Seid mutig, ein bissl verrückt und nehmt euch selbst ernst!

Stellen Sie sich und das Frauennetzwerk Desperate Workwives doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Christine Reguigne und Chefin einer Rätselagentur, die ich 2000 gegründet habe. Wir vermitteln Unterhaltungsmaterial an Printmedien wie Zeitungen und Magazine. 2010 gründete ich das Frauennetzwerk „Desperate Workwives“ und ich freue mich, es hier vorstellen zu dürfen.

Die Desperate Workwives sind ein kunterbuntes, humorvolles und sehr reges Netzwerk von Frauen für Frauen. Und alles andere als verzweifelt! 

Wir sind Studentinnen, Angestellte, Mamis, Führungsfrauen, Omas, Künstlerinnen, Selbstständige, Zahnarztgattinnen, Arbeitssuchende, Rentnerinnen und vieles mehr. Wir kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber es können natürlich auch deutschsprachige Frauen teilnehmen, die zB im Ausland arbeiten und den Kontakt zur Heimat nicht verlieren möchten.

Unsere Themen sind ebenso vielfältig wie die einzelnen Mitglieder. Wir treffen uns online auf unserer eigenen Plattform und offline auf allerlei Treffen. 

Warum haben Sie sich entschlossen, aus Ihrem Netzwerk ein Unternehmen zu machen?

Die Desperate Workwives – kurz DWW – habe ich bereits vor neun Jahren gegründet. Anfangs nur auf Xing. Das Netzwerk kam aber sehr schnell so gut an, dass viele der Mitglieder täglich reinschauten und es ein Teil deren Lebens geworden ist. Wir waren lange Zeit eine der aktivsten Gruppen auf Xing. Damit wir aber von den doch eher negativen Gruppenentwicklungen von Xing unabhängig werden, habe ich 2016 eine eigene Plattform entwickelt und das „DWW Frauennetzwerk“ auch als Firma gegründet.

Es war eine sehr turbulente und arbeitsreiche Zeit, aber ich habe diesen Entschluss nie bereut.

Was war bei der Gründung von der eigenen Plattform der Desperate Workwives die größte Herausforderung?

Oh, da gab es einige. Mit kaum Budget und technischen Fähigkeiten eine Webseite mit sicherem Mitgliederbereich zu entwickeln ist nicht einfach. Ich habe aber ein tolles Team, die mit mir zusammen alles technische und auch rechtliche gewuppt haben. Ich habe in der Zeit eine Menge gelernt. Es wurde natürlich wesentlich teurer, als ich anfangs überschlagen hatte, aber herausgekommen ist eine Plattform, auf die ich wirklich stolz bin. 

Schwierig war auch der Spagat zwischen der bereits bestehenden Gruppe in Xing, wo man gratis mitmachen konnte, und der neuen Plattform, die zwei Euro im Monat kostet. Natürlich gab es viele der Angebote nur noch für angemeldete Mitglieder, was bei einigen wenigen für Ärger gesorgt hat. Inzwischen besteht die alte Xing-Gruppe nicht mehr und die neue Plattform wächst und gedeiht.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Kann man definitiv. Also ich kann es sowieso nur so, weil wenn ich eine Idee habe, bin ich den ganzen Tag so hippelig, dass ich sie direkt umsetzen muss. Ich habe bereits 2000 das erste Unternehmen gegründet, was ich heute noch erfolgreich betreibe: Die Rätselschmiede. Eine Agentur für Unterhaltungsmaterial wie Rätsel, Comics oder Horoskope für Printmedien. Diese Firma ist auch aus dem Nichts und ohne viel Vorarbeit entstanden und wir sind jetzt seit fast 20 Jahren eine Größe auf dem Markt.

Es kann gut gehen, wenn man mit viel Biss und Leidenschaft dahintersteht. Vielleicht geht es mit einem ausgefeilten Plan einfacher und sicherer. Aber mehr Spaß macht es mir, wenn ich einfach loslege.

Biss und Leidenschaft sollte man aber natürlich immer haben, auch mit einem perfekten Plan.

Desperate Workwives Netzwerk Frauen
© Outi Kaden

Welche Vision steckt hinter dem Netzwerk Desperate Workwives?

Ich wollte ein Netzwerk schaffen, was sich abhebt von den typischen Businessnetzwerken. Keine Vorträge, keine Visitenkartenpartys, keine ständige Werbung, was für eine unglaublich gute Unternehmerin man doch ist und welches tolle Angebot man gerade hat.

Einfach interessante Frauen, die alle ihre eigene Geschichte haben. Die Lust haben, andere Meinungen zu hören und ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Die auch mal völlig desperate sein dürfen, aber auch miteinander ihre Erfolge feiern. Wo man über das Persönliche auch zum Business kommt. Man arbeitet doch viel lieber mit Menschen zusammen, die man so kennengelernt hat, dass man sich auf eine Zusammenarbeit freut. 

Wer ist die Zielgruppe von dem Netzwerk Desperate Workwives?

Alle deutschsprachigen Frauen ab 18 Jahren. Und natürlich besonders die, die gerne im Internet unterwegs sind. Alle Frauen, die sich auch zeigen möchten, da wir auf Klarnamen und erkennbarem Foto bestehen. 

Im Netz tummeln sich so viele Fakes, wir tun sehr viel dafür, dass diese es nicht in unser Netzwerk schaffen. Das macht die Anmeldung ein bissl komplizierter, aber es lohnt sich!

Im Moment läuft eine Crowdfunding Finanzierung. Worum geht es da?

Wir DWW sind gerade karitativ unterwegs – mal wieder. Wir haben sehr viele kreative Frauen in der Gruppe und erstellen gemeinsam einen bunten Adventskalender, den wir über die Plattform Startnext anbieten. Bis Ende September kann man uns dort unterstützen und sich wirklich tolle Adventskalender sichern. Wir erstellen den Kalender zugunsten des Kinderhospizes Sterntaler e. V. in Mannheim.

Wir haben 2013 bereits einen ähnlichen Kalender erstellt und konnten dem Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in Siegburg stolze 6.800 Euro spenden.

Das würde wir jetzt gerne noch toppen, wir sind ja schon Profis

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Mit dem ersten Teil der Finanzierung können wir die Druckkosten bezahlen. Alles was dann noch eingenommen wird, geht – nach Abzug der weiteren Kosten – direkt an das Kinderhospiz weiter. 

Desperate Workwives, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Oh, eine Bewerbungsgespräch-Frage.
Schön wäre es, wenn wir noch mehr Mitglieder gewinnen könnten. Je bunter, desto besser. Und dass die Plattform irgendwann Gewinn abwirft. Noch sind wir in den roten Zahlen. Aber es wird monatlich besser.

In zwanzig Jahren sehen wir uns alle gemeinsam in einem großen Haus am Meer, wo jede ihren eigenen Bereich hat. Diese Vision spukt mir schon lange durch den Kopf. Tolles großes Grundstück kaufen, Haupthaus mit Gemeinschaftszimmern bauen und jede Menge kleiner, wunderschöner Häuser für die Mädels. Mal schauen, ob das was wird. Aber träumen darf man ja. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Manche sagen ja, man soll zum Arzt gehen, wenn man Vision hat. Ich denke aber: Geht eure Visionen an! Und lasst sie euch nicht von Freunden oder Familie ausreden. Natürlich ist nicht jede Idee auch geeignet, davon zu leben können. Auch ist nicht jede Frau geeignet, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen. Aber sprecht mit Leuten, die sich auskennen und die euch nicht aus persönlichen Motiven eventuell Steine in den Weg legen. Seid mutig, ein bissl verrückt und nehmt euch selbst ernst!

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christine Reguigne für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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