Dienstleistungsbranche: Darum ist die Digitalisierung in kleinen Unternehmen essentiell

Die Digitalisierung ist in vielen Branchen und Unternehmen längst angekommen. Spätestens die Covid-19-Krise hat auch den Übrigen gezeigt, wie wichtig eine holistisch aufgesetzte Digitalstrategie ist, um zukunftsfähig zu bleiben. Auch kleine und mittelgroße Dienstleistungsbetriebe können Entlastung schaffen, indem sie ihre Prozesse nicht nur digitalisieren, sondern womöglich auch automatisieren.

Wie Dienstleistern dies gelingt und warum ein Umdenken und Handeln gerade jetzt so wichtig ist, erklärt Nikbin Rohany, CEO des Münchner Software-Start-ups Shore. 

Die Notwendigkeit der Digitalisierung erkennen 

Während Kunden digitale Kontaktpunkte wie unternehmenseigene Social-Media-Profile oder Webseiten immer stärker erwarten, hinken viele Firmen dieser Forderung noch zu sehr hinterher. Dabei ist die digitale Kommunikation längst Teil unserer Gesellschaft. Die Chance für Dienstleistungsunternehmen, das bislang Versäumte aufzuholen, ist spätestens durch die Krise gekommen. Der Grund? Ganze 52 Prozent aller Termine wurden bereits vor der Corona-Pandemie außerhalb der Öffnungszeiten gebucht. Die Tendenz zur Online-Buchung steigt nun nochmal deutlich im gesamten Dienstleistungssektor.

Zusätzlich dazu reagierte kürzlich auch der Gesetzgeber auf das Thema Digitalisierung: So sehen sich durch die 2020 in Kraft getretene Kassensicherungsverordnung auch die Betriebe, die bisher kein elektronisches Bezahlsystem implementiert hatten, nun gezwungen, sich mit digitalen Lösungen auseinanderzusetzen. Aus diesen Gründen ist es unabdingbar, dass jegliche dienstleistungsortientierten Unternehmen ihre alltäglichen Prozesse digitalisieren – und wenn möglich Routineaufgaben automatisieren, um zusätzlich Zeit und Kosten zu sparen. Nur so ist es ihnen als Kleinunternehmen möglich, am Puls der Zeit und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Die Digitalisierung der Prozesse und ihre Vorteile 

Sind Notwendigkeit und Chancen der Digitalisierung erkannt, geht es an die operative Umsetzung. Im Grunde sind alle manuellen Prozesse auch digital mittels Software-Lösungen abbildbar. Die Terminplanung ist ein klassisches Beispiel. Statt Termine wie bislang gehabt manuell durch Mitarbeiter einzutragen, lassen sich diese ganz einfach von den Kunden selbst online über Webseiten oder über Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram buchen. Aber auch über Google lassen sich einfach und schnell Termine vereinbaren, die dann ganz automatisch – ohne, dass ein Mitarbeiter wertvolle Zeit dafür aufwenden muss – in den Kalender des Unternehmens übernommen werden. Mit der Terminbuchung einhergehend, wird automatisch eine entsprechende Kundendatei angelegt und kontinuierlich verwaltet. Die Vorteile: Das Unternehmen öffnet sich unter Umständen einer ganz neuen Zielgruppe. Gleichzeitig sparen sich Mitarbeiter nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Nerven. 

Ein weiterer Bereich, den Software abdecken kann, ist das Personalmanagement. Hierzu zählen die ortsunabhängige Planung von Schicht-, sowie Arbeits- und Urlaubszeiten, die sich auch auf allen mobilen Endgeräten abgewickeln lässt. Zusätzlich können sämtliche in der Software gespeicherten Daten als Statistiken ausgewertet werden, so dass die Betriebe detaillierte Einsichten zum Buchungsverhalten ihrer Kunden oder zu Umsatzzahlen erhalten. Diese Daten machen das ganze Geschäft letztendlich besser planbar. 

Auch auf Kundenseite bietet die Digitalisierung weitreichende Vorteile. Die Kunden können beispielsweise eine Erinnerung an vereinbarte Termine auf ihr mobiles Endgerät erhalten. Dies verringert nicht nur die Anzahl sogenannter “No-Shows”, die oftmals durch vergessene Termine zustande kommen, sondern erhöht auch die Zufriedenheit auf beiden Seiten. Zusätzlich erhalten die Kunden – wenn gewünscht – Newsletter mit speziellen Aktionen oder Rabatten. 

Die Zukunft ist digital 

Feststeht: Kunden agieren zunehmend digital. Man kann davon ausgehen, dass in weniger als zehn Jahren Online-Buchungen nahezu selbstverständlich sind. Daher wird auch ein Großteil der Zielgruppe diese Buchungs-Option erwarten. Doch bereits heute wollen (potentielle) Kunden genau da abgeholt werden, wo sie sich bewegen: im digitalen Raum. Unternehmen müssen spätestens jetzt auf den Digitalisierungszug aufspringen, um auf dem hart umkämpften Dienstleistungsmarkt weiter bestehen zu können. Denn auch die dahinter stehenden Technologien werden nicht stagnieren, sondern sich im Gegenteil stetig weiterentwickeln. Ein mögliches Zukunftsszenario wäre, dass Chatbots bald automatisch unsere Kalender abgleichen und Termine buchen können – Stichwort Alexa, Google Home und Co. Von derartigen Fortschritten bleibt auch, oder ganz besonders, die Dienstleistungsbranche nicht verschont. 

Über den Autor: 

Nikbin Rohany (nikbin.rohany@shore.com) ist CEO des Münchner Software-Start-ups Shore. Das Unternehmen bietet eine innovative Software-as-a-Service-Lösung zur digitalen Termin- und Kundenverwaltung speziell für kleine und mittlere Unternehmen im Dienstleistungsbereich  – vom Friseur über Kosmetikstudios bis hin zu Unternehmen im Bereich Gesundheit, Fitness oder Einzelhandel. 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Schreibe einen Kommentar