Die Zukunft der Pflege ist digital – Prozessoptimierung durch Software in der Pflege

Technische Assistenzen, Robotik und E-Akten – die Digitalisierung der Pflege hat in Deutschland in zahlreichen Facetten Einzug gehalten. Und dies ist auch dringend notwendig. Denn qualifiziertes Pflegepersonal ist Mangelware, wenngleich der demografische Wandel unsere Gesellschaft zu tiefgreifenden Änderungen zwingen wird. Digitalisierung kann hier der fehlende Mosaikstein sein, um den Problemen der Zukunft zu begegnen – indem sie die so wichtigen Rahmenbedingungen verbessert, welche für viele Beschäftigte so entscheidend sind. Gemäß der #Pflegecomeback-Studie von Hartmann können sich rund 48 Prozent der ehemaligen Pfleger vorstellen in die Branche zurückzukehren. Zwei Bedingungen dafür: andere Strukturen und Arbeitsbedingungen sowie mehr Zeit für den Klienten. Genau das sind Punkte, an denen die Digitalisierung der Pflege ansetzt.

Digitalisierung der Pflege verschlankt Prozesse und verbessert Kommunikation

Wenn das Thema Pflege 4.0 aufkommt, denken die meisten sofort an Roboter und eine Entpersonalisierung der Pflege. Doch Roboter sind nicht das erste, was mit der Digitalisierung der Pflege verbunden werden sollte. Weitaus wichtiger als die Robotik, sind die Bereiche, in denen durch Digitalisierung schnell Verbesserung erreicht werden kann. Einer dieser Bereiche der besonders viel Zeit beansprucht, ist die Verwaltung. So erklärt Nicole Westing, pflegepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion: „Nehmen sie beispielsweise die Dokumentationspflichten – die machen laut Statistischem Bundesamt 13 Prozent der Tätigkeit einer Pflegekraft aus. Gefühlt 60 Prozent, teilen mir viele Pflegekräfte mit.

Hier könnte man deutlich entbürokratisieren, verschlanken, bündeln und dann den Digitalisierungsprozess aufsetzen, damit mehr Zeit gewonnen wird für die Tätigkeit am Menschen, für die Pflege am Bett, damit der Mensch wieder in den Mittelpunkt gerückt werden kann.“ Die Strukturen in der Pflege verbessern und minimieren unnötigen Arbeitsaufwand. Das sind die ersten Schritte der Digitalisierung der Pflege und erst danach kommen technische Assistenzen oder Roboter ins Spiel.

Privatwirtschaft, Staat und Gesellschaft sind gefragt

Von staatlicher Seite aus gibt es zahlreiche Impulse, die Mut machen. Das am 21. Dezember 2015 erlassene E-Health-Gesetz, soll beispielsweise verhindern, dass Daten immer wieder neu erfasst werden müssen und so den Arbeitsaufwand für Administration verringern. Vor allem bei älteren Personen, oder Menschen, die eine Vielzahl an Medikamente einnehmen müssen, sollen die elektronischen Patientenakten die Prozesse vereinfachen und der Gefahr vorbeugen, dass ein Medikament vergessen wird. Eine Verwaltungssoftware wie die von BoS&S, digitalisiert Daten, um Dienstpläne digital zu gestalten und eine direktere und schnellere Kommunikation zu ermöglichen.

Wenn Daten sofort synchronisiert oder über Sensoren automatisiert erfasst werden, kann eine Menge Zeit eingespart werden. Auch in der häuslichen Pflege gibt es innovative Anbieter von Apps, die es den Angehörigen oder auch der Person selber ermöglichen einen Überblick über die Unterlagen, Medikamentenpläne und Termine zu behalten. Viele Senioren und pflegebedürftige Menschen werden zu Hause gepflegt, und wünschen sich auch möglichst lange autark zu bleiben. Das ist dank solcher einfachen Hilfen nun problemlos möglich.

Die Zukunft der Pflege wird digital

Wenn man also über die Zukunft von Pflege nachdenkt, ist offensichtlich, dass diese zunehmend digital sein wird. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die kommenden Generationen technikaffin sind – gemäß der Studie „Einstellung der Bevölkerung zu digitaler Unterstützung in der Pflege“ von ZQP wird deutlich, dass bereits jetzt 31 Prozent der über 60-Jährigen mühelos mit moderner Technik umgehen können. Von den 30-44-Jährigen sehen sich bereits sogar 72 Prozent als besonders technikaffin an.

Die Prozessoptimierung durch Software in der Pflege ist der Anfang von digitaler Pflege, aber die anderen Techniken werden kommen. Für den Technologiekonzern Apple ist der Bereich Gesundheitstechnologie eine von drei Säulen des Poste-iPhone-Zeitalters, der schon mit der Apple Watch erschlossen wird. Blickt man auf ostasiatische Länder, wird klar in welche Richtung wir uns entwickeln. Und anhand dieses Beispiels kann man sehen: Im Mittelpunkt stehen immer die Klienten und die Fachkräfte. Die Zukunft der Pflege ist digital, klientenbezogen und entlastend.

Autor: Dr. Michael Stephan

Bild: pixabay

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