Sammelt Ideen und erweitert euer Know-how indem ihr Fachkräfte aufsucht

Stellen Sie sich und das Startup DG-Grills kurz unseren Lesern vor! 

Mein Name ist Benjamin Geywitz, ich bin 35 Jahre alt und Lebe mit meiner Familien in einem Vorort von Ulm. Ich habe in Ulm Fahrzeugtechnik studiert und arbeite Hauptberuflich seit 2005 bei einem Nutzfahrzeughersteller in Ulm als Entwicklungsingenieur. 

Durch die Arbeit in der Entwicklung suche ich täglich Lösungen für aktuelle Probleme. Die Art und Weise an existierende Probleme heranzugehen habe ich versucht in mein Leben und dadurch auch auf meine Hobbies zu übertragen.

Zusammen mit einem guten Freund begannen wir vor einigen Jahren an der Idee eines sauberen, portablen Grills zu tüfteln und so entstand das Projekt Drago.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Nach dem Bau der ersten Prototypen und mehreren Grillfesten haben wir uns Feedback aus dem näheren Umfeld geben lassen. Die Reaktionen aus dem Freundeskreis aber auch auf  Social Media Plattformen war sehr positiv. Vereinzelt kamen auch Kaufanfragen für den Grill. Nach einem weiteren Jahr Entwicklung begann ich mit der Suche nach Herstellern im näheren Umfeld von Ulm, um abschätzen zu können ob eine Serienproduktion wirtschaftlich umsetzbar wäre. Nach vielen Angeboten von verschiedenen Herstellern und der Definition der Vertriebswege, stand dem Versuch es zu wagen nichts mehr entgegen

Welche Vision steckt hinter DG-Grills? 

Mit diesem Grill wurde das Feuer zwar nicht neu erfunden, dennoch ist der Versuch eine schöne Sache besser zu machen sehr anspornend. Die Vision ist es, verschiedene Menschen mit verschiedensten Geschmäckern und Ernährungsphilosophien an einem Grill zu vereinen.

Es war uns auch sehr wichtig, einen Grill zu entwerfen, den man überall mithin nehmen kann und der einfach zu säubern ist. Mit dem Motto „Grillen ist mehr als nur draußen essen“ möchten wir ausdrücken, dass die Gespräche und die Gemeinschaft am Grill in der Natur zu sitzen, Menschen verbinden kann. Die Umsetzung dieser Verbesserungen mit einem hohen Maß an Qualität bis ins letzte Detail um auch den letzten davon zu überzeugen, dass man weder dreckig wird bei Grillen oder im Rauch sitzen muss.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Durch meinen Beruf und meine dadurch resultierenden Kontakte war die Umsetzung der Produkte vom virtuellen Modell zu den ersten Prototypen nicht das Problem. Alle Kosten für Entwicklung, Design, Test, Zeichnungen und die benötige Software sind entfallen. Jedoch mussten die Prototypen der einzelnen Entwicklungsschritte bezahlt werden. Somit war die Finanzierung an sich das größte Problem. Nach 3 Jahren Entwicklung, 9 Prototypen, unzähligen kg Kohle, und unabhängige Tests wie zum Beispiel durch BBQpit.de, war das Eigenkapital schnell aufgebraucht.

Wer ist die Zielgruppe von DG-Grills?


Die mobile Variante ist unser erster fertiger Grill. Bereits heute habe ich aber noch weitere Varianten auskonstruiert, die stationär im Garten benutzt werden. Darum ist unsere Zielgruppe alle Personen die gerne Grillen. Egal ob Würstchen, Fleisch oder vegetarisch. Ich denke, dass unsere mobile Variante optimal für Outdoor affine Menschen geeignet ist, da er einfach transportiert werden kann. Dazu zählen Wanderer, Kletterer, Camper, Angler und Jäger.  

Was ist das Besondere an den Grills? Wo liegen die Vorteile? 

Mit unserem Grill wird indirekt gegrillt, d.h. das Grillgut liegt nicht über der Kohle, sondern hängt neben ihr. Dadurch tropfen kein Fett oder sonstige Säfte in die glühende Kohle. Bei herkömmlichen Grills verbrennen diese Flüssigkeiten in der Glut. Es entstehen Gestank, Rauch und Stoffe die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Das entfällt bei unserem Grill komplett. Durch sein Design besitzt er aber auch noch weitere Vorzüge. Zum Beispiel die Mobilität. Die Kohle und die Anzünder können zum Transport im Grill vorbereitet werden. Am Bestimmungsort angekommen muss man ihn nur noch mit wenigen Handgriffen aufbauen und die Anzünder anzünden. Der Kamineffekt regelt den Rest. Die Kohle glüht von alleine durch.

Die Konstruktion ermöglicht Temperaturen von bis zu 800°C und eine Brenndauern von bis zu 3 Stunden (je nach verwendeter Kohle). Durch den Einsatz von hochlegierten Edelstählen ist der Grill nicht nur lebensmittelecht und rostfrei, er kann auch einfach in der Spülmaschine gereinigt werden.

Der Grill wurde so designed, dass er bei maximaler Robustheit trotzdem nur ca. 9kg wiegt. 

Durch die Langlebigkeit und die kurzen Wege bei der Produktion haben wir die Ziele der Nachhaltigkeit ebenso verwirklichen können, wie auch den Entfall von Einwegzubehör wie Alufolie, Aluschalen oder sonstigem. 

Bei allen Neuerungen und Designelementen kann vorhandenes Zubehör, welches evtl. schon im Besitz der Kunden ist, wie Grillkörbe oder Spieße weiterhin genutzt werden.

Es gab schon Versuche ähnliche Systeme zu etablieren, diese Projekte scheiterten aber an der Materialwahl und an der Umsetzung. Der Gill besticht durch Edelstahl mit bis zu 2,5mm Stärke, dass macht ihn stabil und langlebig, genauso wie jeder Grill sein sollte.

Wie ist das Feedback? 

Das Feedback geht von „sowas habe ich noch nie gesehen“ bis hin zu „wo kann man den kaufen“. Mittlerweile bekomme ich häufig Anfragen von potentiellen Kunden aus den verschiedensten Teilen der Welt, aber auch von möglichen Lieferanten und Herstellern. Auch Kohlehersteller, bzw. Kohlevertriebe melden sich um eine Kooperation aufzubauen. Leider war der erste Versuch eine Kampagne zu starten einen Rückschlag. Es wurden einige negative Äußerungen gepostet, da die angestrebte UVP durch Handarbeit und Einzelanfertigung für den ein oder anderen nicht nachvollziehbar war. Doch dieser Rückschlag spornte mich nur noch mehr an. So konnte ich die Teilautomatisierung der Produktion, wie auch einen Materialwechsel umsetzen und somit den späteren Verkaufspreis deutlich reduzieren.

 DG-Grills wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Der Traum ist es, den Grill irgendwann selbst herzustellen. Von der Entwicklung bis zur Auslieferung, alles unter einem Dach.

Desweitern sind viele weitere Varianten des Grills bereits auskonstruiert. Die Umsetzung mit Prototypen und die dazugehörigen Test sind momentan einfach nicht möglich. Diese Ideen umzusetzen und weitere Varianten und Zubehör zu entwickeln wäre einfach nur fantastisch.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Als ersten sollte man sich nie unterkriegen lassen. Nicht alle Menschen, auch nicht im engeren Umfeld, finde alles gut was man macht. Zudem hat jeder eine Meinung zu Projekten anderer. Diese Meinungen sollten sachlich zur Kenntnis genommen werden. Niemals jedoch aufgrund von Meinungen aus dem Umfeld oder von Social Media Plattformen aufgeben. Weitermachen!

Zum zweiten sollte die Finanzierung passen. Es ist nicht der schlechteste Start, wenn etwas Geld zur Verfügung steht um erste Versuche/Anschaffungen selbst zu realisieren.

Als drittes, jedoch deswegen nicht weniger wichtig, ist die Beratung. Lasst euch beraten und zwar von Fachleuten. Sammelt Ideen und erweitert euer Know-how indem ihr Fachkräfte aufsucht. Das gilt für wirtschaftliche Belange genauso wie für technische oder juristische.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Benjamin Geywitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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