Erfolg entsteht durch gute Kooperationen

DIE KOJE: Das Zirbenbett aus Zirbenholz nachhaltig stabil und einzigartig

Stellen Sie sich und das Startup Unternehmen DIE KOJE doch kurz unseren Lesern vor!
2004, als ich durch den plötzlichen Tod meines Vaters mehr oder weniger ans Steuer unseres Familienbetriebs gezwungen wurde, begann meine persönliche Reise ins Ungewisse. Es war, als hätte man mich ins kalte Wasser geworfen. Doch gemeinsam mit meinem Team habe ich es geschafft, den Erfolgskurs meines Vaters beizubehalten.
2012 dann hat mein eigenes Abenteuer begonnen: DIE KØJE ist in See gestochen. Wir wollten nicht einfach nur ein weiteres Zirbenbett bauen. Wir wollten DAS Zirbenbett bauen. Somit haben wir uns auf unsere Wurzeln besonnen und fertigen Betten aus österreichischem Zirbenholz, auf Wunsch astfrei und komplett metallfrei. Dank der patentrechtlich geschützten Steckverbindung sind unsere Zirbenbetten nachhaltig, stabil und einzigartig. Eben was fürs Herz. Und fürs Auge. Heute findet der Zirbenliebhaber ein ganzes Sortiment an Möbeln und Accessoires fürs Schlafzimmer.

Wie ist die Idee zu DIE KOJE entstanden?
Wenn der Akku eines Handys leer ist, wird es über Nacht ans Ladegerät gehängt. Dabei ist selbstverständlich, dass das Gerät am nächsten Tag wieder volle Leistung bringt.
Der Schlaf und das richtige Liegen hingegen wird oft jedoch zu wenig geschätzt. Bei mir waren es die Bandscheiben, die mich aufgeweckt und zum Nachdenken angeregt haben. Ich war ausgelaugt und fertig, der Schlaf war wenig erholsam bis schmerzhaft. Nach wiederholtem Bandscheibenvorfall war es für mich an der Zeit einen besonderen Schlafplatz zu entwickeln.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir waren von Beginn an überzeugt von unserem Produkt. DIE KØJE vereint Gesundheit, Nachhaltigkeit und Design. Wir wussten intuitiv, dass es einen Markt für unser Öko-Design-Bett gibt. Was uns zu dem Zeitpunkt jedoch fehlte war eine Strategie. Von Marketing hatte ich damals keine Ahnung. Und so holten wir uns auch dafür eine Spezialistin mit ins Boot. Nicole Herb unterstützt uns seit Beginn an DIE KØJE als Marke aufzubauen und online sowie offline bekannt zu machen.
Auch dieser Schritt war im Nachhinein ein treibender Erfolgsfaktor. Der Erstkontakt mit unseren Kunden erfolgt fast ausschließlich über unsere Website und über die sozialen Medin. Die Zugriffe können wir verorten und stellen dadurch fest, wo es noch Potenzial für ein Ladenlokal gibt.
Durch das intensive und vor allem authentische Marketing hat sich die Wahrnehmung nach innen und außen merklich verändert. Wir werden nun auf allen Kanälen genauso wahrgenommen wie wir es im Kern leben: voller Leidenschaft für das Produkt und das Thema Nachhaltigkeit.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Rückblickend kann ich gar nicht fassen was aus dem Prinzip „Bauchladen-Tischlerei“ geworden ist. Ich beobachte gerade in letzter Zeit, dass Tischlereien oder auch andere traditionsreiche Handwerksbetriebe mangels Perspektive zusperren. Für uns hat der Schritt in Richtung Spezialisierung als goldrichtig erwiesen.
DIE KØJE ist inzwischen über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Unternehmen wurde vielfach ausgezeichnet und auch unsere Prozessabläufe konnten wir durch die Konzentration auf ein Thema effizienter und effektiver gestalten.
Heute ist DIE KØJE die bekannteste Zirbenbettmanufaktur im deutschsprachigen Raum?

Wer ist die Zielgruppe von DIE KOJE?
Unsere Zielgruppe sind Menschen, die großen Wert auf Design legen und dabei gleichzeitig ein regional und nachhaltig gefertigtes Produkt schätzen.
Unsere Lebensweise nimmt Einfluss auf die Umwelt, das fängt bei der Ernährung an und geht mit dem Möbelkauf weiter. Ich bin froh darüber, dass die Konsumenten immer kritischer hinterfragen wie ihre Möbel hergestellt wurden, welche Materialen zum Einsatz kommen und was mit einem Möbelstück passiert, wenn es nicht mehr gebraucht wird.
Der Kauf eines Massivholzmöbels ist eine bewusste Entscheidung in Richtung Nachhaltigkeit. Unbehandeltes Holz landet nicht auf dem Sondermüll sondern kann aufgrund der langen Lebensdauer über Generationen weitergegeben oder sogar zu neuen Möbeln weiterverarbeitet werden.
Unsere Vision ist die Verknüpfung von Gesundheit, Nachhaltigkeit und Design. Diesen Weg gehen wir erfolgreich. Unsere Kunden bestätigen und bestärken uns jeden Tag darin.

Was ist das Besondere am Zirbenholz?
Es gibt wissenschaftliche Studien des Joanneum Research, die belegen, dass sich Zirbenholz positiv auf das Schlafverhalten äußern.
Die speziellen ätherischen Öle im Holz beruhigen den Organismus. Wer im Zirbenbett schläft, spart sich bis zu 3.500 Herzschlägen pro Nacht, das entspricht einer ganzen Stunde Herzarbeit.

Welche Produkte findet man auf DIE KOJE?
Wir fertigen hauptsächlich Betten und Möbel für den Schlafzimmerbereich. Alle unsere Produkte sind aus Zirbenholz gefertigt. Neben den Betten findet der Konsument ein zugehöriges Schlafsystem, Kommoden aber auch ein Ansteckbett für Babys und eine Babywiege. Unser aktuellstes Produkt ist ein Gitterbett, das in 3 Schritten vom Gitterbett zum Kinderbett und am Ende zur Kindercouch umgewandelt werden kann. Auch dieses Möbel ist wie das Bett und die Wiege komplett metallfrei.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für die Startup Show 2 Minuten 2 Millionen beworben haben?
Wir sind bekannt dafür, dass wir gerne zeigen was wir tun. Jedem der sie hören will, erzähle ich die Geschichte des Unternehmens und kann mich dann meist kaum ein bremsen. Von den anfänglichen Schwierigkeiten als ich die Tischlerei nach dem Tod meines Vaters übernommen habe über die Markenentwicklung bis zum heutigen Stand.
Ich selbst bin begeisterter Fan der Show und habe mit den Teilnehmern immer mit gefiebert. Schließlich ist eine Investition in ein Startup eine unglaubliche Chance für das Unternehmen. Nicht nur, weil Geld fließt, sondern weil die Investoren Netzwerke haben, die sich jeder Unternehmer, der am Beginn steht, erst mühsam aufbauen muss.
Die Teilnahme für uns haben wir von Beginn an zwiespältig betrachtet. Einerseits haben wir die Chance gesehen eine Vielzahl an Menschen zu erreichen und für unser Produkt zu begeistern. Andererseits muss man ja auch damit rechnen, dass man bei Nichtgefallen von den Investoren in der Luft zerrissen wird. So möchte man sich ja nicht unbedingt vor tausenden Menschen präsentiert wissen.
Nach interner Beratung kamen wir zum Schluss, dass wir einfach das tun sollten, was wir immer tun: Authentisch sein und zeigen, was wir können.

Wie haben Sie sich auf die Show 2 Minuten 2 Millionen vorbereitet?
Wir haben uns von Beginn an als Außenseiter gesehen und uns keine allzu großen Chancen auf ein Invest ausgerechnet.
Umso besser wollten wir auf die Sendung vorbereitet sein. So haben wir ein Konzept für den Pitch geschrieben, zigmal verworfen und wieder neu geschrieben. Stundenlang sind wir vor dem Spiegel gestanden, haben die Köpfe der Jury ausgedruckt und auf Stühle geklebt um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sich anfühlt, direkt zu den Investoren zu sprechen. Wir haben die Show analysiert und uns überlegt, welche Fragen wohl kommen würden. Es war eine sehr aufregende und spannende Zeit.
In der Show selber waren wir dann einfach überwältigt. Von den vielen Eindrücken, vom ein- oder anderen Hoppala und auch vom wertschätzenden Umgang der Jury mit uns. Ob es am Ende zu einem Invest gekommen ist, darf gespannt am Valentinstag um 20:15 Uhr verfolgt werden.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup-Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf DIE KOJE aufmerksam werden?
Wir sind überwältigt von der Resonanz, die wir nach der Show erhalten haben. Allein während der Sendung konnten wir 30.000 Zugriffe auf unserer Website verzeichnen und freuen uns über zahlreiche Anfragen.

Ziel der Show „ 2 Minuten 2 Millionen “ ist es, das Startups einen Investor bekommen und ein Deal zustande kommt. Welchen der Investoren haben Sie im Fokus?
Wir freuen uns, die Investoren Haselsteiner und Hillinger an Bord begrüßen zu dürfen.
Nicht nur, weil sie an DIE KØJE glauben und 700.000 EUR investieren. Vor allem sehen wir großes Potenzial im Netzwerk der beiden erfolgreichen Unternehmer.

DIE KOJE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Im Moment überholen wir unsere eigenen Zielsetzungen. Noch im nächsten Halbjahr werden wir die Produktionsstätte in die Fabrik Klarenbrunn verlegen und unsere Ressourcen aufstocken. Weitere Shops in München und Zürich sind in Planung.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Tipp 1) Spezialisiere dich. Wer alles anbietet, wird mit nichts so richtig wahrgenommen. Finde heraus, wo es Bedarf in deinem Bereich gibt. Wo fehlt etwas? Wo braucht es neue Lösungen?
Tipp 2) Erfolg entsteht durch gute Kooperationen. Suche dir für alle Bereiche, die du mit deinem Know-How nicht abdecken kannst die passenden Spezialisten.
Tipp 3) Glaub an deine Vision und geh’ deinen Weg. Lass dich nicht zu sehr von Kritikern beeinflussen und umgib dich mit Menschen, die den Weg mit dir gehen. Dabei gehört das Fehlermachen dazu. Wenn du hinfällst, steh auf. Reflektiere, was du besser machen kannst und geh zielgerichtet weiter.

Titelbild: © PULS 4 / Gerry Frank

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nicole Herb für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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