Unabhängig zu sein, ist die größte Freiheit

digidip zu gründen war eine logische Konsequenz, kein Aufsprung auf einen beginnenden Hype.

2013 habe ich das Affiliate Netzwerk digidip gegründet, ein Schritt, den ich bis heute nicht bereut habe. Damals war das Thema “Gründen” in Deutschland längst nicht so groß wie heute und gerade die Medien und Rubriken, die heute vorrangig über GründerINNEN berichten, gab es nur vereinzelt. Der anhaltende Hype um gründende Frauen kommt meinem Unternehmen, meinen Mitarbeitern und mir selbstverständlich entgegen, aber es sind die USP’s eines Unternehmens, die langfristig überzeugen müssen und zählen, nicht das Geschlecht der Person, die die Idee dafür hatte. Als Gründerin freut es mich, dass Studien wie der aktuell erschienene Female Founders Monitor des Bundesverbands deutsche Startups e.V. zeigen, dass immer mehr Frauen erfolgreich gründen. Die Ergebnisse, die darüber hinaus ermittelt wurden, decken sich mit meiner Gründerstory und überraschen mich nicht, denn die Möglichkeiten für Frauen, die durch eine Idee zur Unternehmensgründung inspiriert werden, sind stellenweise weiterhin begrenzt.

Meine Erfahrung, meine Idee, mein Unternehmen: Frauen gründen vorrangig alleine

Wer gründen will, muss  von seiner Idee überzeugt sein. Wer nicht selber vollkommen hinter seinem Projekt steht, für den wird es schwer, Kooperationspartner, Kunden, Investoren oder Pressevertreter davon zu überzeugen und langfristig durchzuhalten. Vor der Gründung von digidip hatte es mich ins Online-Marketing verschlagen, privat schrieb ich Artikel über Fashion, veröffentlichte sie auf meinem Blog “Stylebudget” und fand dabei keine Lösung, Affiliate Marketing effizient für mich zu nutzen.

Ich melde mich auf den gängigen Plattformen an und wurde immer wieder enttäuscht. Da zündete der Gedanke, eine bessere Technologie anzubieten. Kurzerhand machte ich aus der Not eine Tugend und holte mir Hilfe bei ein paar befreundeten Programmierern, die meine Ideen fantastisch umsetzten. Durch die eigene negative Erfahrung mit Affiliate-Technologien wusste ich genau, worauf es Nutzern ankam, was die Probleme bei vorhandenen Anbietern waren und welche Features die Branche wirklich revolutionieren konnten. Zwar holte ich die Meinung befreundeter Blogger zu meiner Idee ein, doch ich war derart überzeugt davon, dass es keine Notwendigkeit gab, mir einen Gründungspartner zu suchen.

“Innerhalb der Gründerszene begegnet man sich auf Augenhöhe, man hilft sich und zeigt Verständnis füreinander, weil praktisch jeder die gleichen Probleme hat. Außerhalb stößt man häufig auf Unverständnis, überwiegend bei Männern und Frauen, die selber nicht gegründet haben.”

Bootstrapping: Ohne Fremdgeld lässt sich gründen, aber einfach ist es nicht

Bootstrapping ist ein USP, der in Start-up-Kreisen Eindruck macht. Hinter einem Unternehmen muss schließlich eine zukunftsfähige Vision stehen, wenn der Gründer es schafft, diese ohne Fremdgeld zu etablieren. Dass es für männliche Gründer einfacher ist, an Investment zu kommen, ist kein Geheimnis. Wieviel besser sie in Finanzierungsrunden gegenüber ihren weiblichen Mitstreitern abschließen, veröffentlichte die Start-up-Datenbank Crunchbase zum Jahresbeginn in einer Studie. Der Anteil, der von Investoren finanzierten Start-ups, die von Frauen gegründet wurden, stagniert seit 2012 und liegt seitdem konstant bei nur 17 Prozent. Rückblickend bin ich stolz darauf, digidips bisherige Erfolgsgeschichte auch ohne fremde Gelder geschrieben zu haben, doch die Unterstützung und die Netzwerke von Investoren hätten mir sicher auch viele Hürden erspart.

“Frauen verdienen auch heute noch deutlich weniger als Männer in gleichen Positionen. Warum sollte das beim Kampf um Investment anders sein?”

Unabhängig zu sein, ist die größte Freiheit

Seit der Gründung von digidip in 2013 ist viel passiert. Wir sind mittlerweile auf ein Team von 15 Leuten angewachsen, weltweit in über 40 Ländern vertreten, Marktführer in Deutschland und UK und vermitteln pro Tag drei Million User bei namhaften Online-Shops weltweit. Die größte Herausforderung ist für mich die Verantwortung für meine Mitarbeiter, deren Arbeit von mir und meiner Gründungsidee abhängt. Einer der wichtigsten Momente für mich war deshalb die Gewissheit, als wir Ende 2016 profitabel waren, ein Ergebnis, das sich auch im Female Founders Monitor widerspiegelt. Wenn es um meine Mitarbeiter und die Existenz des Unternehmens geht, ziehe ich den sicheren Weg vor. Meine bisheriger Werdegang zeigt, dass dies anscheinend bisher der richtige Weg war.

Bild: Sabrina Spielberg digidip Gründerin Fotograf/ Bildquelle c Patrick Runte

Sabrina Spielberger

Sabrina Spielberger, ist Gründerin und CEO von digidip. Die ehemalige Modebloggerin hatte vergeblich nach einer Lösung gesucht, ihren eigenen Mode-Blog zu monetarisieren und ist dabei kurzerhand zur Gründerin geworden. digidip ist mittlerweile profitabel und das, obwohl die 34-Jährige mit ihrem Unternehmen gebootstrapped ist. Als erfolgreiche Gründerin in der Digitalbranche, blickt Sabrina Spielberger stolz auf eine besondere Gründergeschichte „Made in Berlin“.

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