Unternehmen investiert wird und es in Deutschland auch so sein müsste. Provokant stelle ich nun die Frage: Schön, dass die Ausgangslage bekannt ist. Wer ist nun also bereit wie in Amerika auch hier in Deutschland früh zu agieren? Und damit meine ich noch vor dem Markeintritt, denn das ist die wirklich heiße Phase.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Sehr gut. Wir haben geplant bis zum Jahresende die Entwicklung der ersten Version abgeschlossen zu haben und werden dieses Ziel sogar etwas früher erreichen. Mit den ersten Testveranstaltungen hier in der Region hat sich das starke Interesse am Thema von der User Seite gezeigt. Ebenfalls laufen bereits Gespräche mit 2 der Top 10 Einzelhandelsketten und diversen lokalen Anbietern von Lebensmitteln. Mit Abschluss der aktuellen Finanzierungsrunde ist geplant 2017 in gesamt Deutschland durchzustarten.
Dazu bieten wir in allen Städten den bekennenden FoodHeroes folgendes Modell an. Meldet euch bei uns jederzeit unter kontakt@myfoodhero.net mit dem Betreff: FoodHero Partner.
Wir senden euch eine personalisierte Kennung zu. Sofern ihr einen Lebensmittelanbieter über MyFoodHero informiert und dieser bei der Anmeldung eure Kennung benennt (Eigenes Feld – Empfohlen durch) erhaltet ihr die ersten 20 Euro Umsatzerlös von uns. Der so angemeldete Anbieter von Lebensmitteln wird für die ersten 100 Klicks auf seine Angebote freigestellt und ihm entstehen dafür keine Kosten. Wir können ab Beginn 2017 nicht überall gleichzeitig sein. Pro Stunde sind je nach Laufwegen durchaus 2-4 Anmeldungen möglich, wir haben aktuell noch keinen potentiellen Partner angetroffen, der die Nutzung ablehnen würde. Jetzt machen wir die Technik bis zum 06.12.2016 noch fit und dann kann es für alle losgehen.

Wer ist die Zielgruppe von Digitack?
Mit der Digitack richte ich mich vor allem an motivierte Köpfe jeden Alters, die in Mecklenburg Vorpommern nachhaltige Geschäftsmodelle aufbauen möchten. Im Team schaffen aktuell Grafik Designer, Web-Designer, CTO, Frontend- und Backend Entwickler, Marketing Manager, Social Media Expert, Fundraising sowie Business Development und seit neustem auch Quality Assurance und Sales zusammen. Ich freue mich weiterhin über jeden Bewerber, der den Spirit hier üben an der Küste ergänzen möchte.
MyFoodHero bietet jedem Nutzer die Möglichkeit Lebensmittelangebote in Echtzeit in seiner Nähe einzusehen und ebenfalls gezielt zu finden, wonach er sucht. Mit MyFoodHero kann jeder Nutzer Geld sparen, seinen persönlichen Beitrag zur Reduktion der Lebensmitteverschwendung leisten und die Regionalität fördern. Je nach persönlicher Priorisierung werden auch nur die Angebote erscheinen, die jeden einzelnen glücklich machen.

Welchen Service bieten Sie an?
Wir entwickeln und betreiben MyFoodHero und stellen damit Nutzern und Anbietern sowohl Webclient als auch App für aktuell Android und ab 06.12 auch IOS zur Verfügung.

Wie viel kostet der Service?
Hier beziehe ich mich auf unsere AGBs:
Die Nutzung der App ist für den Nutzer kostenlos.
Der Anbieter zahlt ein Entgelt entsprechend der nachstehenden Regelung. Das Einstellen der Angebote ist für den Anbieter ohne Gebühren möglich. Sofern die Angebote durch die Nutzer angeklickt werden, oder der Nutzer den entsprechenden Markt des Anbieters aufruft, entstehen Gebühren. Die Gebühr für die Angebote entsteht nur dann, wenn mindestens ein Nutzer das Angebot aufruft, oder direkt in seine Einkaufsliste verschiebt. Die Höhe der Gebühr steigt mit der Anzahl der Nutzerklicks (Es wird nur 1 Klick pro Nutzer je Angebot in die Berechnung der Gebühr bezogen) bis zu einer maximalen Höhe von 15% des Angebot-Gesamtwerts. Der Gesamtwert setzt sich aus Preis und Menge zusammen.

Digitack, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Meine persönliche Mission ist in 5 Jahren in Mecklenburg Vorpommern als Inkubator zu agieren und damit Start-Ups in ihrer Entwicklung durch unser Know-how und Kontakte zu unterstützen. Bis dahin werden wir weitere Projekte entwickeln und auch weitere eigene Start-Ups am Markt platzieren. Am Hafen bei uns in Stralsund gibt es aktuell einen alten Getreidespeicher. Der ist stark prädestiniert modernisiert, weiß angestrichen und mit unserem Logo versehen zu werden!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.) Schaut, dass ihr ein gutes Geschäftsmodell habt.
2.) Netzwerk und gute persönliche Kontakte sind sehr viel Wert. Pflegt diese.
3.) Es sind viele Agenten und Möchtegerns in der Start-Up Szene unterwegs. Wenn ihr ein schlechtes Bauchgefühl habt, geht, steht auf oder verfolgt den Kontakt nicht. Wenn eure Idee gut ist und ihr mit Herzblut daran hängt, dann sucht euch eure Partner, die auf Augenhöhe mit euch agieren.
3+1) Fangt an und macht euch grade!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Oscar Schröder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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