Starten ist besser als “warten bis alles organisiert ist”

Die Chili Sinfonie: Kochkunst trifft auf Chili Schoten – leckere Chilisaucen aus frischen Zutaten

Stellen Sie sich und das Startup Unternehmen Die Chili Sinfonie doch kurz unseren Lesern vor!
Unser Motto ist: Kochkunst trifft auf Chilischoten. Wir komponieren Chili „Stücke“.
Es geht nicht darum, die schärfste oder die verrückteste Soße zu erfinden, sondern die perfekte Harmonie zwischen den Charaktereigenschaften (Schärfegrad, Farbe Geschmack) bestimmter Chilisorten und den anderen frischen Zutaten zu schaffen.

Wie ist die Idee zur Die Chili Sinfonie entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir, 2 Venezolaner haben uns schon vor einigen Jahren in Berlin kennengelernt. Uns verbindet eine lange Freundschaft, und das Interesse für gute Küche und außergewöhnliche Produkte. Wir haben mit Pika Pika ein Projekt geschaffen, welches die Leidenschaft für gutes Essen, Chilis und unsere jeweiligen Stärken zusammenbringt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Diego (Sposito) hatte seit längerem die Idee, scharfe Sossen zu kreieren. Er ist Koch, und die Idee hat sich über längere Zeit durch Gespräche mit verschiedenen Leuten langsam entwickelt. Ende 2015 auf einem Weihnachtsmarkt hat er dann angefangen, einige Soßen zu verkaufen. Es war für Ihn ein Experiment, ob das Produkt ankommen würde.
Interessanterweise hatte ich (Fabian Rueda) bereits vor 5 Jahren ein Domain gekauft -“scharfista.de” – mit einer ähnlichen Idee im Hinterkopf: einen Online Shop mit scharfen Produkten zu entwerfen. Diego wusste davon aber gar nichts. So kam eine Idee zur anderen.
Wir haben uns von Beginn an selbst finanziert – das Projekt ist “organisch” gewachsen. Wir haben 2 Mal kleine Crowdfunding Kampagnen gestartet , um bestimmte Projekte zu finanzieren bzw. Feedback zu bekommen. Und Ende 2016 haben uns Freunde mit Privatdarlehen unterstützt.

Wer ist die Zielgruppe von Die Chili Sinfonie?
Wir bedienen eine “nicht ganz so kleine” Nische, weil es uns nicht nur darum geht, dass wir nur sehr schare Produkte anbieten. Wir haben eine breite Bandbreite an Schärfegraden im Angebot, welche ebenfalls sehr scharfe Soßen, je nach Chilisorte, beinhalten.
Unsere Zielgruppe entspricht denjenigen, die sich nicht mit Vorurteilen zufrieden geben. Chilisaucen können mehr als eine “Urlaubserinnerung” oder ein “ich kenn das schon” sein, sondern eine echte Bereicherung für unseren kulinarischen Alltag. Unsere Chilisaucen genießt man tropfenweise, von daher sind unsere Produkte im Vergleich zu anderen teurer.
Außerdem sind, im Gegensatz zu dem Klischee Chilisaucen sehr oft auch Frauen und Jugendliche von unseren Flaschen und dem Geschmack sehr angetan, und sind überrascht dass Schärfe auch lecker sein kann!

Was ist das Besondere an den Soßen?
Es geht uns vor allem um den Genuss und um die Hochwertigkeit … und das ist etwas, dass uns von den in Deutschland produzierten oder importierten Hot Sauses unterscheidet: fast alle haben einen sehr starken USA-Hot-Sauces Einfluss. Sie sind zwar lecker – aber alles geht in eine gewisse gemeinsame Richtung; oft sehr scharf, essighaltig (wie Tabasco), und ziemlich „einfach gestrickt“. Obwohl wir nicht in eine Schublade gesteckt werden wollen als “ethnische” Soße (lateinamerikanisch – mexikanisch oder ähnlich) – ist unser Hintergrund wichtig. Chilis sind für uns keine Mittel, um sich als Super-Macho zu beweisen wer härter oder schärfer isst.
Außerdem ist uns wie gesagt die Hochwertigkeit der Soßen wichtig. Wir benutzen keine Zusätze, vor allem keine Verdickungsmittel: nicht alle Soßen müssen ketchupartig dick sein. Unsere Soßen sind außerdem Vegan und Glutenfrei und wir verstehen Chilisaucen als die gesündesten natürlichen Geschmacksverstärker überhaupt.

Wie viele Soßen haben Sie im Sortiment?
Wir haben 5 Sorten die dauerhaft vorrätig sind, und bis zu 6 weitere Soßen je nach Saison. Da wir ausschließlich mit frischen in Europa angebauten Chilis kochen, ist unsere Produktion zum Teil an die Saison gebunden. Wir bleiben aber sehr kreativ.

Wie ist das Feedback?
Das bisherige Feedback ist sehr sehr gut. Wir haben treue Fans, die unsere “Feinkost-Chili-Kompositionen” sehr schätzen. Auf Messen, Märkten und Festivals haben wir immer wieder begeisterte Menschen kennengelernt, die unsere Produkte gekauft haben, obwohl sie sich vor dem Probieren als „nicht so die Scharfesser“ geoutet haben, was beweist, dass unsere Soßen nicht ausschließlich für die eingefleischten Chilifans gemacht sind .
Wir haben auch die Anhänger von Veganem Essen, Whole Food und Paleo-Food kennengelernt und sind auch in den Bereichen ganz gut dabei. Chilisaucen sind ja sehr gesunde Geschmacksverstärker – a lá “Pimp-my-food”. Und bei den Chili-Heads (auch als Scharfschmecker bekannt) sind wir schon bekannt.
Wir wollen besonders die “Anfänger” ansprechen – viele haben Angst von der Schärfe. Man muss aber langsam starten.

Die Chili Sinfonie, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten uns Europaweit einen Namen machen, und in der “Szene” vorne mit dabei sein. Wir verkaufen bereits jetzt über Amazon in Spanien, Frankreich, Belgien und Skandinavien. Wir möchten unsere Produkte europaweit in Feinkostläden sehen, und möchten natürlich auch, dass unser neues Projekt – “DieChiliMafia.com” – eine Chili Spezialitäten Box – sich ebenfalls etabliert, und wir uns zu einem bekannten Ansprechpartner im Bereich “Besondere Chili Produkte” profilieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Starten ist besser als “warten bis alles organisiert ist”. Ihr könnt damit anfangen, Praktikum oder eine Ausbildung im Bereich zu starten. Ein Business Plan zu schreiben ist nicht genug. Man muss sich technisch auskennen.
In Deutschland sind die Bedingungen für die Arbeitsnehmer – im Vergleich zu andere Länder – sehr sozial, man ist sehr geschützt. Als Gründer ist andersrum, man trifft viele Hindernisse – was für mich am Anfang eine große Überraschung war. Besonders die Krankenkassen und Sozial Ämter (Gründerzuschuss, Einstiegsgeld). Statt zu helfen, lassen Sie die dich als Idiot fühlen. So eine Art “Neid”…. Lass dich nicht erschrecken, und informiert dich rechtzeitig über die Krankenkasse Kosten für Selbständige.
Cash Flow und Marketing Plan sind wichtig. Aber die Leidenschaft ist viel wichtiger. Die einzige Möglichkeit erfolgreich zu sein, ohne Begeisterung und Leidenschaft für dein Produkt zu haben, ist wenn du bereits viel Geld hast (Erbe, Job). Dann frage ich dich, wofür machst du es? Lass es dir gut gehen, und gibt die Idee weiter an jemand die richtig Passion hat 😉

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Fabian Gabriel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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